Fünfzehn Jahre war unser alter Siemens Geschirrspüler am Werk. Diverse Reparaturen meinerseits (mit Originalersatzteilen) hatten ihn bis zu diesem Alter begleitet. Nachdem er dann aber Juni 2026 das zweite Mal die Küche flutete und der FI-Schalter zusätzlich flog und ohnehin die Körbe stark verrostet waren, musste Ersatz her. Und so wurde es nun kein Siemens mehr sondern der Miele G7197 SCVi XXL. Nun soll Miele mal die „Verlässlichkeit für viele Jahre“ beweisen.
Videoreview
Verpackung, Lieferumfang, Installation
Wie bei Großgeräten üblich kommt auch der G7197 auf einer Palette, solide verpackt und aufgeräumt. Im Innenraum befindet sich ein Beutel mit Anleitung, eine Powerdisk mit Geschirrspülmittel sowie ein Gutschein für sechs weitere Powerdisks und ein paar Montageteile. Wir hatten die Installation dem Miele Center Neuwirth im 22. Bezirk Wiens überlassen, nachdem ohnehin der alte Spüler abtransportiert werden musste.
Die SCVi XXL ist die Vollintegrierbare Variante des Geschirrspülers, also komplett von der Küchenfront verdeckt mit obenliegender Bedienleiste. Das XXL Steht für einen vergrößerten Innenraum und eine Gerätehöhe von 84,5cm.
Bei den Produktnummern mit der 7 also G7xxx befinden wir uns schon im noch hochpreisigeren Preissegment von Miele, 1400EUR wurden von meiner Kreditkarte für das Gerät abgebucht.
Die Installation durch das Miele Center Neuwirth war super pünktlich, freundlich, schnell und beinhaltete auch die Einstellung (Reinigermenge reduziert, zusätzlicher Zwischenspülgang), Befüllung mit Salz und Klarspüler sowie eine kurze Einweisung. Das hätte ich zwar alles auch selbst gekonnt, aber trotzdem fein, dass es noch Service da draußen gibt. Das war freilich nicht in den 1400EUR inklusive ;-).
Inbetriebnahme des Miele G7197
Hierzu gibt es eigentlich kaum etwas zu sagen. Installiert man selbst, so befüllt man eben den Salzbehälter im Boden der Maschine, den Klarspülbehälter in der Tür und legt die Powerdisk ein. Der Deckel ist groß und robust, wie bei Miele gewohnt sind alle Hebelchen, die man als Kunde betätigen kann und soll in freundlichem Orange gehalten.
Die PowerDisk & AutoDOS
Die Powerdisk mit ihren 400g Geschirrspülpulver zu je ca. 10EUR kann nicht falsch eingesetzt werden, rastet sicher ein und bietet genug Reiniger für einen ganzen Monat (wenn der Geschirrspüler einmal täglich läuft). Positiv ist zu erwähnen: Obwohl die Powerdisk natürlich nochmal mehr Kunststoffmüll produziert ist sie zu 100% aus recyceltem Material hergestellt.
Natürlich kann der G7197 SCVi auch ohne die Powerdisk betrieben werden, dann aber fällt man um die Fernstartmöglichkeit um und hat natürlich auch keine situationsbedingte automatische Reiniger Dosierung. Selbst dosiert man aus eigener Erfahrung entweder immer gleich und tendenziell zu viel und Tabs sind in der Regel auch überdosiert für nur mittel verschmutztes Geschirr.
Das ändert natürlich nichts am absoluten Premiumpreis der Powerdisk – 10EUR pro Einzeldisk oder 8,45EUR wenn man gleich 12 Disks holt. Da sind wir aber trotzdem dann bei 21,15EUR pro Kilogramm Reiniger, das Finish Classic Pulver schlägt bei Amazon mit 3-5EUR pro Kilogramm zu Buche… für den premium Preis muss das Zeug aber verdammt gut sein, dachte ich mir…
Powerdisk Nachfüllen?
Kann man, dann erlischt aber die Garantie laut Bedienungsanleitung. Es gibt 3D Modelle die man sich drucken kann um die Kunststofffolie der Powerdisk abzuziehen und gegen eine gedruckte Abdeckung zu ersetzen. Ja, dass die Garantie auf das Gerät erlischt nur weil jemand eine Powerdisk auffüllt ist etwas lächerlich, aber so steht’s nun mal in der Anleitung.
Wie lange reicht nun eine Powerdisk?
In meinem Fall läuft der Geschirrspüler im Schnitt täglich. Ich komme mit der Powerdisk und der Einstellung „reduzierte Reinigermenge“ auf etwas mehr als einen Monat also ca. 35 Reinigungsvorgänge. Wie lange man auskommt hängt aber stark von der Verschmutzung des Geschirrs ab.
Innenraum & Korbgestaltung
Der G7197 SCVi ist mit „Extra Komfort“ Körben ausgestattet. Gibt man noch mehr Geld bei Miele aus gibt’s noch ein paar Kunststoff-Ablagen extra, speziell im Unterkorb, das nennt sich dann „Maxi Komfort“. Notwendig ist das meiner Meinung aber nicht.
Die „Extra Komfort“ Körbe haben sich nun nach mehr als drei Monaten täglicher Nutzung mehr als bewährt und als extrem schlau und durchdacht entpuppt, obwohl der Ersteindruck war „ähm, da passt ja viel weniger rein als in den Siemens“. Einerseits ist es nicht „viel“ weniger, andererseits bedingt die schlaue Konstruktion, dass Geschirr tendenziell besser vom Nutzer eingeräumt wird und dadurch sauberer wird.
Die Spikes und sonstigen Halter im Unterkorb sind extrem gut durchdacht – auch große Platten oder längliche Teller finden spielen Platz. Ein kleiner Clip rechts hilft beim Anlehnen von Pfannen – braucht man selten ist aber praktisch und die Flaschen und Glasaufnahme ist insgesamt super praktisch. Weingläser oder Sodastream Flaschen finden tatsächlich sicher Platz und werden perfekt sauber.
Einzig sehr große Töpfe im Unterkorb passen beim Miele G7197 dann doch etwas schlechter als in den Siemens, das liegt hauptsächlich an der recht dicken Umrandung des Unterkorbs. Es ist schwer zu beschreiben.
Die Tassenauflage im Oberkorb ist durchaus praktisch, sofern man Geschirr hat, das darunter passt, und die Miele Besteckschublade ist so viel flexibler als es jene im alten Siemens Spüler war. Besteck sitzt sicherer, große Messer ebenfalls und im Fall kann die Besteckschublade Platz für Weingläser im Oberkorb schaffen oder für größeres „Werkzeug“ wie Schöpfkellen oder sperriges Besteck auch auf einer Seite abgesenkt werden.
Noch ein Punkt zur Besteckschublade: Miele verwendet hier ganz oben einen dritten Sprüharm der tatsächlich für deutlich saubereres Besteck als der einfache Sprüher im alten Siemens Gerät sorgt.
Ansonsten bietet der Innenraum dann nur noch zwei nennenswerte Punkte. In der Tür sitzt natürlich sehr prominent die Automatische Reinigerdosierung, wie schon angesprochen, und das Sieb mit dem unteren Sprüharm ist aber auch super praktisch und schlau gelöst. Man dreht den Mechanismus einfach auf und entnimmt Sprüharm und Sieb, beides kann recht ekelfrei in der Spüle gesäubert werden. Und weil das so einfach geht macht man’s automatisch öfter als bei komplizierteren Mechanismen. Ich bin sehr happy mit dem Ganzen.
Verarbeitungsqualität
Nun, natürlich sagt eine gute äußere Qualität nichts über die tatsächliche Haltbarkeit oder Produktqualität aus, aber sei’s drum. Der Miele G7197 macht hier einen guten Eindruck. Nichts wackelt oder klappert, die Körbe sind extrem leichtgängig, die Tür ebenfalls. Man hat nie das Gefühl bei der Tür gegen die Feder arbeiten zu müssen, ist federleicht und bleibt in jeder Öffnungsposition stehen. Klar, eine Einstellungssache, aber beim Siemens Gerät war die Tür deutlich schwergängiger.
Display und Tasten machen allesamt ebenfalls einen hochwertigen Eindruck, ebenso die Körbe und Korbgestaltung. Es gibt hier absolut nichts auszusetzen.
In manchen Foren berichten Nutzer dass die G7 Serie gegenüber der G6 Serie weniger massiv ausgeführt sei, Mängel konnte ich aber ohne direkten Vergleich keine Feststellen.
Bedienung am Gerät
Auch hinsichtlich der Bedienung täuscht der erste Blick (so viele Knöpfe). Das Konzept ist, dass man das Gerät mit der linken Taste einschaltet und dann entweder direkt schließt, was das Eco Programm startet; möchte man ein anderes Programm, so kann man mit der Pfeiltaste die Programme Eco > Auto > Comfort Wash > Powerwash > Intensiv durchschalten. Der letzte Punkt lautet „weitere Programme“, hier kann man dann im Display mit den Pfeiltasten noch „Comfort Wash+“, „Extra Leise“ und „Fein“ sowie das Maschinenpflege Programm und „Salz ausspülen“ wählen.
Im rechten Bereich der Bedienblende finden wir schließlich noch einen Knopf für „Extras“ wie „Quick“, „Bottle Clean“, „Intense Zone“ sowie „Extra Sauber“ und „Extra Trocken“.
All diese Extras steuern im Prinzip Pumpe und Heizung unterschiedlich an und verschieben die Zeiten der Programmphasen. Die Schnell-Option erhöht z.B. die Temperatur um schneller zum selben Ergebnis zu kommen, während die „Intense Zone“ meines Wissens nach den Sprüharm im Unterkorb dauerhaft ansteuert, während er sonst abwechselnd mit oberen Sprüharm läuft.
Während all diese Optionen legitim sind war bei mir der Bedarf danach eher gering bislang. Ich hätte noch keinen Anwendungsfall gehabt, in dem ich „Extra Sauber“ benötigt hätte, dito was „Extra Trocken“ angeht. Drei Tropfen auf der Tupperware nach dem Auto-Programm sind schnell weggewischt, dazu muss ich nicht extra Energie im Klarspülgang verschwenden.
Für Auto-Dos über die Powerdisk und die Timer Funktion gibt es ebenfalls eine separate Taste.
Das Display selbst zeigt das gewählte Programm sowie die Energie und Wasserverbrauchsprognose an und bietet Zugriff auf Geräteeinstellungen wie z.B. auch die App-Verbindung zur Miele App.
Insgesamt ist die Bedienung tatsächlich sehr praktisch und ich empfinde die physischen Tasten hier besser als die Touch-Felder der teureren bzw. neueren Geräte. Einzig die LEDs der Tasten sind viel zu hell, selbst bei Tageslicht kann man kaum den Text daneben lesen.
Was besser sein könnte ist die Zeit bis das Gerät nach dem Einschalten Tasteneingaben erlaubt. Das dauert für meinen Geschmack zu lange, ich würde gerne direkt Einschalten > Pfeil rechts zur Auswahl Auto-Programm wählen anstatt ein paar Sekunden zu warten. Außerdem fände ich es eigentlich noch viel praktischer, wenn der Geschirrspüler, zumindest per Einstelloption, sich das zuletzt gewählte Programm merken würde.
Was bei einem Gerät in dieser Preisklasse etwas „einfach“ gelöst ist: die Betriebszustandsanzeige. Miele liefert ein kleines Kunststoffplättchen mit, das man unter die Arbeitsplatte klebt. Es wird von einer sehr hellen roten LED angeleuchtet und zeigt so direkt im Spalt zwischen Geschirrspülertür und Arbeitsplatte rot leuchtend an, ob die Maschine gerade läuft, oder aus ist. Das empfinde ich deutlich besser als Projektionen auf den Küchenboden, irgendwie fände ich aber die Farbe blau für laufend und rot für Fehler einfacher verständlich als nur rot . Aber das ist vermutlich Geschmacksache. Generell aber ist man so jederzeit über den Ein/Aus Status des Geräts im Bilde. Eine Spur mehr „premium feeling“ könnte sich Miele hier aber durchaus überlegen.
Miele App
Tatsächlich ist das Einzige, was ich der Miele App ankreiden kann, das dunkle und fade Design. Das ist bei der Home Connect App von Siemens viel viel hübscher, auch, wenn die Steuerung bei der Siemens App in manchen Belangen mühsamer zu bedienen ist, für meinen Geschmack jedenfalls. Ansonsten funktionierte die Miele App wunderbar. Ich musste mich nie erneut einloggen, der Status vom Geschirrspüler wird stets korrekt angezeigt und die Auswahl von Programmen und Optionen funktioniert zuverlässig. Dank Autodos kann ich das Gerät jederzeit laufen lassen und die „Statistik“ Funktion bietet eine schöne Visualisierung von Strom- und Wasserverbrauch, auch im Vergleich zu Vorwoche, Monat oder dem vergangenen Jahr.
Monatlich bietet die App zudem einen Verbrauchsbericht der den eigenen Verbrauch mit anderen Geschirrspülerbesitzern von Miele vergleicht und so spielerisch zum Verwenden des Eco-Programms einlädt. Finde ich grundsätzlich gut, solange man nicht dadurch das Eco Programm für ungeeignet stark verschmutztes Geschirr einsetzt.
Auch Benachrichtigungen beim fertigen Programm (oder etwaigen Fehlern) erhält man sofort in der App. „Ihr Geschirr ist für Sie bereit“ ist ein witziger Touch anstatt „Das Programm ist fertig“.
Interessant: Die App bietet an Zusatzoptionen lediglich „extrasauber“, „extratrocken“ und „intense Zone“, nicht aber „schnell“; damit kann z.b. Quick Powerwash nicht aus der App heraus gestartet werden, warum auch immer.
Was ich mir wünschen würde: Ein heller Modus und eine „Teilen“ Möglichkeit – weshalb muss ich Familienmitglieder die App installieren lassen und mich mit meinem Account einloggen, um die Steuerung der Miele Geräte zu ermöglichen? Den Zugang sollte man als Besitzer einfach teilen können.
Die Programme des Miele G7197
Insgesamt schein Miele sehr genau zu wissen, wie die Kundschaft Programme nutzt. Entsprechend findet man jene, die tatsächlich Sinn machen, prominent und schnell erreichbar. Wobei ich persönlich mehr Sinn im Programm „Fein“ direkt auf der Bedienblende gesehen hätte, als im recht sinnlosen Programm „Comfort Wash“.
In meinem Alltag habe ich fast ausschließlich Eco, Auto oder Powerwash verwendet. Zum Test dann noch Quick-Powerwash und Intensiv. Unterm Strich kam das Geschirr stets perfekt aus dem G7197. Einzig das Quick Powerwash Programm mit nur 1h Laufzeit hätte mehr Trockenzeit bedurft.
Meine Empfehlung:
- Eco wenn Zeit keine Rolle spielt und über 3h Laufzeit OK sind bei normal verschmutztem Geschirr (0,5kWh / 8l Wasser)
- Auto wenn zwischen 2 und 3h Reinigungsdauer für perfekte Sauberkeit OK sind, darf auch schmutziger sein (0,6-1,2kWh / 8-15l Wasser)
- Powerwash wenn’s in 1,5h Sauber werden soll (ca. 1kWh / 12l Wasser)
Eco
Das Eco-Programm ist das sparsamste, das dieser Geschirrspüler zu bieten hat. Dafür benötigt der Geschirrspüler fast 3,5h. Wenn der Strom generell grad teurer ist und es egal ist, wann und wie lange die Maschine läuft: Eco.
Im Eco-Programm sehen wir immer den gleiche Programmablauf und die selbe Programmdauer. Besonders: Die sehr lange Trocknungszeit durch die sehr niedrige Klarspültemperatur, daher höherer Verbrauch von Klarspüler.
Auto 45-60°C
Ich verwende hauptsächlich das Auto Programm. Die Laufzeit ist moderater und Spül und Klarspültemperatur ist hygienischer und höher als im Eco Programm. Auch gibt es hier automatisches Vorspülen und Auto verbraucht durch höhere Klarspültemperatur weniger Klarspüler als Eco.
Das Automatikprogramm wird vom Geschirrpüler immer dynamisch angepasst. Im Bild oben:
1,03kWh | 18:20-20:45 = 2h 25min | 13l Wasser | 4% Powerdisk | 4% Klarspüler
0,98kWh | 1:00-3:51 = 2h 51min | 10l Wasser | 3% Powerdisk | 4% Klarspüler
Generell erfolgt im Automatik-Programm immer eine Vorreinigung; sollte es hier zu starken Verschmutzungen kommen, wird das Wasser auch hier erhitzt, sollte es nur normal verschmutzt sein, wird erst in der Hauptreinigung das Wasser erhitzt.
Comfort Wash 45°C
Für mich ist das Programm nutzlos. Während die Reinigungstemperatur eher niedrig ist wird dennoch mit 50-70°C Klargespült. Das schont eventuell ein wenig das Geschirr aber wirklichen Vorteil zum Autoprogramm (speziell da die Laufzeit ähnlich ist) kann ich nicht erkennen.
Powerwash 60°C
Powerwash ist mit 1,5h Laufzeit tatsächlich perfekt für zwischendurch wenn man mal einen „Kochtag“ einlegt und die Maschine einfach mehrfach laufen muss. Anders als mit der Option „Quick“ klappt’s hier mit dem Trocknen wunderbar, nach eineinhalb Stunden ist das Geschirr sauber und trocken.
1kWh | 1h 36min | 12l Wasser | 3% Powerdisk | 3% Klarspüler
Das Powerwash Programm erreicht die schnellere Reinigung durch deutlich höhere Reinigungstemperatur von fix 60°C, ersichtlich in der langen Heizphase, heizt aber in der Spülphase das Wasser kaum.
QuickPowerwash
Eigentlich ist ja Quick Powerwash kein Programm sondern das Powerwash Programm mit ausgewählter Option „Schnell“. Damit wird das Geschirr zwar binnen 1h sauber, allerdings war meier Erfahrung nach die Zeit, die das Geschirr zum Trocknen benötigt schon sehr knapp. Haltet also beim Ausräumen ein Geschirrtuch parat 😉
1,14kWh | 1h 11min | 13l Wasser | 3% Powerdisk | 3% Klarspüler
Im QuickPowerwash Programm wird das Wasser auch im Spülgang nochmals deutlich erwärmt, Reinigung & Trocknung fallen aber kürzer aus.
Intensiv 75°C
Hierzu ist nicht viel zu sagen, es wird deutlich mehr Wasser und Strom verbraucht, eingebrannte Pfannen oder Töpfe werden aber eher sauber als mit den anderen Programmen. Den wirklichen Hardcore-Test habe ich aber nicht provoziert, sorry, ich lasse nicht absichtlich Lebensmittel für eine Review anbrennen 😉
Comfort Wash 55°C
Hier gilt das Selbe wie für Comfort Wash 45°C. Da kann ich gleich das Auto Programm nehmen und gut ist.
Fein 45°C
Wenn mal die verstaubten Gläser aus dem Regal wieder hübsch sein sollen bietet sich dieses Programm an, durch doppeltes Zwischenspülen werden die Gläser weniger Temperaturschocks unterzogen und generell sind ja für Gläser kaum so hohe Temperaturen wie für Pfannen notwendig. Insgesamt also ein sehr schonendes Programm.
Extra Leise
Hierfür habe und hatte ich keinen Bedarf da der Geschirrspüler generell recht leise ist. Dafür braucht es dann auch satte 4h Zeit. Bedenken muss man außerdem, dass die lautesten Geräusche beim Pumpen und im Siphon entstehen, und da kann auch das Extraleise-Programm dann nicht zaubern.
Reinigungs- und Trocknungsergebnis
Generell kann ich dem Miele G7197SCVi XXL hier perfekte Ergebnisse attestieren, das hatte ich so gut tatsächlich nicht erwartet. Vielleicht war ich aber auch nur zu lange schon das alte Gerät gewohnt.
Reinigung
Tatsächlich reinigt das Gerät in allen Programmen hervorragend. Weder bei Eco noch bei Powerwash oder Auto hatte ich auch nur ein Stück Geschirr, das nicht sauber geworden wäre. Klar, ein hartnäckiges Petersilienblättchen kann mal festpappen aber ansonsten immer alles perfekt sauber. Das in der Powerdisk verwendete Geschirrspülmittel von Miele dürfte tatsächlich sehr gut sein.
Freilich sollte man die App oder die Anleitung zur Wahl des richtigen Programmes konsultieren. Ein Eco Programm verträgt sich nur bedingt mit der extrem eingebrannten Edelstahlpfanne z.B.
Trocknen
Die Konkurrenz von z.B. Bosch oder Siemens suggeriert ja, man könne ein perfektes Trocknungsergebnis und sparsamen Verbrauch nur durch das verbaute Zeolith-Mineral erreichen. Dem Zeolith wiederum wird übrigens von manchen Menschen ein eigenwilliger Eigengeruch bescheinigt.
Nun, Miele geht hier den klassischen Weg. Nach dem heißen Klarspülen schaltet der Geschirrspüler ein sehr leises Gebläse ein, das die Trocknung begünstigen soll und so feuchte Luft aus dem Spülraum drücken soll. Als letzte Programmphase wird die Tür automatisch einen Spalt geöffnet, ist man zufällig in der Nähe so spürt man deutlich feuchtwarme Luft entweichen.
Öffnet man die Tür dann nach dem „offiziellen“ Programmende so ist das Geschirr tatsächlich sehr trocken. Natürlich hat Kunststoff tendenziell noch eher ein paar Tropfen als Keramik oder Glas, aber insgesamt funktioniert das Konzept aus Gebläse und Türöffnung tatsächlich sehr gut. Interessant: Im Auto oder Powerwasch Programm öffnet die Tür 10-20min vor offiziellem Programmende, im ECO Programm steht die Tür dann 1h 40min offen bis der Spüler offiziell das Programm für beendet erachtet.

Ist Zeolith nun aber der „Messias“ der Geschirrtrocknung? Nein. Es hat aber, speziell in „Eco“ Programmen, einen kleinen aber vorhandenen Vorteil, um speziell Kunststoffgeschirr trockener aus dem Geschirrspüler holen zu können.
Betriebslautstärke
Miele wirbt mit „43dBA“ Lautstärke. Das sagt halt genau nix aus für uns normale Nutzer im Alltag, in dem solch Maschine häufig in der offenen Wohnküche (wie bei mir) eingebaut ist und so effektiv Geräusche neben z.B. dem Abendessen oder dem Fernsehen verursacht. Außerdem nimmt jeder Mensch Geräusche unterschiedlich wahr, empfindet verschiedene Geräusche unterschiedlich nervig bzw. laut.
Was ich sagen kann: Der Miele G7197SCVi XXL ist ein sehr leiser Geschirrspüler. Sowohl das Geräusch während des Spülens als auch der Lüfter beim Trocknen sind ausgesprochen leise. Nicht unhörbar aber auch absolut nicht störend bei Gesprächen beim Abendessen oder auch Fernsehen am Sofa. Auch das Wasserzulauf fällt hier nicht negativ auf. Das „lauteste“ ist das Abpumpen, was allerdings zu großem Teil auch dem verbauten Siphon geschuldet ist.
Wartung
An Wartung war meinerseits nichts notwendig bei der bisherigen Laufzeit. Ich lasse grundsätzlich jeden Monat einmal das Maschinenpflege Programm mit dediziertem Maschinenpfleger laufen, das Sieb kontrolliere ich jede Woche mal. Grobe Speisereste werden ganz kurz mit kaltem Wasser vor dem Einräumen weggespült, so hatte ich bisher absolut perfekte Ergebnisse.
Auch sollte an natürlich alle drei Sprüharme gelegentlich auf Verstopfungen kontrollieren, ich muss aber sagen, dass der Miele Geschirrspüler grundsätzlich jeweils direkt vor dem monatlichen Pflegeprogramm deutlich weniger schmutzig wirkt als es der Siemens tat.
Was auch erwähnt werden sollte, da auf der Powerdisk von „Salz und Klarspüler“ die Rede ist: man muss dennoch sowohl Salz als auch Klarspüler einfüllen. Die dosierten Mengen ändern sich dann natürlich je nach eingestellter Wasserhärte. Von „Kombiprodukten“ halte ich generell nichts, da so nie alles perfekt dosiert werden kann.
HomeAssistant
Miele Geräte sind perfekt in Homeassistant integriert. Das ist freilich kein Alleinstellungsmerkmal, das können Siemens HomeConnect Spüler auch, dennoch ist es sehr löblich fast alle Sensordaten des G7197 via Homeassistant auslesen zu können.
Das Negative
Also ganz ehrlich, bislang kann ich nichts Negatives berichten! Das Ding spült perfekt, trocknet das Geschirr ausgesprochen gut, ist leise und Auto DOS funktioniert so wunderbar, dass ich aktuell wohl, trotz des exorbitanten Preises, dabei bleiben werde. Die LEDs der Bedienblende könnten etwas weniger stark leuchten, aber sonst… nix.
Einzig der gewohnt hohe Miele Preis ist so eine Sache. Das Gerät ist deutlich teurer als z.B. ein ähnlich ausgestatteter Spüler von Siemens.
Preisfrage
Worauf verzichtet man bei Miele Geschirrspülern, wenn man 500EUR weniger bezahlt?
https://geizhals.at/?cmp=3757972&cmp=3103550&active=1
Wenn man den 7197 mit dem günstigsten XXL Vollintegrierbaren Spüler bis 1000EUR vergleicht, verzichtet man auf folgendes:
- Extraleises Programm
- Maschinenpflege Programm
- AutoDos
- Automatische Türöffnung
- Besteckschublade
- Fernsteuerung via App
- Gerät ist Lauter
- Korbausstattung ist deutlich einfacher
Für mich persönlich waren dies alles Punkte, mich explizit für den 7197 und gegen ein günstigeres Modell von Miele zu entscheiden. Offen bleibt natürlich, ob das teurere Gerät tendenziell auch etwas solidere Bauteile im Inneren aufweist, oder nicht. Neuere Modelle opfern außerdem zugunsten eines noch besseren Energielabels Spülzeit und brauchen noch länger, speziell im ECO Programm.
Lohnt es sich, noch mal 500EUR draufzulegen bei Miele?
https://geizhals.at/?cmp=3103550&cmp=3383489&active=1
Betrachten wir den 7197 nun im Vergleich mit dem neueren 7678 so zeigt sich ein klares Bild. Nochmal fast 500EUR draufpacken loht sich kaum. Wir erhalten:
- Schwarze statt Edelstahl Bedienblende (die man nie sieht wenn die Maschine geschlossen ist)
- Touch statt Tasten (IMHO kein Fortschritt, aber einfacher zu reinigen und direkte Programmwahl)
- Zusätzliches “Hygiene” und “SolarSpar” Programm (man kann auch den 7197 an Warmwasser anschließen)
- minimal leiser
- minimal sparsamer (durch verlängertes ECO Programm)
Wenn überhaupt dann wäre das Hygiene-Programm ein “Argument”, allerdings wird auch das Powerwash-Programm die notwendigen 60°C erreichen um Keime abzutöten. 500EUR mehr wert bei nochmal längerem ECO Programm, eher nicht so super, zumal ich mich mal aus dem Fenster lehne und behaupte, dass die wenigsten Nutzer die ganzen Zusatzfunktionen tatsächlich nutzen und das teurere Gerät nur ob des Designs oder „mehr teuer mehr gut“ kaufen dürften ;-).
FAZIT
Ich persönlich bin vollkommen zufrieden mit dem G7197SCVI. Zwar fassen die Körbe minimal weniger als jene vom alten Spüler, das wiederum führt aber zu besserem Einräumen und saubererem Geschirr. Wir reden da aber nicht von viele Gegenständen sondern eher von 1-3 Schüsselchen die der Siemens mehr aufnehmen konnte.
Der Miele G7197 SCVi XXL ist leise, sparsam, liefert top Ergebnisse, die App ist einfach zu bedienen und zuverlässig. Auto DOS ist eine Wohltat, die ich nicht mehr missen möchte. Ich würde mich also sofort wieder für dieses Gerät entscheiden.
Jetzt muss der Miele Spüler nur noch seine Haltbarkeit unter Beweis stellen. Ich werde hier Aktualisierungen veröffentlichen, sollte es diesbezüglich Neuigkeiten geben. Ich hoffe mal nicht 😉
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