Erfahrungsbericht: Das Volkstablet von Trekstor, Primetab T13B

Wie jetzt, ein Windows Tablet Erfahrungsbericht auf MacManiacs.at? Yep, ganz genau. Der Hersteller hatte mich gefragt, ob ich Lust hätte, das neue „Volkstablet“ zu testen und da war ich natürlich sofort sehr angetan. Nach vielen Jahren Mac, iPad und iPhone schadet ein Blick über den Tellerrand bekanntlich nie und so möchte ich euch heute meine Erfahrungen nach einem Monat mit dem Trekstor Primetab T13B schildern.

Verpackung & Lieferumfang

Das Gerät kommt recht schick verpackt in schwarzem Karton. Mitgeliefert wird natürlich das Netzgerät sowie das Keyboard, welches auch gleich als Bildschirm-Abdeckung dient. Das war’s, bis auf ein paar Booklets. Braucht man mehr? Nein, eigentlich nicht. Und bei dem veranschlagten Preis von 399€ ist das auch schwer OK.

Warum Erfahrungsbericht anstatt Review?

Nun, für mich ist der Mac nach wie vor mein Hauptrechner, entsprechend fehlen mir bei einem Windows Tablet Erfahrungs- und Vergleichswerte die den Titel „Review“ rechtfertigen würden.

Design & Verarbeitungsqualität

Nun, das Primetab T13B wirkt durchaus hochwertig. Wir finden ein Metallgehäuse von 9,1mm Dicke und einen full HD TFT Bildschirm (1920×1080 Pixel), dual Mikrofone sowie Stereo Lautsprecher.

Alles wirkt hochwertig, speziell der stabile Standfuß. Das hat mich, ehrlich gesagt, sehr überrascht, wenn man den ausgerufenen Preis bedenkt.

Auf der linken Seite finden wir einen USB-A 3.0 Anschluß sowie einen 3,5mm Kopfhöreranschluß, auf der rechten Seite MicroUSB, USB-A 3.0 sowie USB-C und den Anschluß für das Netzgerät. Nochmal, alle Achtung!

Wo der Hersteller nicht nachgedacht hat ist der Anschluß des Netzgeräts, wenn das Tablet aufgestellt ist. Rechts oben? Seriously?

Die Ränder rund um den Bildschirm sind relativ breit, hier hätte an den Bildschirm ruhig noch etwas größer machen können.

Wenden wir uns der Tastatur zu so ist diese in grau gehalten und aus geschäumtem Kunststoff. Die Außenseite wirkt wie Stoff und gibt dem Tablet eine hochwertige Anmutung.

Hinten unterm Aufsteller finden wir einen Slot für eine M2 SSD (nochmal – alle Achtung) und an der Oberkante finden wir neben dem obligatorischen Ein/Ausschalter die Lautstärkeregler sowie einen Micro SD Slot. Durch Nachrüsten einer M2 SSD dürfte man übrigens die Performance gegenüber des internen eMMC Speichers spürbar verbessern können.

Wer also sich bei iPads irgendwie immer denkt „wie schließe ich dieses oder jenes an – beim Primetab T13B besteht dieses Problem definitiv nicht.

Sound & Kameras

Trekstor hat dem T13B zwei Lautsprecher, einen links und einen rechts am Displayrand mitgegeben. Leider aber ist der Klang augesprochen dünn  und reicht bestenfalls für kurze Videoclips oder „notwendige“ Skype calls. Auch die verbaute Kamera erfüllt zwar ihren Zweck, die Bildqualität ist aber auch hier „überschaubar“ und mit 1,2 Megapixel am unteren Ende der Fahnenstange angesiedelt.

© Trekstor

Display

Wie schon erwähnt blickt man auf ein 13″ Full HD Display. Dieses ist nicht laminiert, und durch den geringen Spalt zwischen Glas und Display erhöht das etwas die Reflexionen. Das Display ist dafür aber sehr hell und selbst auf der Terrasse unterm Sonnenschirm kann man es zur Not nutzen. Freunde aktiver Eingabestifte gucken nur leider in die Röhre, diese unterstützt das Primetab T13B nicht.

Performance

Nuuuun ja. Hier muss man nun sagen, der Preis kommt nicht von irgendwo. Pentium N420 mit bis zu 2,5GHz und Quadcore liest sich ja ganz OK, 4GB RAM, naja, damit sollte man für Surfen und Textverarbeitung erstmal auch auskommen und 64GB mitgelieferter Speicher ist auch vorerst OK.

So alles in allem ist die Performance aber dann doch eher sehr…“überschaubar“. Der verbaute Prozessor ist schlicht kein Intel Core Prozessor wie man ihn gemeinhin kennt (i5, i7, i9). Um das mal mit Benchmark Werten auszudrücken:

Benchmarks

CPU: Das Primetab T13B bringts auf 1493 Punkte im Single Core Test und auf 4242 Punkte im Multicore Test, wenn das Powermanagement auf maximale Leistung eingestellt wurde.

Nur so als (kaum vergleichbare) Vergleichswerte: Mein iPad Air 2 (nix Pro, drei Jahre alt) bringt’s auf 1824 Punkte im Single und 4474 Punkte im Multicore Test. Stellen wir dem den alten 2014er iMac mit i7 CPU gegenüber reden wir von 4647 Singlecore und 15549 Multicore.

WIFI Performance: Dank 802.11ac Wifi ist man schnell im Netz unterwegs. Allerdings konnte ich im Testzeitraum feststellen, dass das Primetab gerne mal das 2,4GHz Band dem 5GHz vorzieht, was dann zu langsamen Geschwindigkeiten führt.

SSD Speicher: 41MB/s schreiben, 108MB/s lesen; als Vergleich: mein iMac schafft etwa 200MB/s beim Schreiben und 580MB/s beim Lesen.

In Summe also eine eher überschaubare Leistung, die, das muss man betonen, für den Preis OK ist. Aber viel wichtiger ist dann doch eigentlich, wie sich das Tablet im Alltag schlägt.

Im Alltag

Nun, wenn man dieses Tablet nicht unter falschen Voraussetzungen kauft und nicht zu viel von dem Gerät verlangt oder erwartet kann man durchaus solide damit arbeiten. Im Internet zu surfen, mal eben mit dem Beschriftungsgerät die Marmeladegläser beschriften oder auch eine Review über das Volkstablet schreiben sind überhaupt kein Problem. Neben Bloatware (diverse Spielchen die ich persönlich eher als Affront empfinde) ist im Grunde alles da, was man im Alltag braucht, sogar Office 365 ist mit dabei. Allerdings darf man sich da  und dort auf Wartezeiten einstellen. Klickt man hier oder da so genehmigt sich das Volkstablet immer mal wieder durchaus merkbare Wartezeiten und man muss etwas Geduld mitbringen. Aber das Tablet richtet sich ja auch nicht an Poweruser und jene, die damit Geld in die Kasse bringen müssen. Meiner Meinung nach richtet es sich eher an jene Personen, die einen Windows Rechner für kleines Geld benötigen der zudem auch noch sehr kompakt und portabel sein soll. Schüler oder Studenten mit kleinem Budget oder die Mutter/Schwiegermutter die doch mal von Windows 95 upgegradet werden soll. Man erhält ein ausreichend großes, farbenfrohes Display, alles was man im Alltag braucht, brauchbare Akkulaufzeit und, Trackpad, Fingerabdruckleser und Trackpad – passt also.

Tastatur

Dass bei diesem Tablet eine Tastatur mitgeliefert wird ist natürlich ausgesprochen fein. Im tägliche Einsatz lässt sich auf der Tastatur auch tatsächlich sehr gut schreiben, allerdings nur, wenn man sie nicht „angewinkelt“ nutzt. Angewinkelt nämlich verschluckt die Tastatur leider etliche Tastenanschläge. Liegt die Tastatur flach am Tisch, so funktioniert das einwandfrei. Das Schreibgefühl ist, speziell flach am Tisch liegend sehr gut, fast wie die letzte Generation von Apples Keyboard.

Diese „Primecover+“ genannte Tastatur bietet übrigens sogar eine Tastenbeleuchtung und wird magnetisch am Gehäuse befestigt – sitzt bombenfest und gefällt mir.

Das Cover beherbergt übrigens auch das Touchpad. Es funkltioniert ganz OK, unterstützt sogar einige Gesten und beherbergt den Fingerabdrucksensor, natürlich aber reden wir hier von einem klassisch mechanischen Trackpad. Im Alltag aber kann man das Trackpad sehr gut nutzen.

Akkulaufzeit

Bei leerem Akku dauert’s mit dem mitgelieferten Netzgerät etwa 3,5h bis der eingebaute 37wh Akku voll geladen ist. Und wie immer kommt es natürlich stark darauf an, was man auf dem Gerät macht, wie lange der Akku letztlich hält. Guckt man Videos im Dauerbetrieb mit moderater Helligkeit, so erreicht man über 7h Laufzeit. Wer macht das aber schon? Bei alltäglichen Arbeiten indem man eben Apps startet und beendet, ggf. z.B. kurz Hardware anschließt die eventuell Strom über USB zieht usw. usf. erreicht man gut und gerne um die 5h Laufzeit. Das ist OK. Wie immer heutzutage: Helles Display = kürzere Laufzeit.

Video

Fazit

Jetzt also die Antwort auf die Frage aller Fragen: Empfehle ich euch das „Volkstablet“, das Trekstor Primetab T13B? Nun, grundsätzlich ja. Ist es ein Kauf, der Sinn macht, ohne nachzudenken? Nein.

Für 399€ bekommt man viel Rechner. Das Primetab ist gut verarbeitet, wirkt hochwertig und solide, der Bildschirm ist scharf und hell und man bekommt die meisten alltäglichen Aufgaben wie einfache Textverarbeitung, das Sichten von Fotos oder gelegentliches Musikhören über Kopfhörer gut hin. Die Tastatur ist im Lieferumfang enthalten und, flach am Tisch liegend, auch durchaus für längere Textstücke geeignet. Immer dann, wenn man aber etwas anspruchsvolleres machen will, geht das Primetab schnell in die Knie und fühlt sich langsam an. Das heißt natürlich nicht, man KANN keine Fotos mit Photoshop bearbeiten. Es ist halt nur etwas langam. Das WLAN ist trotz AC-Standard relativ ebenfalls gemächlich (wollte sich auch nicht mit meinem 5GHz Netzverbinden und bevorzugte das 2,4GHz Netz) und auch bei häufiger/schneller Interaktion zwischen Touchscreen und Tastatur (Texteingabe/Scrollen) kommt es gerne mal zu kleinen Verzögerungen.

Das Primetab ist also für Gelegenheitsnutzer sinnvoll, die zwar einen Windows Rechner möchten, dafür aber möglichst wenig ausgeben wollen UND auf den Touchscreen z.B. für am Sofa nicht verzichten wollen. Anspruchsvollere Nutzer sollten aber zu hochpreisigeren und leistungsfähigeren Geräten greifen.

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