Jetzt bin ich selbst etwas überrascht, denn seit meinem Testbericht zur Variante des Nuki Keypad 2 ohne NFC sind schon wieder drei Jahre vergangen. Funfact: Die Batterien musste ich im Nuki Keypad 2 noch nicht tauschen. Der österreichische Hersteller Nuki hat nun eine aktualisierte Variante des Keypad 2 herausgebracht, nämlich das Nuki Keypad 2 NFC. 20EUR extra muss man für die NFC Funktion bezahlen. Damit liegt der Preis für das neue Keypad nun bei (stand 4/2026) 179EUR. Eine Stange Geld für ein Zubehörprodukt zum Nuki Türschloss. NFC? Das steht für „Near Flield Communication“ also „Nahbereichskommunikation“ und ist eine Technik, die wir alle von z.B. Bezahlterminals oder vielleicht anderen Zugangslösungen kennen. Kompatibel ist das Nuki Keypad NFC übrigens mit allen Nuki Türschlössern ab der 2. Generation. Aber sehen wir uns nun mal genauer an, wie gut diese neue Version des Keypads in der Praxis so funktioniert.
Videoreview
Verpackung & Lieferumgang
Hier gibt es keine Überraschungen. Das Nuki Keypad 2 NFC kommt nach wie vor mit aufklebbarer Halteplatte sowie vier AAA Batterien. Die Halteplatte kann man auf Wunsch auch festschrauben, Löcher sind vorhanden. Nach wie vor aber bietet die Halteplatte keinerlei Diebstahlschutz, das Nuki Keypad 2 NFC könnte einfach von jeder Person abgenommen werden. Die Halteplatte ist übrigens die Selbe wie bei der Variante ohne NFC, steigt man hier um kann die Platte erfreulicherweise an Ort und Stelle belassen werden, wie auch schon bei den Nuki Türschlössern der ersten bis dritten Generation.
Design des Nuki Keypad 2 NFC
Wer (wie ich) die weißen Varianten des Nuki Türschlosses mag und eventuell auf eine weiße Version des Nuki Keypad 2 NFC wird aber leider enttäuscht. Nach wie vor ist das Nuki Keypad 2 (NFC) nur in mattem schwarz verfügbar. Das macht natürlich im Außenbereich durchaus Sinn, denn Umwelteinflüsse und nicht zu letzt eventuell schmutzige Finger dürften nach kurzer Zeit Spuren auf weißem Kunststoff hinterlassen.
Ansonsten hat sich zur Variante ohne NFC, vom NFC Symbol zwischen Keypad & Fingerabdrucksensor nichts geändert. Nach wie vor finden wir im oberen Bereich des schokoriegelgroßen Gerätes die kleinen weißen Leds zur Statusanzeige und neun Zifferntasten (ja, nach wie vor fehlt die Taste 0 um das Verwenden von Geburtsdaten oder 000000 als Codes zu erschweren), eine Zurücktaste sowie im unteren Bereich den Fingerabdrucksensor. Die Tasten haben einen gewohnt guten Druckpunkt und reagieren zuverlässig, letzteres gilt auch für den Fingerabdrucksensor, wenngleich (pro-Tipp) dieser alle paar Wochen gereinigt werden will um zuverlässig zu funktionieren (Erfahrungswert aus 3 Jahren Praxis).
Installation
Zur Installation des Keypads gibt es nichts zu Berichten und das ist gut so. Saubere Klebefläche vorausgesetzt ist das Keypad binnen Sekunden montiert und auch innerhalb der Nuki App ist das Hinzufügen über das Burgermenü > Geräte verwalten > Zubehör binnen weniger Minuten erledigt. Die App leitet einen wunderbar durch den Prozess, inklusive der Einrichtung eines Zugangscodes und optional auch von Fingerabdrücken. Erwähnenswert: Nur ein Keypad kann per Türschloss gekoppelt werden. Während der Einrichtung per App treten dann aber die neuen NFC Funktionen zum Vorschein, also will ich hierauf im Speziellen eingehen.
Wichtig: Haltet (generell) die Firmware eures Türschlosses aktuell. Macht vor dem Hinzufügen des neuen Keypads am Nuki das aktuellste Update.
Eine kurze Anmerkung noch, falls man von der nicht NFC Version zur NFC Version des Nuki Keypads wechselt: Leider werden bestehende Einstellungen NICHT übernommen, Zugangscodes & Fingerabdrücke müssen (zumindest in meinem Fall) neu eingerichtet werden.
Warum überhaupt NFC am Keypad?
Nun, die Frage „Keypad ja/nein“ ist seit jeher recht gängig unter Nuki benutzern. Sicherlich werden viele Nuki Kunden den „Smart Unlock“ nutzen, also das automatische Öffnen der Türe beim Heimkommen und ich würde außerdem vermuten, dass auch die Freigabe für Verwandschaft oder Botendienste oder ggf. Reinigungskräfte weniger gängig ist, als der Smart Unlock.
Ein Keypad wiederum ist aber eben für all diese Fälle perfekt. Der Reinigungsperson kann z.B. nur zu einem bestimmten Wochentag über einen Zugangscode Zugang verschafft werden, ganz ohne die Nuki App installieren zu müssen. Selbiges gilt natürich für alle anderen Personen denen man Zugang ermöglichen möchte, die vielleicht (noch) kein Smartphone haben, Stichwort Kinder, oder denen man den Umgang mit der Nuki App ersparen möchte (Stichwort Oma & Opa). Zugangscodes und/oder Fingerbdruck sind hier perfekt.
Ok, gut, fein, und wozu dann NFC? Nunja, prinzipiell für alle MIT Smarten Geräten die das automatische Türöffnen deaktiviert haben, wie ich selbst. Ich hatte bislang ausschließlich den Fingerabdruck verwendet. Der Fingerabdruck-Sensor funktioniert dabei auch sehr gut, man muss aber natürlich den Finger kurz ruhig auflegen, manchmal schwierig wenn man etwas in Händen hält, unmöglich wenn man Handschuhe trägt und auch mit feuchten oder schmutzigen Händen suboptimal. Die Smartwatch ist da schnell mal vors Nuki Keypad 2 NFC gehalten und schon ist die Türe auf. Tatsächlich empfinde ich das nochmal als deutlich komfortabler als den Fingerabdrucksensor, für mich persönlich also ein klarer Gewinner.
Letztlich ist das Nuki Keypad 2 NFC ein Zubehörteil das sich an einen Teil der Nuki nutzer richtet, und wer hier persönlich einen Nutzen sieht, sollte definitiv zur NFC Variante greifen.
Smarthome Modus VS Nuki App Modus
Während der Installation wird man gefragt „Smart Home Modus“ oder „Nuki App Modus“. Was unbedingt erwähnt werden muss: Damit der Smart Home Modus funktioniert bedarf es eines Matter-Hubs im smarten Zuhause (z.B. ein Apple TV ab der 3. 4K generation, ein Homepod Mini oder Homepod 2 und bei Samsung Geräte mit Android 14 und Smarthings App sowie ein Hub (genaueres hier) aber bei Samsung bin ich nicht so wirklich in der Materie.
Laut der Pressestelle von Nuki sind aktuell folgende Samstung Geräte kompatibel: Samsung Galaxy S21 Ultra/S21+/S21/S21 FE, S22 Ultra/S22+/S22, S23, Ultra/S23+/S23/S23 FE, S24 Ultra/S24+/S24/S24 FE, S25, Ultra/S25Edge/S25+/S25/S25 FE, Z Fold3, Z Fold4, Z Fold5, Z Fold6/Z Fold6 SE, Z Fold7, Z Flip3, Z Flip4, Z Flip5, Z Flip6, Z Flip7/Flip7 FE, A35 5G, A36 5G, A55 5G, A56, 5G, and XCover7 Pro.
Das heißt also wir sind gegenwärtig auf Apple oder Samsung Home Key festgelegt. In beiden Fällen wird der digitale Schlüssel im Wallet des jeweiligen Smartphones hinterlegt, das klappt auch parallel. Wie das Google Wallet hier mit reinspielt kann ich leider nicht sagen.
Smarthome Modus
Wie erwähnt wird beim „Smarthome Modus“ ein Home Key in der Brieftasche am Smartphone und auch der Watch, sofern vorhanden, angelegt. Man wird von Apple Home auch gefragt, ob man den „Expressmodus“ verwenden möchte. Wer das bejat kann fortan einfach Smartwatch oder iPhone an das Nuki Keypad halten und schon öffnet die Tür. Ohne Expressmodus muss das Smartphone entsperrt werden. In der Apple Welt sollte das ab dem iPhone XR sowie der Apple Watch 4 klappen. Bei mir zu Hause machte ein iPhone 13 Mini Probleme und wollte partout nichtim Expressmodus funktionieren, mit 99%iger Sicherheit aber ein Problem des betreffenden Smartphones.
Hat man sich bei der Einrichtung für diesen Modus entschieden, so muss man lediglich noch die Home App öffnen und dort im prominenten schwarzen Feld „Jetzt einrichten“ antippen und den Anweisungen folgen.
Eine wichtige Anmerkung noch zum Expressmodus: Ist er am Smartphone aktiv könnte jeder, der das Telefon findet und entsperren kann auch ins Haus gelangen, während auf der Apple Watch sich selbige sofort automatisch sperrt, wenn sie vom Handgelenk genommen wird. Ich würde also beim Vorhandensein einer Apple Watch empfehlen, den Expressmodus nur auf der Watch, nicht aber am Smartphone zu aktivieren.
Nuki App Modus
Dieser Modus funktioniert ohne einen Matter Hub, ein Nuki das Matter unterstützt ist aber dennoch Voraussetzung, also z.B. das Nuki Go, Nuki Pro (5. Generation) und natürlich auch das Nuki Ultra. Die Nuki App wird ebenfalls benötigt, ob iOS oder Android ist dabei dann egal. Ein NFC Smartphone ist natürlich ebenfalls voraussetzung ;-).
Hat man bei der Keypad Einrichtung den Nuki App Modus gewählt, so muss man das Smartphone entsperen, an den NFC Leser des Keypads halten und dann dann bei iOS nochmal bestätigen, bei Android öffnet dann die Tür. Das Öffnen der Tür übernimmt in beiden Fällen direkt die Nuki App, aber, ganz ehrlich, wenn ich das Smartphone auch noch entsperren muss bzw. am iPhone bestätigen muss, kann ich auch gleich den Fingerabdruck verwenden.
Freilich bietet dieser Modus aber eben die Option dass auch Personen die NICHT Teil des Smarthomes sind, die NFC Funktion nutzen könnten.
Was es nicht gibt: Dei Nutzung klassischer NFC Tags. Weder verkauft Nuki selbige noch können sonstige etwaig vorhandene NFC Tags verwendet werden. Über den Sicherheitsaspekt lässt sich freilich streiten.
Nutzung in meinem Alltag
Als wir noch eine Freigänger-Katze hatten, war das Keypad eigentlich nur die Backup-Lösung. Seit die Fellnasen das Haus aber nicht mehr verlassen wurde auch der Auto-Unlock bzw. das automatische Öffenen abgeschaltet. Speziell nachdem die Waldkatze extremst neugierig ist und oftmals direkt vor der Haustüre sitzt war das einfach keine Option mehr.
So hatte ich die letzten drei Jahre den Fingerabdrucksensor mehrmals täglich genutzt und bis auf das bereits erwähnte gelegentliche Reinigen des Sensors diesen als zuverlässig und komfortabel empfunden. Aber: Man muss eben den Finger kurz aber ruhig auf den Sensor legen, speziell mit Einkaufstatschen oder der Post in Händen wird das manchmal schwierig.
Nun halte ich einfach kurz das Display meiner Apple Watch an das NFC Symbol des Nuki Keypad 2 NFC und schon öffnet die Tür. Das empfinde ich für mich als optimale Lösung für mich. Backup-Codes funktionieren weiterhin, Fingerabdrücke ebenfalls.
Und… was ist nun Aliro?
Aliro ist ein offener Standard der von führenden Smarthome Herstellern unterstützt wird. Aliro wurde erst 2026 verabschiedet und dreht sich im Kern um Zugangssysteme mit Smartphones oder z.B. smarten Uhren, wobei es dabei nicht nur um’s Eigenheim sondern auch z.B. Schulen geht. Aliro verwendet dabei gängige Systeme wie BT-LE, NFC oder UWB zusammen mit Verschlüsselung, es handelt sich also tatsächlich um digitale Schlüssel die man nicht einfach mit der Ionity Ladekarte vergleichen kann ;-). Was wichtig ist: Aliro ist nicht gleich Matter. Matter ist ein Standard über den Smarthome Geräte kommunizieren während Aliro einer ist, der sichere digitale Schlüssel ermöglicht.
Sicherheit?
Nuki zählt nach wie vor zu einem der sichersten Schließsysteme. Die Kommunikation zwischen Keypad & Nuki Türschloss erfolgt über Bluetooth Low Energy (BT-LE) und das verschlüsselt (Ende zu ende mit challenge-Response). Weiters werden am Keypad selbst keine Daten gespeichert, diese liegen im Smartlock; ein Diebstahl des Keypads kann also nicht zum Abgreifen von Daten führen. Auch setzt Nuki erfreulicherweise nicht auf eine Cloud-Lösung. Ein Zugang über Nuki-Web ist möglich, muss aber explizit vom Nutzer aktiviert werden.
Puncto Diebstahl das Nuki Keypad ist die Lage durchaus „überraschend“. Der Hersteller schreibt auf seiner Homepage: „Sollte dein Nuki Keypad 2 NFC tatsächlich gestohlen werden, bieten wir dir eine Diebstahl-Ersatzgarantie. Sende uns dazu einfach die Kopie deiner Verlustanzeige (ausgestellt von der Polizei) und den Eigentumsnachweis (Originalrechnung) deines Keypads. Nach erfolgreicher Übermittlung deiner Unterlagen erhältst du von uns ein kostenloses Ersatzprodukt.“
Wetterfestigkeit & Batterielaufzeit
Liest man die Spezifikationen des Nuki Keypad 2 (NFC) so ist das Keypad gemäß Standard IP54 gegen Umwelteinflüsse geschützt, dabei verträgt es Temperaturbereiche zwischen -20 und +70°C. Dass Nuki das Keypad nur mit Schutzklasse IP54 ausstattet ist etwas schade, bedeutet sie doch nur einen begenzten Staubschutz sowie Schutz gegen Spritzwasser. Hier wäre IP65 (staubdicht & Schutz gegen Strahlwasser) deutlich wünschenswerter.
Ich habe das Keypad 2 NFC in ein 3D Gedrucktes Gehäuse gepackt. Weniger ob der Witterungseinflüsse als um es komfortabler angewinkelt zu platzieren. Postivier Nebeneffekt: Ohne Werkzeug ist das Keypad so nicht mehr zu entwenden. Natürlich gibt es auch verschiedene druckbare Wetterschutz-Gehäuse.
Hinsichtlich der Batterielaufzeit gibt Nuki mit vier AAA Batterien eine Laufzeit von bis zu 12 Monaten an – ich hatte das Nuki Keypad 2 drei Jahre mit dem ersten Satz Batterien im Einsatz…
FAZIT
Wer bereits ein Nuki Keypad 2 mit Fingerabdrucksensor im Einsatz hat sollte sich sehr genau überlegen, ob ein Wechsel zur NFC Variante sinnvoll ist. Ja, NFC bietet nochmal etwas mehr Komfort aber ob das einen Verkauf/Neukauf rechtfertigt, sei dahingestellt. Ansonsten ist das Keypad 2 mit NFC eine sehr willkommene weiterentwicklung eines bereits hervorragenden und soliden Geräts. Sicherheit, lange Batterielaufzeit, vielfältige Zugangsmöglichkeiten und ein moderner verschlüsselter digitaler Schlüssel mit dem neuen Aliro-Standard runden das Angebot ab.
Einziger Minuspunkt ist der mittelmäßige Schutz vor Umwelteinflüssen, eine höhere Schutzklasse (IP65 statt IP54) wären wirklich wünschenswert.
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