tado° V3+: Wird die intelligente Heizungssteuerung noch intelligenter?

Über tado° und die intelligenten Thermostaten haben sowohl Stephan als auch ich bereits mehrfach berichtet. Schon vier Jahre ist tado° bei mir  im Dauereinsatz und jetzt eben wurde das Haus um ein weiteres Thermostat erweitert. Mit dem Thermostat hielt HomeKit nun auch für tado° Einzug, ebenso die neue tado°- App in „Version 3+“, mit welcher der Hersteller das Gesamterlebnis verbessert haben will. Sehen wir uns nun also an, was es damit auf sich hat.

Was ist tado°?

Angefangen hat’s mit einem intelligenten Thermostaten (ohne Display) der, zusammen mit einer Bridge (für die Verbindung mit dem Internet), gewisse Thermen und Heizsysteme intelligent ansteuern konnte. Dabei spielte vor allem eine zuverlässige An- und Abwesenheitskontrolle (geofencing) eine große Rolle; war man nicht zu Hause, konnte die Temperatur automatisch abgesenkt werden und rechtzeitig auch wieder bei der Annäherung ans zu Hause wieder angehoben werden.

Grundsätzlich ist das auch nach wie vor die Kernfunktion des Systems. Zwischenzeitlich hat der Hersteller aber auch Heikörperthermostate nachgereicht und mit einer neuen Bridge das System HomeKit tauglich gemacht. Die intelligenten Thermostate wurde in Version 2 mit einem Display versehen und können nun auch die Luftfeuchtigkeit messen. Dank Bridge und der Anbindung ans Internet kann so die Heizung auch aus der Ferne (über die tado° App oder auch IFTTT) bequem gesteuert und automatisiert werden.

Zusammengefasst: das kann tado°

  • Das Wetter in die Heizugssteuerung mit einbeziehen
  • Die Heizung von überall auf der Welt steuern (Internetverbindung vorausgesetzt ;-))
  • Die Temperatur basierend auf der Geolocation der Bewohner absenken (weiter weg = stärker absenken) und dabei jedes Familienmitglied mit tado°-App mit einbeziehen.
  • Empfehlungen zum Raumluft-Komfort abgeben
  • Vielfältige Zeitpläne je Thermostat verwalten (z.B. frühmorgens 22,5°, Tagsüber 22°, Abends 21°, Abwesend 16° aber z.B. nur im Badezimmer).
  • Je nach Wohnsituation eine Tonne Geld sparen, weil automatisch nur geheizt wird, wenn die Bewohner anwesend oder in der Nähe sind oder z.B. die Heizung ausgeschaltet lassen, wenn erfahrungsgemäß die erwartete Sonne am Nachmittag zum Halten der Temperatur reicht.

Was ist tado° V3+? Und was ist V3?

V3 (ohne Plus) ist im Grunde die aktuelle tado° App die man einfach so aus dem Appstore laden kann und die wir Bestandskunden auch kennen. Ein glückliches Händchen mit der Namenswahl hat der Hersteller hier nicht. Ich hätt’s einfach tado° und tado°+ genannt. Basta. Selbst ich mußte hier sicher vier Mal nachlesen, um es richtig hin zu bekommen 😉

Habe ich also schon all meine Thermostate im Haus, so bringt mir die Version mit dem „+“ die Analyse und graphische Darstellung des Raumluftkomforts sowie ein übersichtlicheres und praktischeres App-Layout.

Kaufe ich mir als Bestandskunde einen neuen Thermostaten der das „+“ im Namen trägt, so passiert erstmal noch nix, für 19,99€ einmalig kann ich mir aber das neue Layout mit der Analyse des Raumluftkomforts kaufen.

Bin ich Neukunde mit neuem V3+ Starterset so habe ich zwar sofort die V3+ App, automatisches Geofencing oder automatisches Abschalten der Heizung bei offenem Fenster habe ich dann aber nicht. In diesem Fall muß ich 2,99€ monatlich oder 24,99€ jährlich zahlen, um diese Features freizuschalten.

Immer mit dabei sind manuelle An/Abwesenheitssteuerung über Push-Benachrichtigungen, intelligente Zeitpläne, HomeKit, Alexa und Google Assistant Anbindung sowie das mit Einberechnen des Wetters. Grundsätzlich finde ich das mal OK.

V3+ Feature 1: Raumluft-Komfort, was ist das?

Hier wird je Thermostat wunderschön verständlich dargestellt, ob es im jeweiligen Raum zu warm, feucht, kalt oder trocken ist. Bewegen wir uns im Optimalbereich, so ist die Darstellung grün, bei kalten Räumen sehen wir blau, bei heißen rot usw. Das ist sehr schön umgesetzt. Die Kacheln in der App stellen alles übersichtlicher als in der Appversion ohne dem „+“ (=V3) dar.

Außerdem bietet die Analyse des Raumluft-Komforts vielfach hinweise, wo man nachbessern kann. Dank der Erkennung offener Fenster (schnelle Änderungen in Luftfeuchtigkeit oder Temperatur) wird z.B. auch empfohlen, zu lüften. Man kommt zu trockener Luft auf die Spur. Ob’s zu warm oder zu kalt ist hingegen ist ja eher individuell unterschiedlich.

V3+ Feature 2: Auto Assist, was ist das?

Das im Prinzip sind jene Funktionen die nun kostenpflichtig geworden sind für Neukunden. Möchte man keine monatliche und jährliche Zahlung leisten, so bekommt man beim Verlassen des Zuhauses eine Push-Benachrichtigung auf dem Telefon oder der Apple Watch, die einen fragt, ob man nun die Heizung ausschalten möchte und umgekehrt. Das liesse sich zwar einfach mit HomeKit lösen, allerdings wären in diesem Fall die Thermostaten quasi andauernd im manuellen Modus“ und damit vollkommen von HomeKit abhängig.

Selbige Nachricht erhält man auch, wenn ein offenes Fenster erkannt wurde, siehe unten.

Wer also nicht bezahlt, büßt minimal an Komfort ein. Persönlich finde ich, dass man ein intelligentes Thermostat eher nur dann anschafft, wenn es auch vollkommen autonom agieren kann. Verlässt man aber vielleicht das Haus nur seltener, weil man vielleicht zu Hause arbeitet, ist das natürlich eine Überlegung wert.

FAZIT

Als „alter Hase“ mit tado° bin ich ein bisschen in der Zwickmühle. Ich finde, der Hersteller hat die Angelegenheit für Bestandskunden fair (19,99€) aber ein wenig ungeschickt geregelt. Man sollte einfach eine Art „Testdrive“ anbieten wo man einfach mal 30 Tage umschalten kann und sich das neue Design mit den Kacheln und der Komfortanalyse ansehen kann; da werden dann sicher einige sagen: Passt, da sind mal 2,99€ und wir schauen weiter für einen Monat.

Drei Euro monatlich sind absolut fair, aber wenn ich schon ein funktionierendes System habe, denke ich auch da drüber nach, ob Mehrkosten wirklich für einen Thermostaten notwendig sind.

Für Neukunden ist das Ganze aber im Grunde kein Thema. Man erhält zwar etwas weniger Funktionen, wenn man kein Abo bezahlen will, allerdings kommt man damit absolut gut über die Runden. Letztendlich kann man das Gefocencing ja auch über HomeKit oder IFTTT realisieren (just saying).

Dass der Hersteller neben dem Verkauf der Hardware auch noch zusätzlich für Server und Infrastruktur Geld haben will, ist nachvollziehbar und mit2,99€ monatlich auch „OK“. Als Kunde finde ich den aktuellen Mehrwert mit Abo aber definitiv noch ausbaufähig. Beispielsweise vermisse ich seit Jahren ordentliche Statistiken. Das wäre z.B. als „+“ Feature durchaus „nice to have“.

tado° als System kann ich euch nach wie vor empfehlen, ich find’s super.

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