Einleitung

Also primär würde ich mich ja nun nicht als „faul“ bezeichnen. OK, sagen wir mal „selektiv-faul“. Hausarbeit, primär Geschirrspülen dicht gefolgt vom Staubsaugen und Staubwischen rangiert nicht hoch in meiner Gunst und wurde damit auch vernachlässigt. Bislang.

Nun, wer meinen Podcast hört, der hat mitbekommen, daß bald ein Umzug ansteht. Größere Wohnung. Vier Zimmer, alles auf einem Niveau, keine Schwellen, keine Stufen, keine Hindernisse, durchgängig Parkett und kaum Teppich.

Also mal wieder Gäste sich angesagt hatten und ich im Chat dem Stephan mitteilte wie wenig motiviert ich zum Putzen der Wohnung sei, meinte er, ich solle doch einen Roomba kaufen. Der würde vollautomatisch die Wohnung putzen und das funktioniere laut der Berichte auf Amazon auch hervorragend…

Ein halbes Jahr verging und nun ob des Umzuges Packte mich der Gedanke erneut. Über 40 Positive Rezensionen auf Amazon sprachen eine eindeutige Sprache. Skepsis ob des hohen Anschaffungspreises von über 400€ blieb natürlich aber dennoch, denn keine Wohnung ist wie die andere. Nun wollen wir mal gucken, wie der Roomba so abscheidet.

Verpackung & Lieferumfang

Der Roomba 581 stellt das derzeitige Topmodell der Roomba Serie von iRobot dar. Die amerikanische Firma packt hier alles in die Schachtel, was es an Zubehör gibt. Ok, fast alles. Es werden neben dem Staubsauger selbst noch Ersatzbürsten und Filter, drei Lighthouses (die zugleich als Virtual Walls fungieren können), ein Reinigungswerkzeug, Ladestation und Netzgerät sowie Funkfernbedienung mitgeliefert.

Die Verpackung selbst ist weiß mit grünen Akzenten und großen Abbildungen des Saugroboters. Positiv zu erwähnen ist der Einsatz von Karton als Verpackungsmaterial. Würden die Kunststofffolien in die jedes Einzelteil nochmals verpackt ist gegen Papierflies ersetzt, wäre die Verpackung richtig umweltfreundlich.

Rundum werden die diversen Vorzüge des kleinen Kerlchens ausführlich beworben. Das Innenleben der Schachtel ist schnell ausgepackt. Es ist alles beigepackt, was das Herz begehrt, mit der Inbetriebnahme kann innerhalb weniger Minuten begonnen werden.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=7ES0-Rdqe4g

Inbetriebnahme, Konstruktion & Bedienung

Ich möchte hier gleich zu Beginn den einzigen Minuspunkt der Inbetriebnahme erwähnen: Den drei Lighthouses wurden nämlich keine Batterien beigelegt. Noch ärgerlicher: Je Lighthouse sind je 2Stk. C-Type, „Mono“ Batterien notwendig. Diese sind leider sehr unüblich und finden sich kaum im Durchschnittshaushalt.

Ich empfehle, gleich beim Kauf des Gerätes über Amazon (Link siehe unten, am Ende des Artikels) ein Päckchen Mignon (AA) Eneloop Akkus aus dem Hause Sanyo sowie unbedingt passende Adapter für die benötigte Batteriegröße der Lighthouses mitzubestellen (Von AA auf C-Type).

Setzen wir mal voraus, C-Typ Batterien sind vorhanden. Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach. Netzgerät an die Basisstation anschließen und die Basisstation möglichst so im Raum positionieren, daß ihr „Leitstrahl“ (ein unsichtbarer Infrarotstrahl) möglichst frei in den offenen Raum zeigt.
Ist Roomba voll geladen, leuchtet die Betriebsleuchte in seiner oberen Mitte konstant grün. Ein drücken der Taste „Clean“ startet den Reinigungsmodus. Sind, wie eingangs besprochen, die Lighthouses positioniert, saugt Roomba zunächst 30min den ersten Raum und danach 30min den zweiten, dritten und, so vorhanden, vierten Raum. Die Lighthouses bilden dabei unsichtbare Sperren die erst nach Reinigung eines Raumes geräumt werden. Roomba putzt dabei maximal 30min pro Raum.

Werden keine Lighthouses benutzt, so reinigt Roomba den gesamtbereich bis der Akku leer ist. Eine Akkuladung reicht bei uns, da wenige Teppiche Liegen, für ca. 2h Betriebsdauer.

Ist die Reinigung abgeschlossen, oder der Akku leer, kehrt Roomba automatisch zur Ladestation zurück. Er sucht einerseits die Lighthouses die ihm den Weg zur Ladestation retour weisen, andererseits auch den Leitstrahl der Basisstation. Wir verwenden zwei der drei Lighthouses und die Basis und Roomba hat nicht ein einziges mal seit seinem Einzug die Basis verfehlt. Abends war immer die Wohnung sauber und Roomba wieder voll geladen. Die Anschaffung des 581er Modells macht nur unter Verwendung der Lighthouses Sinn!

Ein weiterer sehr praktischer Aspekt des 581er Modells ist die Programmierbarkeit. Roomba muß einmal Uhrzeit und Wochentag mitgeteilt werden um sodann z.B. jeden Montag, Mittwoch und Freitag saugen zu gehen. So wird geputzt während gerade niemand in der Wohnung anwesend ist. Je nach Größe der Wohnung kann es dazu aber erforderlich sein, den kleinen Täglich laufen zu lassen. Er putzt nämlich nach dem „Chaos-Prinzip“ und es kann durchaus passieren, dass beim ersten Putzen nicht jeder Winkel abgefahren wird, dafür am nächsten Tag halt. So chaotisch sein Herumfahren auch aussieht: Unsere Wohnung war nie sauberer.

Das Bedienfeld ist aufgeräumt. Roomba ist rund, so ist auch sein Bedienfeld. Zentral finden wir die „Clean“ Taste zum Starten der Reinigung. Von oben betrachtet befindet sich unter der Reinigungstaste die „Dock“ Taste, mit der Roomba vorzeitig wieder zu seiner Ladestation zurückgeschickt werden kann. Über der Reinigungstaste finden wir die Tasten die die Zeitsteuerung und Programmierung übernehmen.
Über der Taste „Clean“ schließlich befindet sich ein mit „Spot“ beschrifteter Knopf. Wird Roomba an einer Stelle ausgesetzt und die „Spot“ Funktion betätigt, so bewegt er sich solange möglich in engen Sprialbahnen von diesem „Spot“ weg und reinigt diesen besonders gründlich. Auch hat Roomba unter den Bürsten einen Sensor für groben Schmutz. Wird solcher (z.B. viele Brösel unterm Frühstückstisch) entdeckt, so leuchtet die blaue „Dirt detect“ Lampe auf und Roomba wechselt ebenfalls in den extra gründlichen Modus mit Spiralfahrt.

Am Heck des Roboters befindet sich der eigentliche Staubsauger Teil. Er kann durch Ziehen bei gleichzeitigem Druck einer Entriegelungstaste bequem entnommen werden. Oben befindet sich grober Schmutz der durch Roombas Bürsten dorthin befördert wird, darunter ein Feinstaubfilter, der durch zwei Gummilippen aufgesaugten feineren Staub sammelt.

Wie gesagt, unser Roomba fährt Montag bis Freitag täglich und JEDEN Tag findet er genug Schmutz um den Behälter gut zu füllen – und das selbst dann, wenn wir nicht mal zu Hause sind!

httpvh://www.youtube.com/watch?v=eSULtWWJt8I

Konstruiert ist der Roomba relativ einfach: Zwei sich gegenläufig drehende Bürsten befördern groben Schmutz in den Auffangbehälter. Ein kleiner Staubsaugteil saugt danach feinen Staub vom Boden auf. Eine Links vorne montierte Seitenbürste kehrt auch aus Ecken noch Staub und Wollmäuse (Lurch)  unter den Roomba, so erreicht er fast jeden Winkel. Die Bürsten und der Saugbehälter können zur Reinigung entnommen werden.

Lighthouses & Virtual Walls

IN jeden Türstock wird eines der mit Batterien (oder Akkus) bestückten Lighthouses im Betriebsmodus „Lighthouse“ (nicht „Virtual Wall“) gestellt. Es muß nicht eingeschaltet werden, das macht Roomba selbständig über Funk.
Roomba sollte vor dem ersten Betrieb unbedingt voll geladen werden. Dazu einfach auf die an den Strom angeschlossene Ladestation stellen. Dies ist natürlich auch alles im Handbuch beschrieben. Natürlich kann Roomba auch direkt ans Netzgerät das mitgeliefert ist, angesteckt werden, um ohne Ladestation geladen werden zu können. Ein automatisches Aufladen und Zurückfinden zur Ladestation ist dann aber natürlich nicht möglich.

Wird ein Lighthouse als „Virtual Wall“, also als virtuelle Wand verwandt, so blockiert es lediglich einen gewissen Bereich vor Roomba. Damit können z.B. potentielle Stolperfallen für den Kleinen blockiert werden. Wir hatten aber noch keinen Bedarf dazu.

Wartung & Reinigen des Gerätes

Roomba bedarf relativ wenig Aufwand. Gereinigt sollte er aber täglich bzw. nach jedem Einsatz werden. Der Kleine hat einen ordentlichen Appetit. Nachdem der Auffangbehälter über dem Mistkübel ausgeleert wurde, sollte der Feinfilter auch über selbigem kurz ausgeklopft werden. Die Bürsten sind zu kontrollieren. Sind Langhaar-Säuger (Mensch wie Tier ;-)) im Haushalt, so werden sich schnell Haare um die Bürsten wickeln die mit dem Beigefügten Werkzeug relativ gut entfernt werden können. Auch auf Teppichfransen (speziell von maroden alten Teppichen) hat der Roomba Appetit und rupft schon mal ein paar aus. In jedem Fall müssen Bürstenlager und Bürsten halt von Wickelgut befreit werden. Das kleine Vorderrad kann zur Reinigung einfach entnommen werden. Hat sich nix um die Bürsten gewickelt, muß natürlich dieser Part auch nicht gereinigt werden.
An Roombas Vorderseite befindet sich seine Stoßstange. Während des Betriebes versucht Roomba über sein Infrarotauge Abstände zu Möbelstücken und Personen zu erkennen. Das funktioniert sehr gut, nur ganz schmale Objekter erkennt er nicht. Vor Blumentöpfen z.B. bremst er aber brav ab und nähert sich ganz sanft. Die Stoßstange ist gummiert und kann keine Schäden an empfindlichen Möbeln hervorrufen.
An der Unterseite der Stoßstange befinden sich vier Sensoren die Roomba zum Erkennen des Untergrunds nutzt. Auch um nicht über Stufen zu stolpern oder  ungewollt einen Stock tiefer zu putzen (sofern er den Sturz überlebt). Auch diese Sensoren sollten gereinigt werden, sofern sich auf ihnen Staub angesammelt hat.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=nudRbptDxBg

Da Roomba einen Nickel-Metallhybrid-Akku einsetzt sollte weiters beachtet werden, daß er NICHT vom Strom getrennt werden darf, wenn man z.B. auf Reisen dem Roomba auch Urlaub gönnen will! Der Akku könnte tief-entladen werden und wäre danach zerstört. Soll Roomba „Urlaub“ haben, ist der Akku voll aufgeladen auszubauen. Uhrzeit und Wochentag sind dann neu einzustellen.

Tips

  • Es ist wichtig, die Reinigung wirklich täglich durchzuführen. Sonst wird die Saugleistung zu stark herabgesetzt und nicht gereinigte Bürsten können schnell zu erhöhtem Verschleiß des Bürstenmodules führen.
  • Nie vom Netz trennen, Roomba sollte immer am Stromnetz hängen; leider hat er keinen Aus-Schalter.
  • Lighthouses IN den Türrahmen stellen, nicht dahinter. Roomba findet sonst vielleicht die Ladestation nicht.
  • Die Ladestation bzw. deren Leitstrahl sollte in freien Raum zeigen und am besten von Roomba beim letzten Lighthouse sichtbar sein.
  • Bei kleinen Wohnungen ca. 50-60 Quadratmeter reicht ohne Haustiere meist ein Betrieb dreimal pro Woche.
  • Bei größeren Wohnungen ab 60 Quadratmetern sollte Roomba 5mal die Woche laufen um wirklich alles abfahren zu können.
  • Mignon-Akkus plus C-Typ Adapter sind anzuraten (siehe Amazon Links oben) um den Betrieb günstig zu halten.
  • Teppichfransen die schon bessere Zeiten gesehen haben, sollten unter den Teppich geschlagen werden.
  • Roomba kaut auch gerne Kabel (ohne Schäden zu verursachen). Diese sollten daher möglichst stabil verlegt werden um nicht z.B. unterm Sofa oder Fernsehschrank hervorgezogen zu werden.
  • Der erste Betrieb sollte unter Aufsicht erfolgen um eventuelle Stolperfallen gleich von Beginn an zu beseitigen.
  • Türschwellen können bis etwa. 1,5cm Höhe von Roomba passiert werden.

Fazit

Noch NIE war’s SO sauber bei uns. Kein Lurch (Wollmäuse), kein Staub, keine Brösel (Krümel), kein nix. Einfach sauber. Und wenn man beim Frühstück bröselt – egal, morgen fährt ja der Roomba wieder.

Die Technik ist ausgereift, Roomba findet dank Lighthouses seine Ladestation immer wieder (bei uns OHNE einen einzigen Aussetzer!)

Das Reinigungsergebnis ist sehr gut, die Saugleistung mittelmässig; tiefsitzenden Staub aus Teppichböden kann er technologiebedingt nicht raussaugen. Aber das muß er auch nicht.

Sofern man sich angewöhnt, Roomba immer an jedem Tag, an dem er in Betrieb war, wieder zu reinigen, hat man lange Freude daran und erleichtert sich die Reinigung unglaublich.

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