eInk. Das ist ja mittlerweile ein recht geflügeltes Wort. Es kennzeichnet eine Anzeigetechnologie, die nur zum Wechseln des dargestellten Bildinhaltes Strom benötigt. Dadurch ergeben sich sehr lange Akkulaufzeiten. Zudem ist die Auflösung solcher eInk Displays relativ hoch und ermöglicht, bei qualitativ hochwertigen Geräten, ein sehr gutes Schriftbild.

Nachteil dieser Technik ist das doch sehr markante Wechselspiel zwischen schwarz und weiß wenn ein neuer Bildinhalt angezeigt werden muß. Auch hier schalten manche Geräte schneller weiter, manche eben langsamer.

Zwar bieten eInk Displays mittlerweile verbesserte Kontraste, mit „schwarz auf weiß“ hat das aber wenig zu tun. Es ist eher „dunkelgrau auf schmutzweiß“ – im Idealfall. Dies sind prinzipiell Gemeinsamkeiten aller eBook Reader, also aller dieser unzähligen elektronischen Lesegeräten.

Thalia.at war so freundlich, mir einen „OYO“ zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich um genau einen dieser auf eInk basierten eBook Reader. Von meinem iPad hatte ich ja schon einigen Lesestoff auf der Festplatte, also konnte der Test schnell beginnen.

Lieferumfang

Der OYO wird mit einem Netzgerät sowie einem USB Kabel geliefert. Eine Anleitung ist bereits auf das Gerät geladen. Ein paar Beipackzettel informieren über das nötigste. Eine Speicherkarte lag meinem Testgerät nicht bei. Der Interne Speicher sollte aber für einige Bücher reichen. Die Verpackung ist insofern kreativ, als daß sie aussieht, als sei sie ein Buch. Nett gemacht!

Inbetriebnahme

Denkbar einfach. Einschalttaste rechts oben drücken, warten bis der OYO gebootet ist und loslegen. Etwas störend und meines Erachtens auch absolut unnötig ist das „aktivieren“ des Gerätes. Hierzu wird eine AdobeID angelegt. Dies funktioniert über WLAN – wer also kein WLAN hat und plant, die Bücher über USB auf’s Gerät zu laden, guckt ein wenig in die Röhre.

Prinzipiell läuft die Einrichtung aber einfach erklärt und verständlich ab, die Verbindung mit dem WLAN klappt gut, der OYO kappt die Verbindung auch brav, wenn er sie nicht mehr benötigt. Ist die Adobe ID angelegt und ebenso ein Thalia.at Account, kann man schon loslegen und Bücher aus dem Thalia Onlineshop laden. Neben käuflich zu erwerbenden Büchern, kann man auch durch einige Leseproben schmökern. Nichts außergewöhnliches, aber gut und zuverlässig gelöst.

Natürlich lassen sich auch, wie in meinem Fall, die bereits vorhandenen Bücher auf den internen Speicher des OYO laden

Design

Nun, am Design scheiden sich die Geister. Immer. Überall. Manche die den OYO während der Testphase bei mir sahen fanden ihn unhübsch, ich persönlich finde das Design OK. Man darf nicht außer Acht lassen, daß es sich um ein sehr günstiges Gerät um ca. 140€ handelt. Da gibt’s kein Glad, kein Alu und auch keinen kapazitiven Touchscreen.



Wie man auf den Bildern erkennen kann, ist der OYO relativ kompakt, recht dünn und sehr leicht, da er nur aus mattem, rauhem, lichtgrauen Kunststoff besteht. Das Display wirkt auf mich sehr robust und glücklicherweise nicht „folienartig“. Natürlich hätte ich mir lieber einen der ultra sensitiven kapazitiven Touchscreens wie man sie von iPhone & Co. kennt gewünscht, der OYO läßt sich aber wirklich hervorragend mit dem resisistiven Bildschirm teuern. Dabei reagiert er recht träge. Geduld ist angesagt.

Unter der Einschalttaste finden wir noch einen „Auswurf“ Taste, die im Prinzip der Home-Taste bei iPhones entspricht. So gelangt man von jedem Punkt des OYO Menüs oder beim Lesen eines Buches immer retour zum Hauptmenü, das Zugriff auf den Shop, die Bibliothek oder die Einstellungen bietet.

Unter dieser „Auswurftaste“ befinden sich dann noch zwei Tasten zum Hin- und Herschalten der Seiten. Auf der Rückseite befindet sich eine Klappe die einer Batteriefachabdeckung ähnelt. Defakto befindet sich darunter zwar auch der Akku, er machte aber nicht den Eindruck, dafür gedacht zu sein, von mir getauscht zu werden.

Die Rückseite des OYO ist leicht gummiert, was einen sicheren Halt und eine angenehme Haptik mit sich bringt. Mir hat das Design durchaus gefallen, nicht beeindruckend, aber funktionell und robust.

Lesen am OYO

Wer sich eInk kauft (sprich, OYO oder z.B. Amazons Kindle) muß sich im Klaren darüber sein, daß man hier NICHT die Kontraste eines „herkömmlichen“ Buches hat. eInk wirkt  zur Zeit immer noch eher „grau“. Durch das Fehlen einer Hintergrundbeleuchtung, was vielfach als Novum oder Vorteil angesehen wird, ist natürlich auch nur dann ein Lesen möglich, wenn man sich in einem beleuchteten Raum befindet.

Mir persönlich war der Kontrast zu schwach. Ich möchte den OYO nicht mit iPad und Co. vergleichen – das wäre nicht fair und auch der Technologie wegen gar nicht möglich. Ich möchte ihn aber mit dem guten alten Buch vergleichen. Hier, wie schon erwähnt, ist der Kontrast nicht so gut. Man benötigt mehr Licht um gleich gut lesen zu können. Aber nicht falsch verstehen, der OYO schlägt sich gut, verglichen mit ähnlicher eBook Reader Konkurrenz!

Stephan vom Tirolercast hat für TouchTalk ein schönes Demonstrationsvideo des OYO gemacht, hier sieht man gut den Unerschied seines Kontrasts zu z.B. einem eBook Reader von Sony.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=_c1LHFLSgWg

Sehr erfreulich ist übrigens, daß natürlich beim Lesen der aktuelle Seitenstand immer gespeichert wird. Wenn man ins Hauptmenü wechselt und sich später für’s Weiterlesen des Buches entscheidet, so findet der OYO immer sofort die richtige Stelle wieder.

Der OYO für wen?

Der OYO ist, finde ich, nicht das Gerät um Bücher über Bücher zu verschlingen. Ich denke aber auch nicht, daß er dafür gedacht ist. Er ist ideal, um seine eBook-Sammlung auf einem kompakten, robusten Gerät immer mal schnell dabei zu haben. Um stundenlang im Flugzeug lesen zu können, mal schnell in der Straßenbahn oder am Strand – ideal. Zum Lesen von längeren Texten würde ich aber eher ein größeres und vielleicht vom Bildschirm her anspruchsvolleres Gerät einsetzen. Speziell bei schlechten Lichtverhältnissen wird’s ein wenig mühsam.

Fazit

Thalia bietet mit dem OYO einen soliden kleinen eBook Reader für Einsteiger. Fertigungsqualität und Darstellungsqualität sind dem Preis angemessen und hinterlassen keinerlei negativen Nachgeschmack. Für ca. 140€ kann man hier nicht viel falsch machen. Wer aber vor hat, sehr viel mit dem Reader zu lesen, sollte definitiv mehrere Geräte testen und dann entscheiden, welches den persönlichen Ansprüchen am besten Entspricht.