Endlich Ersatz für die Harmony Ultimate? Sofabaton U3 Universalfernbedienung im Test

Sofabaton U3
Wenn ich mir ansehe, wie wenig sich am Markt der Universalfernbedienungen tut und wie klein der Aufschrei nach dem Tod von Logitechs Harmony Reihe ist, so macht mich das tatsächlich traurig. Man muss ja nicht mal ein Heimkino-Enthusiast sein um eine gut funktionierende und einfach einzurichtende Universalfernbedienung schätzen zu können! Nachdem meine Harmony Ultimate (ich gestehe meine Mitschuld) kaputt ging, suchte ich nach Ersatz. Zwischenzeitlich war eine Switchbot Remote hier eingezogen, die aber bald wieder in ihre Verpackung wanderte. Ziemlich zeitgleich kam die Sofabaton U3 auf den Markt und glücklicherweise stellte Sofabaton mir ein Testmuster zur Verfügung. Aber: Kann diese extrem günstige Universalfernbedienung eine Harmony Ultimate ersetzen? Wo sind die Nachteile und was fehlt hier komplett? Sehen wir uns das mal genauer an in dieser Review zur Sofabaton U3 Universalfernbedienung.

Videoreview

Meine Harmony Ultimate ist tot – was taugt die Sofabaton U3?

Lieferumfang

Der Lieferumfang besteht aus der Sofabaton U3 Fernbedienung sowie einem USB-A auf USB-C Käbelchen zum Aufladen. Ein kleines Heftchen als Anleitung ist ebenfalls mit dabei, das war’s dann aber auch schon. Keine Ladeschale zum Aufstellen, keine Batterien bzw. kein Akku (der Akku ist fest verbaut und kann nicht einfach so getauscht werden) – dafür muss man aber auch nur maximal 150€ auf den Tisch legen.

Sofabaton U3

Sofabaton U3

Inbetriebnahme der Sofabaton U3

Nun, die Inbetriebnahme teilen wir diesemail in zwei Punkte auf, denn hierzu müssen wir uns eigentlich unweigerlich eingehend mit der App beschäftigen. Eingeschaltet und aufgeladen ist die Sofabaton U3 schnell. Danach muss die zugehörige App geladen werden.

SofaBaton smart remote
SofaBaton smart remote
Entwickler: SofaBaton.com
Preis: Kostenlos
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁

Um grundsätzlich mit der Konfiguration beginnen zu können, muss nur die App geladen werden. Startet man sie, so wählt man die jeweilige Ferbedienung aus (U1/U2, U3 oder X-Serie). Tippt man dann auf die U3, so wird man angewiesen die Taste ganz unten links und rechts kurz zu drücken, dann wird das Smartphone mit der Fernbedienung verbunden, fertig. Nun kann man die Fernbedienung konfigurieren.

Sofabaton App

Design der Fernbedienung

Die Sofabaton U3 Universalfernbedienung sieht schick aus. Matt scharzer Kunststoff, matt schwarze gummierte Tasten, ein gut lesbares LC Display im oberen Drittel, darunter ein Scrollrad zur Geräteauswahl, das man auch mit gutem Druckpunkt drücken kann.

Speziell an Tasten mangelt es überhaupt nicht. Der Hersteller hat an alles gedacht, Ziffernblock, rot/grün/gelb/blau, Programmführer, DVR, Infotaste, Hometaste – alles da.

Sofabaton U3

Sofabaton U3

Sofabaton U3

Sofabaton U3

Haptik

Obwohl die Sofabaton U3 nicht „ergonomisch“ geformt ist, wie damals die Harmony mit dem dicken handschmeichelnden unteren Bereich der Fernbedienung, so liegt sie dennoch gut in der Hand. Der Kunststoff fühlt sich wertig an, die Form ist angenehm, die Tasten sind ertastbar und dank Gummi gut zu treffen. Aber nicht blind, zumindest nicht in den ersten zwei Wochen. Hier hätte Sofabaton gut daran getan an ein paar Tasten Erhöhungen anzubringen um blind die Position des Fingers auf der Fernbedienung zu erkennen. Das Scrollrad ist leichtgängig und ein Tastendruck wird zuverlässig erkannt, es bietet gute Rückmeldung zur Bedienung, der Mehrwert ist aber sehr überschaubar, da es ausschließlich zur Navigation am Bildschirm (KEIN Touchscreen) verwendet wird. Insgesamt aber alles fein, was die Haptik der Sofabaton U3 angeht.

Sofabaton U3

Display

Nun, das Display ist wohl der erste offensichtliche Punkt, bei dem Sofabaton Sparen mußte, um die U3 zum recht günstigen Preis anbieten zu können. Weder finden wir hier OLED noch ein sonderlich hochwertiges TFT Display, Farben und die Darstellung sind, verglichen mit besseren Displays, deutlich Blickwinkelabhängig. Wirklich relevant ist das allerdings bei der Sofabaton U3 nicht, da das Display eben KEIN Touchscreen ist und lediglich zur Anzeige des zu steuernden Geräts, welches über das Scrollwheel gewählt wird, sowie zur Anzeige von Macros oder einigen wenigen Einstellungen der Fernbedienung selbst Verwendung findet.

Sofabaton U3

Insgesamt ist das Display OK, speziell in diesem Preissegment – ein Touchscreen anstatt des Scrollrades hätte aber die Bedienung verbessert. Pluspunkt: Läuft eine der Katzen über die Fernbedienung so sind Fehlbedienungen ohne Touchscreen seltener.

Bedienfreundlichkeit

Das grundsätzliche Bedienkonzept der Sofabaton U3 ist recht schnell erklärt. Sind über die App die zu steuernden Geräte angelegt und eingerichtet (mehr dazu gleich) so wählt man über das Scrollrad das Gerät aus (hier würde ich mir wünschen, dass das Gerät deutlicher farbig hervorgehoben wird am Display) und sofort steuern die physischen Tasten der Fernbedienung das betreffende Gerät. Über die Mikrofontaste unterm Display kann eine Sprachsteuerung aufgerufen werden, sofern das Gerät dies unterstützt, im Test funktionierte das sowohl mit meinem TCL Fernseher als auch dem Apple TV 4k einwandfrei.

Die dritte Taste unterm Display bietet zudem Zugriff auf die Makros, welche man ebenfalls über die App anlegen kann. Macros sind hier Befehlsfolgen. Also z.b. TV einschalten, x Sekunden warten, dann zweimal rechts drücken und OK. So können auch komplexe Befehlsfolgen um z.B. mehrere Geräte einzuschalten und Kanäle zu wählen realisiert werden, mit Einschränkungen. Auch dazu weiter unten mehr.

Sofabaton U3

Ansonsten gestaltet sich die alltägliche Steuerung einfach. Die Fernbedienung merkt sich das zuletzt gewählte Gerät, bei uns ist das immer der Fernseher. Nimmt man sie in die Hand so werden die Tasten beleuchtet und das Display geht an, man bedient das Gerät, wie man es gewohnt ist.

Möchte man ein anderes Gerät bedienen, so wählt man selbiges über das Scrollrad aus und schon sind die Tasten eben diesem anderen Gerät zugewiesen. Grundsätzlich gibt es an diesem Konzept nichts auszusetzen.

Konfiguration über die App (schmerzt)

Befehle über Infrarot & Bluetooth

Der Weg dorthin, also, sich auf’s Sofa zu flözen und gemütlich alles, was das Heimkino bietet, zu steuern, ist bei Sofabaton aber ein langwieriger und steiniger Weg, zumindest in meinem Fall.

Da wäre zunächst mal die Grundsätzliche App Verbindung. Jedes einzelne Mal muss man die Sofabaton U3 mit der App verbinden. Also App öffnen, U3 auswählen, die beiden Tasten auf der U3 drücken, dann verbindet sich die App. Das fühlt sich antiquiert und mühsam an. Ich hätte hier schon erwartet, dass ich in dem Moment, in dem ich die App öffne, die bisher konfigurierte Ferbedienung sehe und konfigurieren kann.

Sofabaton App

Dann wäre da die Gerätedatenbank. Theoretisch klickt man auf das „+“ Symbol und wählt dann z.B. „Infrarot“ und „in der Datenbank suchen“. Hat man Glück (zum Start des Tests hatte ich mit ALLEN Geräten Pech) ist das Gerät in irgend einer Form vorhanden und man kann es direkt hinzufügen. Das garantiert leider nicht die Funktion. Während ich diesen Text schreibe freute ich mich, dass die IR-Codes für exakt meinen Fernseher plötzlich als „von Nutzer hochgeladen“ verfügbar war. Also sofort das Gerät hinzugefügt. Nur – der TV reagiert darauf nicht…

Hat man noch mehr Pech, so müssen mühsam alle Befehle einzeln erlernt werden. Soweit nichts Neues, das ist ja generell so bei Universalfernbedienungen, der Katalog seitens Sofabaton erscheint aber noch sehr ausbaufähig zu sein.

Betrachten wir uns mal die Bluetooth-Steuermöglichkeit so wählt man eben anstatt Infrarot nun Bluetooth und sagt der Fernbedienung, welches Gerät man steuern möchte. Apple TV 3/4  können hier direkt ausgewhält werden, mein TCL Fernseher nicht, er läuft unter „other“. Nachfolgend verwendet man jedenfalls die Kopplungsdialoge des jeweiligen Geräts während die Sofabaton darauf wartet, die Verbindung wird hergestellt und danach kann man sich um etwaige Tastenzuordnungen kümmern.

Pro Tipp: Die Sofabaton U3 kann KEINE „Bluetooth-Befehle“ lernen. Sendet also eure Originalfernbedienung z.B. nur über Bluetooth einen gewissen Befehl und dieser existiert NICHT in der Liste der möglichen Befehle, so gibt es keine Möglichkeit, diese Funktion aufzurufen. In meinem Fall ist dies die Wahl des Eingangs.

Sofabaton App

Bis hierhin ist der Prozess soweit OK, wenngleich Neulinge hier bereits vermultich ziemlich entnervt wären. Ich z.B. war selbst nicht sicher, ob mein Fernseher nun eigentlich über Bluetooth oder Infrarot lief, bis ich herausfand, dass die Originalfernbedienung einfach kein IR Signal (zum Lernen) ausgeben wollte, mir also nur die Bluetooth Steuermöglichkeit übrig blieb.

Allerdings habe ich ebenfalls herausgefunden, dass meine Fernseher Fernbedienung anscheinend genau EIN Infrarotsignal ausgibt, zum Einschalten, ich also dieses EINE Signal mit der Sofabaton U3 lernen kann, und so zumindest den Fernseher in den Stromsparendsten Standby-Modus schalten kann, was immerhin 16W weniger Standbyverbrauch bedeutet.

Das allgemeine Universalferbedienungsproblem

Aber genau hier sehen wir eben den Grund, weshalb es so wenige (gute) Universalfernbedienungen am Markt gibt. Warum? Weil der Markt für Fernseher und sonstige „Wohnzimmer“ Geräte unendlich riesig ist und die Hardware der Fernbedienung nur ein kleiner Teil ist, um dem riesigen Ökosystem an Geräten Herr zu werden.

Flexible Tastenbelegung

Hat man der Sofabaton U3 über die App mehrere Geräte beigebracht, so kann man auch jederzeit sagen, dass bei Wahl des Gerätes „AppleTV“ die Lautstärketasten aber den Befehlen des Receivers zugewiesen sind. Klappt problemlos. Dabei ist es sogar egal, ob man bluetooth Befehle und IR Befehle mischt.

Makros auf der Sofabaton U3

Makros an sich sind eine feine Sache; ist es so selbst mit der eher einfachen Sofabaton U3 möglich, mehrere Geräte der Reihe nach mit einer Befehlsfolge zu versorgen und so z.B. Bluray Player, Receiver und Fernseher der Reihe nach einzuschalten, die korrekte Eingänge zu wählen und dann z.B. die Sofabaton U3 im Modus Bluray Player zu belassen, damit die Filmwiedergabe gesteuert werden kann, während die Lautstärketasten die Lautstärke am Receiver steuern.

Ja, das klappt alles wunderbar. Wenn da nicht das Einrichten dieser Makros selbst wäre.

Ja, das macht man über die App, aber genau hier steht Sofabaton noch SEHR VIEL Arbeit bevor. Denn die aktuelle Umsetzung ist leider maximal mühsam.

Mein Fernseher z.B. hat auf der Originalfernbedienung die Taste „Eingänge“ die dann ein kleines Menü zur Eingangswahl öffnet. Da ich das aber nicht als Bluetooth Befehl vorliegen habe, und auch nicht manuell „erlernen“ kann, muss ich mühsam ein Makro erstellen. Also vom Homescreen aus: rechts, rechts, rechts, receiver auf ATV einschalten, Apple TV über Menütaste einschalten, OK, runter OK, rechts, rechts, rechts, OK.

Sofabaton App

Und jeden einzelnen dieser Schritte muss man einzeln anlegen, ggf. eine Verzögerung definieren und dann speichern. Man kann keine Befehle kopieren, man kann keine Makros kopieren. Man macht alles doppelt und dreifach. Speziell weil z.B. der mühsame Teil der Eingangswahl einmal für Blu-Ray, einmal für Apple TV, einmal für Gaming usw. angelegt werden muss.

Ja, natürlich _kann_ unter umständen HDMI CEC etwas Abhilfe schaffen, in meinem Fall aber klappt das nur bedingt und ist für mich keine Option. Aber da sind wir wieder beim Thema von oben, dass eben jedes Setup unterschiedlich ist.

Sofabaton könnte jedenfalls ganz einfach die häufigsten bereits verwendeten Befehle zur Schnellauswahl darstellen, Makros kopierbar machen usw. usf. Dann wäre das benutzerfreundlich; so aber ist es leider maximal mühsam mit sehr viel Verbesserungsbedarf seitens der App.

Nichts desto trotz muss man unterm Strich der Sofabaton U3 auch zugute halten, dass sie die Makros mit Bravour meistert und auch komplexe Abfolgen von bluetooth und infrarot Signalen perfekt abarbeitet. SOFERN sie gute Sicht zu den Geräten hat.

Infrarotreichweite & IR Qualität

Nun, während die Reichweite der Sofabaton U3 absolut Ok ist merkt man dennoch ab und zu, dass wir es hier nicht mit einem IR-Blaster wie von der Harmony seinerzeit gewohnt, zu tun haben. IR Blaster senden normalerweise wesentlich stärkeres und deutlich gestreuteres IR Signal. Eine Harmony Ultimate kommunizierte mit dem Hub der eben auch direkt ein IR Blaster war, dadurch musste man nie auf Geräte zielen, es funktionierte einfach.

Bei der Sofabaton U3 ist aber die Fernbedienung selbst das „Gehirn“ der Steuerung. Kein Hub, kein Blaster. Aber eben auch: Falls die U3 mal kaputt geht und man nicht im Menü der App den Backup-Punkt gefunden hatte, ist alles weg. Deshalb: Immer mal wieder in der App die Backup-Funktion nutzen! Die Sofabaton U3 verhält sich jedenfalls wie ganz klassiche Infrarotfernbedienungen. Man muss etwas auf’s zu steuernde Gerät zielen und falls ein großes Möbelstück zwischen Gerät und Fernbedienung steht, schlägt die Steuerung auch schon mal fehl.

Die Reichweite an sich ist in Ordnung und persönlich habe ich damit kein Problem. Je nach Setup erscheint das aber ein wenig zu sehr gespart seitens Sofabaton, und vielleicht auch ein wenig „geplant“ nachdem ja seitens Sofabaton auch ein separater IR Blaster zu kaufen ist.

RF & Bluetooth Reichweite & Steuerung

Zum Thema RF Steuerung kann ich euch leider nichts berichten, da ich solche Geräte nicht nutze. Zum Thema Bluetooth erscheint in meinem Setup die Reichweite ausgesprochen gut, auch „um’s Eck“ klappt das einwandfrei, selbst vom Gang aus, sowohl für den Fernseher als auch das Apple TV.

Aktivitäten wie bei Harmony?

Wie bereits erwähnt arbeitet die Sofabaton nicht mit „Aktivätiten“ sondern Makros. Beim schnell Drüberlesen erscheint das vielleicht als „ist eh das Selbe“, ist es aber (leider) nicht.

Ein Makro bei der Sofabaton U3 ist immer eine feste Abfolge von Befehlen, ungeachtet des Status der Geräte. Baue ich den Ein/Aus Befehl des Fernsehers am Anfang meiner Makros ein und möchte z.B. vom Bluray gucken zum Apple TV (über ein Makro) wechseln, so würde der Ein/Aus Befehl in meinem Fall den Fernseher beim Wechseln zum Apple TV ausschalten. Während die Harmony immer wußte, basierend auf der zuletzt ausgelösten Aktion, in welchem Zustand und Eingang sich die Geräte befanden, so arbeiten eben die Makros der Sofabaton U3 immer die selben Befehle ab.

Sofabaton U3

Entsprechend müsste man sich auch zum Ausschalten der Geräte wiederum Makros anlegen, und das wiederum einzeln passend zum Einschalt Makro. Also 1x Apple TV, 1x Apple TV Aus, 1x Bluray, 1x Bluray Aus.

Die Makros der Sofabaton U3 sind also kaum mit den Aktionen der Harmony und die damalige bequeme Einstellung via Harmony App vergleichbar. Fairerweise war aber die Harmony Smartphone app für sich dann auch schon ein Desaster und Negativbeispiel der Softwareprogrammierung.

Für meine Harmony Ultimate hatte ich 2014 noch 180EUR bezahlt. Die Sofabaton U3 mit geringerem Funktionsumfang, zahle ich nun 12 Jahre später 150EUR…

Akkulaufzeit der Sofabaton U3

Der Hersteller schreibt auf der Verpackung von einer Laufzeit von 21 Tagen. Während ich zum Anfang meines Tests das absolut nicht hatte bestätigen können, so kommen wir nun nach zwei Softwareupdates langsam in die Nähe dieser Region. Natürlich, wie bie jedem Gerät, hängt die Laufzeit maßgeblich von der Häufigkeit der Benutzung ab, aber insgesamt fällt die Sofabaton U3 noch in den Bereich „akzeptabel“.

Ich verwende die geringste Display-Helligkeit und „bluetooth immer aktiv“ was mir mit viel gutem zureden in zwei Wochen möglicher Nutzungsdauer resultiert, eher etwas weniger. Das ist aber wohlgemerkt NICHT die Standardeinstellungen – in meinem Setup, in dem der bluetooth gesteuerte Fernseher aber das am häufigsten verwendete Gerät ist, macht dies aber nur so Sinn für mich um nicht Verzögerungen beim Betätigen der Tasten zu haben.

Bugs & Updates?

Als die Sofabaton U3 bei mir Anfang Juni eintraf kam sie mit Software Version 1, mittlerweile sind wir bei 3 angelangt. Während die erste Softwareversion einen sehr hohen Akkuverbrauch hatte, besserte sich jener mit V2, leider kamen gelegentliche Abstürze und seltsame Zeichen beim Namen von Bluetooth Geräten hinzu. Mit V3 schließlich begann die Sofabaton U3 rund zu laufen; seither keine Abstürze mehr und akzeptabe lange Akkulaufzeit von ca. 2 Wochen.

Die Updates selbst werden über die Sofabaton App installiert, das funktioniert einwandfrei und flott, allerdings erfährt man erst von einem Update, wenn man aktiv die Fernbedienung via Bluetooth verbindet. Bei einem bestehenden Setup wird das also eher selten vorkommen.

Auch hier also Luft nach oben, speziell was die Sofabaton-App und ggf. Benachrichtigungen bei neuer Software angeht, aber grundsätzlich funktionierte das schon mal gut, und im Testzeitraum wurden vom Hersteller aktiv probleme angegangen und ausgebessert, dafür ebenfalls beide Daumen hoch.

Im Alltag

Hat man sich durch die Einrichtung gequält (und sich währenddess nicht entschieden, die Sofabaton U3 zurückzuschicken), so funktioniert sie tatsächlich zuverlässig, unauffällig und sehr gut. Nein, sie ist keine Harmony aber für den ausgerufenen Preis kann man sehr gut mit ihr leben.

Je mehr man auf eine Makro-Funktionalität angewiesen ist, also verschiedene Geräte im Zusammenspiel miteinander umzuschalten, desto eher stößt man an die Grenzen der U3.

Steuert man eher einzelne Geräte so ist das Bedienkonzept sehr gut verwendbar. Man scrollt mit dem Rädchen zum Gerät und kann es sofort steuern.

Für mich persönlich funktioniert sie gut, wenngleich ich mir eine DEUTLICH verbesserte App wünschen würde.

Liste meiner Geräte

Damit ihr euch auch eine Vorstellung meines (relativ einfach Setups) machen könnt:

  • Fernseher: TCL 75Q7C
  • Receiver: Denon AVRX2400H
  • BluRay Player: Panasonic DP-UB154EGK
  • AppleTV 4k

Alternativen?

In diesem Preissegment sind tatsächlich nutzbare Alternativen sehr rar. Die Switchbot Remote hatte ich ein paar Monate getestet – eine sehr ernüchternde Erfahrung, kein Vergleich zur Sofabaton U3. Vom Kauf gebrauchter Harmony Fernbedienungen kann man ebenfalls nur abraten. Ich hatte zuletzt schon große Probleme mit der Harmony App und das System ist von den Harmony Servern abhängig. Ein Spielen auf Zeit. Wer noch eine funktionierende Harmony Fernbedienung hat sollte dies genießen aber sich nach Ersatz in Form z.B. der Sofabaton U3 umsehen und gedanklich darauf einstellen.

Sofabaton selbst bietet auch noch die X2 an, sie kostet doppelt so viel wie die U3 bietet aber einige entscheidene Vorteile für Enthusiasten wie z.B. einen Hub, Wifi und Home Assistant Unterstützung und echte Aktivitäten anstatt nur Makros (leider von mir nicht getestet):

Eigenschaft / Feature SofaBaton U3 SofaBaton X2
Zielgruppe & Konzept Alltags-Fernbedienung; direkte Steuerung der Geräte ohne separaten Hub. Premium-Smart-Home-Zentrale; arbeitet über einen mitgelieferten Hub (ideal für Geräte in Schränken).
UVP (ca. Preis) ca. 130 – 140 USD ca. 330 – 380 USD
Display 2,4-Zoll LCD-Farbdisplay (kein Touch) 2,4-Zoll Farb-Touchscreen
Unterstützte Signale Infrarot (IR), Bluetooth, RF (433/315 MHz) Infrarot (IR), Bluetooth, RF, WLAN (Wi-Fi)
Steuerungsarchitektur Direkt (Fernbedienung sendet an Gerät, IR benötigt direkten Sichtkontakt) Hub-basiert (Fernbedienung funkt an Hub, Hub steuert die Endgeräte)
Steuerungs-Modi Geräte-Modus & Makro-Modus (einfache Befehlsketten) Geräte-Modus & Aktivitäts-Modus (merkt sich, ob Geräte bereits an/aus sind)
Smart Home Integration Keine direkte (nur Air Mouse / Google Voice via Bluetooth für z.B. Android TV) IP-Control, Home Assistant (MQTT), Alexa, Google Assistant, Matter
Gleichzeitiges Bluetooth Bis zu 3 Geräte gleichzeitig (ohne ständiges Neu-Koppeln) Unterstützt über den Hub
Akku 1200 mAh (ca. 21 bis 50 Tage Laufzeit) 1200 mAh (ca. 30 Tage Laufzeit)
Aufladen USB-C (Ladestation separat erhältlich) Inklusive Ladestation
Abmessungen (L x B x T) 223 × 51,5 × 16,2 mm 190 × 48 × 12,5 mm
Gewicht ca. 143 Gramm ca. 180 Gramm

Kaufen?

Ja, wenn man auf Aktivitäten nicht „angewiesen“ ist und das gelegentliche Benutzen von Makros ausreicht.

Ja, wenn man einfach eine Fernbedienung für alle Geräte verwenden will, das Umschalten mit dem Scrollrad geht schnell von der Hand

Ja, wenn mühsame Konfiguration bzw. die Geduld dafür vorhanden ist.

NEIN, wenn ein komplexes Heimkino System mit diversen Geräten koordiniert gesteuert werden muss (Aktivitäten)

NEIN, wenn man sowieso nur zwei Geräte hat, da kann man auch zwischen Hersteller Fernbedienungen wechseln.

NEIN, wenn die Toleranzschwelle für mühsame Software niedrig liegt.

FAZIT

Nun, würde ich persönlich mir die Sofabaton U3 kaufen, nach Abschluß meines Testberichts? Ja, aber mit ein wenig Zähneknirschen, weil die App einfach vieles so viel mühsamer macht, als das notwendig wäre. Wäre die App komfortabler zu benutzen, so könnte ich mit den recht eingeschränkten Makros gut zurecht kommen. Ich persönlich verwende weder das Apple TV häufig, noch den Bluray Player, auch das Gaming am Wohnzimmer PC ist eher selten. Das meiste läuft am TCL Smart TV. Und für diese gelegentlichen Szenarien funktioniert für mich die Sofabaton U3 sehr gut, die X2 wäre vermutlich für mich persönlich, von der Harmony kommend, aber die noch besser passendere Variante.

Ob das ausreicht, die Mehrheit der anvisierten Käufer glücklich zu machen, wird sich zeigen. Auf Amazon sind 63% der Bewertungen aktuell im Bereich von 4-5 Sternen, das ist nachvollziehbar. Das bedeutet aber eben auch, dass 37% der Käufer unzfrieden sind und hier liest man eben genau die von mir geschilderten Probleme mit Befehlen die Teils nicht funktionieren oder Geräte die so nicht in der Datenbank sind oder die zwar verfügbar sind, dann aber nicht funktionieren. Und wer nicht, wie ich, schon viel mit Universalfernbedienungen erlebt hat und weiß, dass man oft extrem viel Geduld benötigt, ist hier schnell entmutigt und enttäuscht.

Grundsätzlich also: Ja, die Sofabaton kann man gut als einfache (!) Universalfernbedienung nutzen, man muss sich auf eine langwierige Ersteinrichtung einstellen und akzeptieren, dass Makros keine Harmony Aktionen sind. Wenn der Hersteller DEUTLICH an der Software feilt, könnte das aber noch echt gut werden.

15% Rabatt auf der Sofabaton Website & AmazonDE

CODE: MACMANIACS

 

Über Holger

... ist Chefeditor & Betreiber von macmaniacs.at. Als Mac-Fan, Technologie- & Gadget-Nerd ist er für die meisten Beiträge hier verantwortlich.

WebSite Linkedin YouTube

Antwort hinterlassen

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.Pflichtfelder sind hervorgehoben *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.