Screenshot_2013-12-23-21-36-31Das Jahr 2013 neigt sich langsam dem Ende zu und ohne Zweifel darf es als das Jahr der Activitytracker und Smartwatches bezeichnet werden. Im Februar stellte ich euch ja bereits die Pebble vor, zwischenzeitlich tauchte ein wenig gelobtes oder geliebtes Modell von Samsung am Markt auf und auf die Kreyos Meteor warte ich derzeit noch. Die sollte im Frühling hier aufschlagen.

Heute will ich euch aber die Omate Truesmart vorstellen, eine Smartwatch die nicht nur ein einfacher Begleiter sondern ein vollständiges Smartphone am Handgelenk sein will…

Dank vollständigem Android Betriebssystem (4.2.2) sowie Mikrophon, Lautsprecher sowie Simkarten, SD Karten-Einschub und Wechselakku bringt sie, zumindest laut Spezifikation, bereits viel Potential mit. Aber… kann die Truesmart die Erwartungen erfüllen und einen zuverlässigen Begleiter im Alltag mimen?

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Lieferung, Verpackung & Lieferumfang

Fast ein Monat dauerte der Weg von China bis zu mir in Wien.  Dabei bekam ich erst relativ spät die Benachrichtigung zum Versand, obwohl das Paket schon eine Weile unterwegs war. Zugestellt wurde von GLS; die Verzollung kostete mich als „Kickstarter Earlybird“ nochmal ca. 62€.

Besonders löblich ist die gute Verpackung der Truesmart. Die Uhr selbst wird üblicherweise in einem Plastikbehälter geliefert, für den Transport nach Europa wurde aber das eigentliche Gerät nochmals separat in Luftpolsterfolie gewickelt, die Plastikbox ebenso. Alles kam ohne jegliche Schäden hier an.

Im Lieferunfang befand sich neben der Uhr noch ein Satz Ersatzschrauben (sowohl Akkudeckel als auch Simkartenfach sind verschraubt), ein Ersatzakku, Sticker, ein kleines Booklet zur Inbetriebnahme, die Ladeschale, ein USB Kabel sowie ein Ersatzakku und ein mini Schraubendreher. Bitte bedenkt aber, dass das nicht alles bei einem Regulären Kauf beim Hersteller beigepackt sein wird und hier die Kickstarter Unterstützer mit ein wenig mehr Zubehör bedacht wurden.

Design, Haptik, Tragekomfort

Die Truesmart ist ein dicker Brummer, keine Frage. Weniger von oben betrachtet als von der Seite. Diese Uhr weist eine Dicke von fast 1,5cm auf, was nicht eben als schlank einzustufen ist. Problem? Eher nicht. Ich habe keine sonderlich dicken Handgelenke, dennoch sitzt die Truesmart komfortabel an Ort und Stelle. Sie wirkt kaum störend und auch das Gewicht von 106g empfinde ich noch als OK. Natürlich muss man dagegen halten, dass ein iPhone 5S gerade mal 9g schwerer als die Truesmart ist…

vlnr: Truesmart, Nike Sportwatch, Timex Chrono, Pebble

vlnr: Truesmart, Nike Sportwatch, Timex Chrono, Pebble

Die gesamte Uhr fühlt sich unglaublich hochwertig an. Das Displayglas ist aus Saphirglas gefertigt und sollte damit hervorragend gegen Kratzer und Stöße gewappnet sein, das Gehäuse ist aus geschwärztem Metall, ebenso SIM Abdeckung und Akkudeckel. Sehr fein. Sogar die Druckknöpfe sind aus Metall.

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Hat man die Uhr am linken Handgelenk so ist der Simkartenschacht und Lautsprecher links zu finden, rechts zwei Tasten sowie die Kamera. Unter dem Display im Armband verbaut finden wir Mikrophon sowie GPS Antenne. Der Rest wird über den 3,9cm messenden IPS TFT Bildschirm mit 240×240 Bildpunkten Auflösung gesteuert, sogar Multitouch ist möglich um z.B. mit bekannten Gesten Fotos vergrößern oder verkleinern zu können.

Der Tragekomfort ist generell hoch, die Uhr ist, wie gesagt, nicht störend, allerdings führt die Bedienung am Handgelenk auf Dauer durchaus zu Ermüdungserscheinungen.

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Was nicht unerwähnt bleiben sollte: Da sich die Antennen im Armband befinden kann selbiges nicht getauscht werden. Das könnte, speziell bei Täglichem Einsatz, durchaus zu Problemen führen.

Auf der Unterseite der Uhr finden wir dann noch die Ladekontakte. Um die Uhr aufzuladen wird sie in eine „Ladeschale“ eingesetzt. Diese Ladeschale ist allerdings SEHR filigran und macht nicht den Eindruck, mehr als ein halbes Jahr zu überleben.

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Inbetriebnahme

Hier muss man natürlich unterscheiden, ob beim regulären Kauf z.B. der Akku bereits installiert ist wie bei meinem Modell und ob  man eine Simkarte einlegen will oder nicht. Es sei auch erwähnt, dass zum aktuellen Zeitpunkt da ich diesen Testbericht schreibe noch keine iOS App für die Truesmart existiert, die Uhr also KEINE Benachrichtigungen von iOS anzeigen kann.

Will man eine Simkarte (Microsim) einlegen, so sind seitlich  zwei Schrauben zu lösen, die Simkarte einzustecken (rastet nicht ein!) und dann der Deckel wieder aufzusetzen und fest zu verschrauben. Unten am Deckel „baumelt“ dann meist eine kleine Dichtung auf die man gut aufpassen sollte; einerseits, sie nicht einzuklemmen, andererseits sie nicht zu verlieren. Ich rate zudem jedem, einen ordentlichen Schraubenzieher zu verwenden und nicht unbedingt den beigepackten. Einerseits erschwert sich das Prozedere damit nur, andererseits werden die Schrauben unverhältnismässig stark abgenudelt…äh abgenutzt 😉

Will man den Akku oder die SD Karte tauschen, so müssen vier Schrauben auf der Unterseite gelöst werden. Grundsätzlich kein Problem, außerdem sollte dies nur alle heiligen Zeiten geschehen. Dennoch sollte jeder für sich überlegen, ob er die Uhr unbedingt aufschrauben muss, oder es besser vorerst bleiben lässt. Auch hier rate ich zu Geduld und einem guten Schraubenzieher um lange Freude an der Uhr zu haben.

httpv://www.youtube.com/watch?v=NvLohkq691c

Sind die Schrauben unten gelöst, so lässt sich der Deckel einfach entfernen; auch hier muss man auf die kleine Dichtung achten; sie darf natürlich später nicht eingeklemmt oder in irgendeiner Form beschädigt werden.

Ist also die Simkarte und ggf. SD Karte sowie Akku installiert (in meinem Fall musste ich nur die Simkarte einlegen), so reicht ein Druck auf den oberen Knopf um die Uhr einzuschalten. Man sieh das (etwas bescheidene) Omate Logo und findet sich im Android System wieder.

Bedienung & Userinterface

An der Bedienung gibt es grundsätzlich nichts zu meckern, jedoch wäre es ganz nett vom Omate gewesen, eine kurze Anleitung beizulegen um nicht alles selbst herausfinden zu müssen.

Grundsätzlich kann die Uhr über beide Tasten aufgeweckt werden. Auf Berührungen am Display reagiert sie derzeit nicht. Auch nicht auf eventuelles „bewegen“. Zwar gibt es da Apps im Omate Store, diese (WatchON) saugen derzeit aber noch innerhalb kürzester Zeit den Akku leer, da sie die Uhr am aktivieren ihrer Energiesparmodi hindern.

Wurde die Uhr per Tastendruck aufgeweckt, so kann sie durch kurzes streichen in beliebiger Richtung entsperrt werden. Je nachdem was zuletzt aktiviert war (App drawer oder Omate UI) wird entsprechende Oberfläche angezeigt. Die obere Taste sperrt die Uhr wieder oder bietet, bei längerem Tastendruck, die Möglichkeit sie stumm- oder ab zu schalten oder aber auch den Flugmodus zu aktivieren.

Die untere Taste aktiviert die Omate UI, also jene Home-Bildschirme die wir ja von Android kennen. Einmal drücken bringt uns immer wieder zum (festlegbaren) Hauptbildschirm zurück, nochmals drücken zeigt alle Home-Bildschirme in Übersicht an. Natürlich beherrscht die TS von Live Hintergründen über Einstellungs- oder Appshortcuts bis hin zu Widgets und sogenannten „O-Applets“ alles, was sich der Nutzer wünscht; lediglich Ordner können nicht auf den Homescreens angelegt werden, wohl aber im Appdrawer.

httpv://www.youtube.com/watch?v=ZQJDmh56yI8

Bildschirmfotos können natürlich ebenfalls jederzeit erstellt werden, hierzu müssen beide Tasten kurz gedrückt gehalten werden.

Das Userinterface ist übersichtlich und recht durchdacht; speziell die Einstellungen sind gut zu bedienen. Durch die Wischgeste von rechts nach links kann systemweit überall wieder ein Schritt zurückgegangen werden. Wer auf seiner Truesmart den Play Store aktivieren will, muß lediglich *#20130920 in der Telefon-App eingeben, schon wird der Play Store freigeschaltet. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Google die TS nicht offiziell unterstützt und viele Apps noch durchaus Probleme verursachen können; Runtastic beispielsweise schneidet den Login-Button ab und nur wer Runtastic mit Facebook verbunden hat kann sich so über Umwege einloggen.

Wie gesagt, grundsätzlich funktioniert die Truesmart gut, allerdings tauchen an allen Ecken und Enden kleine „Mängel“ auf. So wurde zwar auf Kickstarter ein Contest veranstaltet in dem (wirklich sehr schöne) alternative Zifferblätter von Nutzern eingereicht wurden, allerdings jedoch können diese Zifferblätter nicht in den Displayeinstellungen aktiviert werden. Selbst das Zifferblatt das die Omate UI mit sich bringt deckt sich nicht mit jenen, die als „Sperrbildschirm-Zifferblatt“ auswählbar sind. Zumindest das hätte möglich sein sollen bei Auslieferung.

Dann die Update-Funktion. Es darf einfach nicht sein, dass der Hersteller schon in der Beschreibung zum ersten Update vermerken muss, dass ggf. die Uhr einfriert und dann der Akku entfernt werden muss, um sie neu zu starten.  Das Konzept ist super, OTA (over the air) Updates vom Hersteller, aber die müssen dann auch wirklich einwandfrei funktionieren und nicht das Aufschrauben der Uhr notwendig machen (so war’s in meinem Fall). Außerdem wird derzeit hartnäckig ein bereits installiertes Update als nach wie vor zur Installation bereit angezeigt.

Fairerweise aber sollte hier auch erwähnt werden, dass die Truesmart sich eben in einem unglaublich frühen Entwicklungsstadium befindet und genau diese „Mängel“ jene sind, mit denen Kickstarter-Fans nunmal rechnen müssen. Ich bin daher guter Dinge, dass sich all dies recht bald geben wird. Allerdings hat’s bei der Pebble ein Dreivierteljahr gedauert, bis z.B. endlich alle Benachrichtigungen zuverlässig funktionierten…

Benachrichtigungen & Verbindung zum Telefon

… ja das ist halt so eine Sache. Wer den Luxus einer Dualsimkarte hat, also quasi SMS Nachrichten und Anrufe sowohl auf der Truesmart als auch dem iPhone erhält, hat hier kaum ein Problem. iMessages natürlich kommen nicht auf der Omate an. Auch am Sperrbildschirm wird, je nach gewähltem Zifferblatt natürlich auch über eingegangene SMS oder Emails und Anrufe informiert.

Ohne Dualsimkarte hingegen bzw. mit einer eigenständigen Simkarte in der Truesmart wie ich sie verwende, verringert sich leider der Nutzwert derzeit nochmals deutlich. Es macht für mich keinen Sinn, meine Anrufe vom iPhone auf die Uhr umzuleiten. Emails können natürlich empfangen werden, aber schon bei SMS guckt man als iPhone Nutzer mangels SMS Weiterleitung in die Röhre.

Android Nutzer wiederum haben es deutlich einfacher. Einerseits können SMS auf Android bequem an andere Nummern weitergeleitet werden, andererseits können Audioprofile teils sogar bequem über NFC Tags auf Android aktiviert werden. Quasi einmal den richtigen Tag ans Telefon halten, schon werden SMS & Anrufe z.B. zur TS umgeleitet.

In Summe aber bedürfte es einer zuverlässigen „Companion-App“ für sowohl Android als auch iOS die Benachrichtigungen, welcher Art auch immer, zur Uhr weiterleitet. Diese App existiert zwar für Android bereits, nicht aber für iOS – und auch unter Android in einer ausgesprochen frühen Version. Wer nun meint, einfach eine Kopplung über Bluetooth zwischen TS und iPhone herzustellen – auch das funktioniert derzeit leider nicht; zwar lassen sich die Geräte koppeln, danach allerdings meldet das iPhone, die TS sei kein unterstütztes Gerät.

In Summe muß also gesagt werden: Die Truesmart ist DERZEIT als ERWEITERUNG zum Smartphone kaum zu empfehlen, mit eigener Simkarte, vorzugsweise einer Dualsim, hat die Truesmart gleich viel mehr praktischen Nutzen. Allerdings sind dies alles Softwareproblemchen, welche die Entwickler hoffentlich sehr bald beheben werden.

Tastatur

Ohne Frage wirft die Texteingabe auf solch kleinem Bildschirm die größte Skepsis auf. „Funktioniert das überhaupt?“ hab ich nun schon mehrmals gehört. Sagen wir es mal so: Ja, mit Geduld und Übung. Omate liefert das „Fleksy“ Keyboard mit; allerdings muss die „Pro“ Version nachträglich gekauft werden. Hat man das Fleksy Tutorial abgeschlossen und etwas geübt, so kann durchaus damit der eine oder andere kurze Text getippt werden. Komfortabel ist aber dennoch anders. Die eingebaute Android Tastatur hingegen würde ich ob der extrem kleinen Tasten niemandem ans Herz legen.

Auch hier schleichen sich aber manchmal noch Softwarebugs ein; so  scheint manchmal der Bildschirm zu empfindlich zu sein und es werden dann mehrere Buchstaben erwischt, die gar nicht gewünscht waren. Aber auch hier gilt: Das können die Entwickler sicher recht schnell ausbessern.

SMS & Email

SMS und Email sind im Grunde kaum von den Apps auf Android Mobiltelefonen zu unterscheiden. Meist kann durch wischen von Links der Schuber mit den Einstellungen aufgerufen werden. Der Rest ist quasi Standard. Sowohl Benachrichtigungstöne als auch Häufigkeit der Nachrichtenabrufe können eingestellt werden. Push für iCloud sucht man allerdings vergebens. Gleiches gilt auch für den SMS Versand.

Wasserdichtheit

Die Truesmart ist gemäß IP-67 wasser- und staubdicht. Dabei entspricht die erste Zahl der höchsten Staubdichtheit und die zweite Zahl einer Wasserdichtheit von bis zu 30minuten und einer Tiefe zwischen 15cm und einem Meter. Summa summarum kann also ohne Bedenken mit der Truesmart geduscht und gesportelt werden, auch ein Ausflug in den Pool sollte möglich sein; zum Tauchen ist die TS aber nicht geeignet. Mehrere Duschgänge hat meine Truesmart ohne Probleme überstanden.

Akkulaufzeit

Screenshot_2013-12-29-11-27-37Hier muß ebenfalls unterschieden werden, was man der Uhr abverlangt. Eine reine Bluetooth-Nutzung, also ohne Mobilfunk oder WLAN Verbindungen konnte ich mangels iPhone Anbindung noch nicht testen – das reiche ich natürlich, so bald möglich, nach.

Sind Mobilfunk und WLAN eingeschaltet kommt man bei mäßiger Nutzung der Uhr und akzeptablem Empfang üblicherweise sehr gut über den Tag mit 20-30h Laufzeit. Im Flugmodus können ohne Mühe bis zu 2 Tage Laufzeit erreicht werden (natürlich bei geringem Nutzen der Uhr). Üblicherweise verbrauchen sowohl Mobilfunk als auch WLAN je etwa 30% des Akkus.

 

Die eigentlichen Tücken finden sich in zusätzlichen Apps. Wie oben bereits erwähnt verringert eine vermeintlich nützliche Zusatzapp „WatchON“, welche die Truesmart zur Anzeige der Zeit über die Beschleunigungssensoren aufwecken soll, die Laufzeit um mindestens die Hälfte. In den Omate Foren erfährt man hierzu, dass diese App z.B. den Prozessor am Stromsparen hindert. Ebenso können viele andere Apps ähnliche Auswirkungen auf die Laufzeit haben; und durch den sehr kleinen Akku merkt der Nutzer dies natürlich umso stärker und schneller. Deshalb sollte man die Uhr nicht mit einer Vielzahl von Apps die man vielleicht vom Smartphone her kennt überfrachten sondern besser eine nach der anderen installieren und die Laufzeit genau im Auge betrachten.

Apps

Ich will hier weniger auf die mitgelieferten Apps eingehen als auf die derzeit noch bestehende Problematik, dass Google den Play Store offiziell nicht auf Geräten mit dieser  Auflösung (240×240) zulässt. Dies und natürlich die derzeit noch geringe Verbreitung dieser und ähnlicher Uhren führen dann dazu, dass manche Apps sich gar nicht installieren lassen, andere aber buggy sind oder einfach seltsame Fehler aufweisen. Runtastic z.B. schneidet den wichtigsten aller Buttons ab, nämlich jenen um sich mit dem Runtastic Konto anzumelden. Die Hue App lässt sich gar nicht installieren. Andere Apps wie z.B. Facebook oder auch Google+ Funktionieren fein, dito für Foursquare. Allerdings hebeln viele Apps die Gesten der Truesmart aus – manchmal funktioniert die „zurück“ Geste nicht und auf die Notifications hat man ohnehin nur vom App-Drawer aus Zugriff.

Und wieder gilt: Work in progress – die Entwickler werden hier hoffentlich noch viel, sowohl auf Omate Seite als auch auf Google Play Seite nachbessern.

Telefon Empfangs- und Gesprächsqualität

Die Truesmart kann telefonieren. Derzeit ist leider aber auch dieses Feature vollkommen unbrauchbar. Anrufe auf der Uhr (eingelegte Simkarte vorausgesetzt) werden zwar zuverlässig und hörbar (sowie spürbar) angezeigt, auch die Rufannahme funktioniert grundsätzlich, allerdings ist seltsamerweise für den Gesprächspartner jegliches Gespräch, gelinde gesagt, extrem mühsam. Während die Stimme des Gegenübers akzeptabel (bei weitem nicht großartig) ankommt, hört der Gesprächspartner das eigentliche Gespräch nur schlecht, dafür seine eigene Stimme mit leichter Verzögerung und angereichert um viele Störgeräusche gleich doppelt. Mit viel Nachfragen mag man zwar in einem Gespräch auf beiden Seiten erraten können, was der Inhalt des Gesprächs ist, komfortabel oder empfehlenswert ist dies aber derzeit keineswegs.

Die Empfangsqualität selbst ist OK; dank der im Uhrband verbauten Antennen hat die TS recht guten Empfang, sowohl was WLAN als auch was 3G oder Bluetooth angeht. Richtige Handys sind dem aber dennoch überlegen.

Dass man sowohl bei Gesprächs- als auch bei Empfangsqualität durchaus Abstriche machen muss, will man dies über ein Gerät in Uhrengröße bewerkstelligen, ist klar. Leider aber ist die Qualität beim Gespräch so schlecht, dass hier vom Hersteller, so weit möglich, auch dringend nachgebessert werden sollte!

Kamera

Wie bereits erwähnt hat die TS eine kleine Kamera eingebaut die genau dort sitzt, wo „normale“ Uhren die Krone zum Einstellen der Uhrzeit haben. Technisch kann die kleine Kamera 5 Megapixel auflösen und 720p Videos aufzeichnen. In der Praxis ist das Ergebnis vergleichbar mit Bildern von 2007 etwa. Bei schlechten Lichtverhältnissen gänzlich unbrauchbar, bei Sonnenschein gerade noch akzeptabel. Durch die Nähe zur Haut des Trägers ist aber das Glas meist verschmiert und es zieht sich damit schnell ein Grauschleier über die Bilder.

Die Kamera App selbst wäre ganz praktisch zu benutzen (es kann sehr schnell ein Foto oder Video erstellt werden) – allerdings stürzt die App ungefähr bei jedem dritten Bild ab. Auch hier also: Baustelle; an der generellen Qualität der Kamera wird das aber wenig ändern. Natürlich muss man fair bleiben: Dies ist ein Miniaturgerät und kein Ersatz für eine gute Kamera. Und natürlich ist immer jene Kamera die Beste, die man auch dabei hat; im Zweifel also die Truesmart.

FAZIT

Ich mag die Truesmart und ich wußte, worauf ich mich bei einem Kickstarter Projekt einlasse. Außerdem bin ich guter Dinge, dass Omate die Nutzer der Truesmart noch mit vielen Softwareupdates beglücken wird, die die TS zu einem hervorragenden Begleiter werden lassen. Ich freu‘ mich z.B. schon besonders darauf, den ersten Lauf mit der Truesmart alleine aufzuzeichnen, vielleicht sogar, während ich die Jabra Sport Kopfhörer direkt mit der Uhr verbunden habe! Wenn das funktioniert wäre es einfach großartig, das Handy gänzlich zu Hause lassen zu können. Außerdem bin ich von der ausgesprochen hochwertigen Verarbeitung begeistert, viel Metall und Glas wirken robust und langlebig.

Aus Sicht eines Nutzers aber der ein ausgereiftes Gerät sein Eigen nennen will, kann ich die Truesmart derzeit (noch) nicht empfehlen. An zu vielen Ecken und Enden muss noch dringend nachgebessert werden.

Ich werde diesen Testbericht mit Updates erweitern, sobald ich (oder andere Nutzer) neue Erkenntnisse zur Software, Bedienung oder Lösung genannter Bugs gefunden haben! Stay tuned 🙂