Nun ist es schon wieder eine Ewigkeit her, seit ich euch von meinem PC-Bau erzählt habe, und etwas später den ersten Testbericht zum Teufel Cage Pro Gaming Headset veröffentlicht hatte. Und tatsächlich war ich auch erst mit dem Cage Pro zum „Headset-Nutzer“ avanciert. Nach dem Abschluß der Review des Cage Pro allerdings wollte ich etwas mit mehr Farbe (aka Einhornkotze ;-)) im Setup, so wie ich auch nach dem Test der G502X Gaming Maus mir die Variante mit Beleuchtung kaufte. Long story short: Seit Juni 2025, also bereits fast ein Jahr, ist hier das Logitech G522 Lightspeed Headset im Einsatz, und genau darum, nämlich um meine Erahrungen aus der Praxis und wie zufrieden ich mit meinem Kauf bin, geht’s hier nun in diesem Testbericht.
Videoreview
https://youtu.be/gF5ph4oyj2w
Verpackung & Lieferumfang
Die Verpackung ist sofort als eine zur Logitech G-Serie gehörige erkennbar. Dunkelgrau mit schillerndem blauen G522 Schriftzug und Produktfoto. Im Inneren der Verpackung finden wir neben dem Headset ein USB-C auf USB-A Ladekabel mit über 1,5m Länge sowie den Lightspeed-Empfänger, der über Logitechs kabellosen Funk eine nahezu latenzfreie Tonübertragung ermöglicht.
Inbetriebnahme
Hierzu ist im Grunde nichts zu berichten. Man steckt den Lightspeed-Empfänger an einen freien USB-A (mindestens USB 2.0) Anschluß des PCs an und legt los. Das G522 Headset hat erfreulicherweise einen physischen Schiebeschalter zum Einschalten, den findet man blind und wenn es aus ist, ist es auch tatsächlich aus. Natürlich sollte man zum G522 Headset auch die „G-Hub“ genannte Software am PC installieren um Einstellungen am Headset vornehmen zu können. Hierzu weiter unten mehr.
Wer mag kann das G522 Headset auch via Bluetooth mit allen möglichen Geräten koppeln, in diesem Fall allerdings ist es aufgrund der merkbaren Latenz für Spiele nicht mehr geeignet. Sehen wir uns die Verbindungsmöglichkeiten aber mal genauer an.
Verbindungsmöglichkeiten des Logitech G522
Grundsätzlich unterstützt das G522 neben USB-C sowohl Bluetooth als auch den Lightspeed Standard von Logitech. Letzterer liegt auf ganzer Linie klar im Vorteil gegenüber Bluetooth, was Klangqualität, speziell auch jene des Mikrofons, angeht, aber eben auch hinsichtlich der Latenz. Kann man vielleicht noch die Latenz bei einem YouTube Video verschmerzen, so ist das bei Spielen quasi unmöglich, da einfach die Handlungen am Bildschirm absolut nicht mehr mit dem, was man hört, übereinstimmen. Ich selbst habe das G522 nur für den Test kurz in den Bluetooth-Modus geschaltet und dann wieder ausschließlich Lightspeed mit meinem Spiele-PC genutzt.
Sehr positiv: Auch der Anschluß via USB-C zum gleichzeitigen Laden klappt einwandfrei, natürlich in diesem Fall ebenfalls Latenzfrei.
Eine mehrfache Verbindung ist nicht möglich, man muss sich also zwischen Lightspeed, Bluetooth (5.3) oder Kabelverbindung entscheiden, einfach nebenher mit dem Handy verbunden sein und parallel via Lightspeed zu zocken klappt also leider nicht. Ich find’s toll, dass Logitech hier ein über 1,5m langes Kabel beipackt, so steht auch einer Kabelverbindung nichts im Weg. Ein USB-C auf USB-C Kabel hätte ich aber besser als den antiquierten USB-A Anschluß empfunden – das ist aber vermutlich auch eher den Spielekonsolen geschuldet.
Was ist „Lightspeed“?
Nun, es ist kein Hexenwerk sondern einfach eine weitere Funktechnik die jene die in eurem PC steckt einfach umgeht und dadurch sowie eine deutlich höhere Abtastrate für geringere Latenz sorgt. Was heißt das? Sowohl Lightspeed als auch Bluetooth funken im gleichen Frequenzband (2,4GHz), im Falle von Lightspeed finden wir aber z.B. bei Mäusen Abtastrate von 1000Hz (also 1000 mal pro Sekunde) während dies bei Bluetooth lediglich mit ca. 125-250Hz erfolgt. Dadurch, und dass eben nicht alles einmal durch die Bluetooth-Hardware des PCs gehen muss sowie ein paar weiteren Optimierungen, finden wir bei Lightspeed extrem geringe Latenzen von 1-2ms, während selbige bei Bluetooth typischerweise bei 5-15ms liegt. Während mir persönlich das z.B. bei Mäusen nicht auffällt, ist ein Bluetooth Headset zum Gaming für mich absolut ungeeignet, denn ob der Ton nicht mehr synchron zum Bild läuft, fällt mir sofort auf.
Design
Ja ja, ich weiß, irgendwann sagte ich mal, ich mag diese lächerliche bunte Beleuchtung nicht. Nun, rückblickend hatte ich mich da wohl getäuscht. Das G522 kam tatsächlich gereade WEGEN der Beleuchtung in die engere Wahl. Logitech hätte das zwar noch ein wenig hochwertiger umsetzen können (fließendere Bewegungen, mehr LEDs, hochwertigere Kunststoffanmutung), aber grundsätzlich sieht das schon sehr nett aus. Beide Seiten der Ohrteile haben einen matten Kunststoffeinsatz der durch mehrere RGB LEDs beleuchtet werden kann. Ich habe hier einen grünen Verlauf aktiviert, ebenso wie bei der Maus und auch meiner G915TKL Tastatur und im PC selbst. (Hier der Test zur G915 ohne TKL).
Aber auch abseits der Beleuchtung macht das Logitech G522 Lightspeed Headset eine gute Figur, finde ich. Die (abnehmbaren) Stoff Pölster sind dunkelgrau, der Rest des Headsets schwarz (es gibt auch eine weiße Variante zu kaufen) und die innenseite des Kopfbandes ist Schwarz-Lila. Das Mikrofon ist etwas biegbar und über einen Klinkenstecker mit dem Headset verbunden. Pluspunkt: An der Spitze des Mikrofons befindet sich eine rote LED die leuchtet, sobald man es stummgeschaltet hat. Das schätze ich ungemein im Alltag beim Zocken, man sieht sofort aus dem Augenwinkel, ob das Mikrofon stumm geschaltet ist oder eben nicht.
Die Bedienelemente befinden sich am linken Ohrteil und umfassen den Schieber zum Ein- und Ausschalten, eine Taste zum Umschalten Bluetooth/Lightspeed sowie ein Rädchen zum Einstellen der Lautstärke (das wird natürlich auch direkt am PC-Bildschirm angezeigt) sowie die Mikrofon-Taste die eine schöne Rasten-Funktion hat und auch farblich orange gekennzeichnet ist, wenn das Mikrofon ausgeschaltet ist. Mit Ausnahme der Bluetooth-Taste sind alle Tasten sehr gut erreichbar und erfühlbar, ich bin damit im Alltag ausgesprochen zufrieden.
Klang
Von allen genannten und noch kommenden Punkten ist der Klang leider jener Punkt, den ich nur mit drei von fünf Punkten bewerte. Er ist nicht „schlecht“, bietet aber (für meine Ohren) deutlich Raum nach oben. Weshalb?
Positiv fällt auf, dass auch bei höheren Lautstärken keine Verzerrungen für meine Ohren feststellbar sind und der Klang eigentlich in allen Situationen generell gut ist. Aber hier kommt es dann natürlich extrem darauf an, womit man den Klang aus den G522 vergleicht. Vergleiche ich ihn mit den ähnlich bepreisten Teufel Cage Pro so ist auch der Klang ähnlich. Dennoch fehlt es auch dem G522 für meinen Geschmack an Luftigkeit und generellem Klangumfang. Höhen dürften brillianter sein, das Klangbild breiter und auch die Bässe sollten kräftiger ausfallen. Natürlich kann man auch beim G522 über den G-Hub (mehr dazu weiter unten) den Klang etwas an die eigenen Vorlieben anpassen, man darf hier aber (leider) nicht eine Qualität wie z.B. von einem Shure Aonic 50 gen2 Kopfhörer erwarten (welches wiederum kein Gaming-Kopfhörer ist).
Pro-Tipp: Ladet euch über den G-Hub „fremde“ Equalizer-Kurven herunter. z.B. „Evoyde’s G522 Harman Curve“. Ich war ersthaft begeistert, was diese Person klanglich aus dem G522 rausholt!
Wie gesagt, der Klang ist nicht schlecht, dennoch bietet er aber deutlich Raum nach oben und sollte halt schon „out of the box“ gut klingen. Ob das ein generell Problem ist, kommt natürlich extrem auf die Anwendungsfälle an. Für mich, der viel „open World“ Games spielt, z.B. bislang über 240h Crimson Dessert und immer wieder Aska und Enshrouded, ist der Klang in diesen Fällen weniger ein Problem. Auch für Spiele wie Little Nightmares 3 oder Pioneers of Pagonia ist das G522 Headset wunderbar geeignet. Aber wenn man dann ein audiophiles Meisterwerk wie Claire Obscur: Expedition 33 spielt, nun, ich habe die G522 da ausgeschaltet und wann immer möglich die Teufel Ultima 25 Aktiv schön laut aufgedreht.
Ich hätte mir gewünscht, dass klanglich Logitech das G522 Lightspeed Headset mehr zum Allrounder gemacht hätte, zu einem Kopfhörer den man gerne auch einfach zum Musikhören aufsetzt. Das ist er aber für mich leider nicht.
Raumklang?
Ja, auch hier ist Raumklang möglich. Ein wenig zumindest. Mit einem guten Heimkino und einigen physischen Lautsprechern und einem Subwoofer der ordentlich rumst (wie z.B. das Teufel Consono 25 System) kann man das natürlich absolut nicht vergleichen. ABER: Es ist durchaus ein klein wenig räumliche Ortung möglich. Was es dazu braucht ist eine gesondert zu installierende App namens „DTS Sound Unbound“, kostenlos im Windows Appstore erhältlich. Leider ist diese Funktionalität NICHT direkt in den G-Hub integriert, selbiger verweist lediglich auf die Downloadmöglichkeit. Auch muss der DTS Surroundsound über diese gesonderte App aktiviert werden und kann nicht über den G-Hub konfiguriert werden und die App ist auch mit das Schlechteste was ich seit langem gesehen habe. Wie das Ganze aber auf Konsolen aussieht, kann ich euch leider nicht sagen.
Die DTS App hilft dem G522 aber (zumindest für meine Ohren) durchaus auf die Sprünge, aber, wie immer: Das sollte man besser mit seinen Lieblingsspielen testen, sofern das möglich ist und insgesamt ist die Lösung mit externer (schlechter) App wirklich nicht schön.
Mikrofonqualität
Tatsächlich war das Erste, was ich hörte, als ich das G522 Headset als solches in Enshrouded im Einsatz hatte: „Wow, was hast du gemacht, du hörst dich unglaubklich klar an?“ Und auch separate Aufnahmen mit einer Audio App bestätigen dies – zumindest, solange man Kabel- oder Lightspeed Verbindung nutzt. Bei einer Verbindung über Bluetooth bleibt leider von der tollen Qualität wenig übrig – wer also denkt das wäre auch für’s Büro eine gute Alternative: Kann man verwenden, bringt aber keine Vorteile.
Die Mikrofonqualität des Logitech G522 Headsets ist jedenfalls für ein Gaming Headset überragend und liefert tatsächlich glasklaren Sound. Im G-Hub kann man zudem diverse Eckpunkte des Mikrofonklangs sowie Soundverbesserungen steuern, was ich so in diesem Sektor ebenfalls noch nicht gesehen habe. Hört selbst:
Verbindung über Lightspeed, Bluevoice mit eigenem einfachen Klangprofil
Verbindung über Lightspeed, Bluevoice mit Klaingprofil „Broadcaster 2“
Verbindung über Bluetooth
Zum Vergleich, ein Studiomikrofon ohne Bearbeitung
Für wen also diese Headset-Funktionalität im Vordergrund steht: Klare Kaufempfehlung.
Abgeschnittenes Audio?
Bei meiner Recherche zum Video tauchten auf Reddit Berichte zu abgeschnittenem Audio nach Stille auf. Wenn also jemand z.B. eine Sprechpause macht und dann wieder zu sprechen beginnt, wird/wurde bei einigen Nutzern der Anfang der Gesprächsfortsetzung abgeschnitten. Laut Logitech wurde das aber mit Firmware Updates behoben und auch ich selbst hatte noch nie im Chat dieses Phänomen, konnte es auch in einem stillen Raum nicht nachstellen.
Geräuschisolation?
Logitech wirbt mit einer Geräuschisolation durch den Schaumstoff der Ohrpolster. Ja, das klappt durchaus. Natürlich ist das nicht mit guten ANC Kopfhörern vergleichbar, es klappt aber definitiv leisere Umgebungsgeräussche gut auszublenden.
G-Hub Software
Wie bei allen Logitech G (für Gaming) Produkten erfolgt auch beim G522 Headset die Einrichtung über die G-Hub genannte Software. Die ist durchaus „OK“. Hier finden wir Equalizer, Lichtsteuerung, Mikrofoneinstellungen und den Ladezustand. Ich würde jedem Empfehlen, den G-Hub zu installieren da man sich sonst um viele Einstellmöglichkeiten bringt.
Mit ausname der DTS Software werden diese Profile auch direkt am G522 Headset gespeichert, man kann sie dann also quasi überall verwenden indem man den Lightspeed Dongle z.B. an einem anderen PC oder der Konsole ansteckt.
Akkulaufzeit
Eines Vorneweg: Ich habe hier nun keine Tabelle geführt und penibel aufgezeichnet, wieviele Stunden ich das Headset am Stück nutzte. Die Rahmenbedingungen sind aber: In meinem Fall ist immer die Beleuchtung „volle Kanone“ an und die Headset Lautstärke bei etwa 60%. Logitech gibt an, man schaffe mit mittlerer Lautstärke und ohne Beleuchtung etwa 90 Betriebsstunden und mit Beleuchtung etwa 40 Stunden. Das kann ich (hochgerechnet) auch so bestätigen. Ich komme da in der Regel so auf 30-40h Laufzeit was ich als vollkommen OK empfinde. Letztlich sind das bei mir, wenn’s eine lange Session Aska ist, dann immer noch „nur“ 4h pro Session, mit einer Ladung also 10 Spieltage Aska/Enshrouded/Starrupture (sucht euch was aus ;-)).
Tragekomfort
Grundsätzlich sind die Logitech G522 sehr angenehm zu tragen. Hier finden wir Stoff-Ohrpolster mit Schaumstoff im Inneren vor. Das Headset selbst ist mit knapp unter 300g auch angenehm leicht. Ich habe nun bislang nicht all zu viele Gaming Headsets getestet, aber im Vergleich zum Eksa E910 und den Teufel Cage Pro liegt das G522 im Mittelfeld. Es ist insgesamt sehr angenehm zu tragen, das Cage Pro war aber noch angenehmer obwohl es 60g mehr auf die Waage bringt. Weshalb? Einerseits ist das Cage Pro am Kopf weich gepolstert während das G522 nur ein Kopfband aufweist das zudem nur in wenigen Schritten (zwei Rasten pro Seite) eingestellt werden kann, andererseits sind die Ohrpolster des Cage Pro eine Spur geräumiger und die Pölster des Cage Pro eine Spur durchlässiger für Hitze der Ohren (so seltsam sich das anhört, speziell, wenn man bedenkt, dass das Cage Pro außen auf den Pölstern Kunstleder einsetzt). Das günstige Eksa E910 von annodazumal kann sich mit diesen beiden (deutlich teureren) Headsets nicht messen.
Zwar bietet Logitech selbst keine Ersatz-Ohrpolster an, man kann solche aber von Drittanbietern für relativ kleines Geld nachkaufen: https://amzn.to/4dgvoGH *

Insgesamt ist der Tragekomfort für mich gut, die Ohren könnten aber etwas kühler bleiben und der Raum innerhalb der Pölster könnte auch noch etwas größer sein.
Pro und Contra
+ Akkulaufzeit
+ hervorragende Mikrofonqualität
+ Design
+ G-Hub Steuermöglichkeiten
+ Lightspeed Technologie
+ Kabelverbindung ebenfalls möglich
– Raumklang
– Klang im allgemeinen nur „gut“
Fazit zum Logitech G522 Headset
Die Frage aller Fragen ist hier: Würde ich es nochmals kaufen? Yep. Warum? Weil es ganz gut klingt (nicht überragend aber in der Regel zum Zocken mit Freunden ausreichend) und zudem speziell für Multiplayer ein ausgesprochen gutes Mikrofon aufweist und der Akku sehr lange durchhält. Was sollte bei einem Nachfolger besser sein? Für mich persönlich der Klang & mehr Raumklang ohne Zusatzsoftware. Für die meisten Spiele reicht es mir definitiv aus und, wie gesagt, der Klang ist ja gut. Aber ich würde mir hier ein Headset wünschen, mit dem ich auch gerne Musik höre, einfach weil’s so gut klingt.
Aber long story short: Der Preis des Logitech G522 Lightspeed Headsets ist fair, für etwa 100€ kann man bedenkenlos zugreifen, die 120€ die Logitech ausruft empfinde ich schon als etwas zu teuer. Das G522 hat ein hervorragendes Mikrofon, ist angenehm zu tragen, mit RGB Beleuchtung und sehr guter Akkulaufzeit bei solidem aber nicht überragendem Klang. Wenn sich das gut anhört, zuschlagen!
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