Ihr wißt es ja. Ich = Kaffeejunkie und Kaffeefan.
So. Dann wißt ihr ja, daß ich privat das Nespressosystem verwende. Anfangs aus Faulheit, nun weil’s lecker ist und mir viel besser schmeckt als all das, was auch moderne Vollautomaten produzieren. So gesehen ist die Messlatte also für einen Test des noch recht jungen „Cremesso“ Systems recht hoch gelegt. Schauen wir uns dann also mal verhältnismässig unbelastet die kleine Cremesso Automatic Maschine in peppigem „rusty red“ sowie vier der fünf Kaffeesorten und die zwei am 1. Mai auf den Markt kommenden Teesorten an. Mehr im nun folgenden Testbericht!

Was ist Cremesso?

Cremesso ist ein Kaffeekapselsystem wie auch Nespresso es ist. Bei Cremesso werden aber Kunststoffkapseln verwendet. Ob das umweltfreundlicher ist, weiß ich nicht. Tendentiell und gesetzt den Fall, alle würden Nespressokapseln tatsächlich zum Recyclen zurückbringen, wäre vermutlich die Nespressokapsel aus Aluminium umweltfreundlicher und einfacher zu recyclen. Da leider aber viele die verbrauchten Kapseln im Hausmüll einfach entsorgen, besteht hier kein Vorteil irgendeines Systems.

Von Vorteil ist bei Cremesso definitiv die Robustheit der Kunststoffkapseln. Hier gibt’s keine Beulen oder Passungenauigkeit, wenn eine Kapsel auf den Fußboden fällt oder versehentlich in der Einkaufstüte gequetscht wird. Ein weiterer Vorteil, der größte vermutlich, ist der Fakt, daß man Cremesso Kapseln einfach in den meisten größeren Supermärkten (z.B. Euro- und Interspar hier in Österreich) erwerben kann. Preislich bewegen wir uns bei 28cent pro Kapsel, was ebenfalls leicht unter dem Preis der Konkurrenz liegt.

Der Internetauftritt unter www.cremesso.at könnte noch ein wenig ausgebaut werden, ich persönlich finde hier nicht ganz so viel Informationen, wie ich mir wünschen würde. z.B. war von der Homepage aus nicht annähernd darauf zu schließen, daß die kleine Maschine so wertig und wunderschön ist, wie sie ist! Hier wird noch ein wenig Potential verschenkt.

Der Kaffee

Hier sulen wir uns jetzt mal so richtig in Subjektivität. Kaffeegeschmäcker sind grundsätzlich verschieden. Der eine bevorzugt leichte blumige Sorten, der andere herbe Sorten und der Dritte trinkt sowieso nur Entkoffeiniert. Cremesso bietet fünf Sorten an: Ristretto, Espresso, Crema, Leggero und Decaffeinato. Für mich als Liebhaber von starkem Kaffee ist damit „Leggero“ schon mal lasch. Manche Liebhaber leichter Kaffeesorten werden aber jubeln. „Crema“ und „Ristretto“ sind angenehm stark, auch Decaffeinato weist ein angenehmes Aroma auf. Wie gesagt, ich kann nur meine persönliche Erfahrung wiedergeben.

Verlgleiche ich die Sorten mit der Konkurrenz so hat Cremesso zwar nicht die unglaubliche Vielfalt eines Nespresso Sortiments, dennoch aber sehr hochwertigen, lecker schmeckenden Kaffee. Seien wir uns mal ehrlich: Kaum jemand hält die 16 Sorten der Konkurrenz auf Lager zu Hause und trinkt effektiv 16 unterschiedliche Sorten. Meist bleibt man bei 2-4 Geschmacksrichtungen hängen die einem besser schmecken, als eben der Rest. Auf der „Genußskala“ von 1-10 (wobei 10 die Bestwertung ist) erreicht Cremesso bei mir 6-7 (die Konkurrenz 8-9). Aber nochmal: Das ist nur mein persönlicher Geschmack. Filterkaffee rangiert bei 0, Saeco-Vollautomaten mit Dallmayr Prodomo bei etwa 3-4, die Jura wird’s auf eine 5 bringen. Subjektiv, versteht sich.

Die Tees

Ab Anfang Mai wird’s von Cremesso auch Tee geben. Kräuter- und Früchtetee. Ich durfte beide Varietäten bereits testen. Während der Kräutertee leider für mich nichts mit einem frischen Kräutertee von z.B. Demmer zu tun hat, kommt der Früchtetee schon mal nahe an Milford & Co. ran.  Geschmackserlebnisse darf man sich aber nicht erwarten, schließlich muß Tee normalerweise angemessen lange ziehen gelassen werden und nicht durch eine Kapsel gepresst werden. Für ein Heißgetränk zwischendurch reicht es aber allemal und bietet eine willkommene Abwechslung. Ich empfehle aber, falls vor dem Tee Kaffee bezogen wurde, die Maschine ohne Kapsel ein wenig durchzuspülen um keine geschmacklichen Verirrungen zu erleben.

Die Maschine

Uns wurde freundlicherweise eine „Cremesso Automatic“ in der Farbe „Rusty red“ zur Verfügung gestellt. Tja und was soll ich sagen. Optisch und vom Geräuschpegel her ist das kleine Maschinchen für deutlich unter 200€ der teuren Lattissima weit überlegen. Die Maschine ist einfach wunderschön und wirkt optisch enorm wertig. Natürlich, wer näher hinsieht, erkennt, es handelt sich um Kunststoff pur, aber für gewöhnlich sehe ich die Maschine ja an und bereite Kaffee zu und befummle sie nicht rundum 😉



Sehr durchdacht: Die Auffangschale (leider sehr klein, was Flüssigkeit von oben betrifft). Dafür ist der Auffangbehälter für verbrauchte Kapseln angenehm groß und gelocht, sodaß kein Wasser darin stehenbleiben kann. Das ist fein.

Daß der Tank an der Rückseite der Maschine ist, ist verständlich, aber unpraktisch. Gerade wenn die Maschine in einen Schrank soll, ist das unpraktisch. Der Tank wirkt recht klein, ist aber beim genaueren hinsehen nicht viel kleiner als der der Lattissima von DeLonghi.

Am meisten überrascht hat mich das unglaublich leise Betriebsgeräusch und der vorbildliche Stromsparmodus. Nach etwa einer Minute schaltet die Maschine nach der Kaffeezubereitung in den Standbymodus in dem sie lediglich 0,3W verbraucht. Innerhalb von ca. 30 Sekunden ist sie beim Einlegen einer Kapsel dann wieder betriebsbereit. Das ist angenehm schnell. Wenn ich da an die Lattissima denke, deren stromsparendste Einstellung „30min“ ist und bei der dann auch noch permanent im eingeschalteten Zustand die unnötige Heizplatte aktiviert ist…

Rätsel gibt die Maschine nicht auf. Auspacken, anstecken, Wasser rein, Tasse drunter, System füllen (sprich: leer einen Kaffee beziehen, damit das System sich mit Wasser füllt). Hebel auf, Kapsel rein, Hebel zu, Taste für große oder kleine Tasse drücken. Die Wassermenge, die die Maschine beim Druck auf eine der Tasten ausgibt, kann natürlich eingestellt werden. Sogar für beide Tassen gleich viel, nämlich bis zu 220ml – das ist relativ viel und eigentlich kaum für die Kaffeezubereitung zu empfehlen – außer man mag’s „wässrig“.

Wie schon erwähnt ist das Design äußerst schick. Klare Linien, abgerundete Kanten und eine optisch unglaublich wertige Verarbeitung. Volle Punktezahl, die haben ihre Hausaufgaben gemacht. Einziger Wermutstropfen für mich: Tropftasse und Zubehör sind nicht Geschirrspüler-geeignet.

Pro & Contra

+ Robuste Kapseln

+ Im supermarkt erhältlich

+ Es kann auch Tee zubereitet werden

– Geringere Vielfalt als bei Konkurrenz mit N.

– Geringere Maschinenauswahl

Fazit

Ich war SEHR skeptisch. Ich war skeptisch, ob die Maschinen angemessene Qualität bieten, ob das Design tatsächlich der edel anmutenden Homepage gerecht werden würde. Und  nicht  zuletzt war ich skeptisch, ob die Qualität des Kaffees stimmen würde. Nun? Sehr gut. Die Maschinen sind zwar aus Kunststoff, wirken aber ausreichend robust und sehen absolut toll aus. Wichtige Teile wie der Hebel z.B. sind aus Metall gefertigt. Zudem ist die getestete „Automatic“ äußerst leise im Betrieb! Der Kaffee schmeckt mir persönlich sehr gut, wenngleich ich die Abwechslung noch etwas vermisse und die Qualität (für mich) einen Tick unter der Konkurrenz mit N. liegt. Aber nur knapp. Der Fakt, die Cremesso-Kapseln in vielen größeren Supermärkten kaufen zu können, ist definitiv ein sehr sehr großer Vorteil! Meines Erachtens spricht absolut nichts gegen Cremesso, auch Kaffeeliebhaber werden mit dem Sytsem und den Maschinen vielfach sehr zufrieden sein.

Ich hoffe, daß das Kapselsortiment zukünftig noch weiter ausgebaut wird (ein Vöglein meinte, das käme auch mit dem 1. Mai) und daß es vielleicht bald auch Maschinen mit automatischer Milchaufschäumung geben wird.

Gewinnspiel

Mit MacManiacs und Cremesso kannst du diesmal auch gewinnen! Schreibe uns in die Kommentare zu diesem Artikel, welchen Kaffee du bisher trinkst und warum bzw. ob du gerne wechseln würdest! Unter allen Kommentatoren verlosen wir insgesamt drei Cremesso Automatic Maschinen. Die Farbe der Maschine kannst du natürlich frei wählen. Damit wir dich, falls du gewinnst, auch benachrichtigen können, mußt du natürlich eine gültige eMail Adresse, die du auch regelmäßig abrufst, angeben. Der Rechtsweg ist, wie immer, ausgeschlossen, Teilnahme auf Österreich beschränkt! Das Gewinnspiel läuft bis zum 10. Mai 2011, 12:00 Mittags.