Kurztest: Nuki 2.0 – Die Haustür wird nochmal smarter.

Bereits im Oktober 2016 hab ich ausführlich vom Intelligenten Schloß „Nuki“ für die Haustüre berichtet. An der grundsätzlichen Funktion hat der österreichische Hersteller zwischenzeitlich nichts geändert, der Funktionsumfang ist nun aber mit Version 2.0 des intelligenten Türschlosses deutlich gewachsen. Was es nun besser kann und wie sich Nuki 2.0 im Alltag schlägt, speziell verglichen mit Nuki 1 erfährst du hier.

Verpackung & Lieferumfang

Auf den ersten Blick hat sich an der Verpackung nicht viel geändert. Im Vergleich zum ersten Nuki wird hier aber nun nur Karton eingesetzt. Beim Nuki 2.0 ist zudem ein kleiner selbstklebender Magnet mit in der Verpackung der als „Türsensor“ fungiert. Natürlich finden wir auch nach wie vor die beiden Montageplatten, eine zum Schrauben sowie eine zum Kleben. Vier AA Alkalibatterien sind bereits vorinstalliert.

Installation

Diese ist analog zum originalen Nuki. Sehr löblich: Die alten Montageplatten passen nach wie vor, in meinem Fall war es also tatsächlich ein Akt von Sekunden das neue Nuki auf die alte Platte  zu stecken.

Inbetriebnahme

Hier wird die Angelegenheit schon ein bisschen schwieriger, wenn man von Nuki 1 kommt. Den hohen Sicherheitsstandards ist es geschuldet, dass man alle Nutzer neu anlernen muss. Ein einfaches kopieren aller Einstellungen und Nutzer ist NICHT möglich. Also müssen all jene Personen, die das Smartphone zur Bedienung nutzen ,wie auch alle Fobs oder ein etwaig vorhandenes Keypad, mühsam neu angelernt werden. Speziell wenn man z.B. einen Fob an Freunde verliehen hat, ist das ein wenig mühsam da der Fob zum neuen Anlernen in Bluetooth-Reichweite gebracht werden muß.

Grundsätzlich folgt man aber einfach den Angaben in der Nuki App, egal, ob man neuer Nutzer oder Bestandskunde ist. Ist man der Administrator ist das neue Schloß schnell in der App integriert und die Einladungen sind ebenfalls schnell für alle Nutzer versandt.

Lautstärke

Das neue Nuki 2.0 ist leiser als das gaaaaaaanz originale Nuki. Dazwischen hatte der Hersteller aber bereits etwas nachgebessert, seither sind alle Nukis, inklusive dem neuen, etwas leiser geworden. Die doch recht kompakte Bauform bietet aber kaum Rum für Geräuschdämmung, lautlos ist Nuki also nach wie vor nicht.

Design

Optisch ist Nuki 2.0 nicht vom Vorgänger zu unterscheiden. Lediglich, wer die Unterseite betrachtet findet einen Homekit-Code.

Das ist neu: Der Türsensor

Hier war ich ehrlich gesagt absolut erstaunt. Als ich den kleinen Magneten Betrachtete und in der Nuki-App den Aktivierungsprozess startete, dachte ich nicht, dass der doch große Abstand zwischen Magnet und Nuki eine zuverlässige Erkennung einer offenen oder geschlossenen Türe ermöglichen würde. Tut er aber. Man Installiert den Magneten in einer Linie zur Unterkante von Nuki und folgt den Anweisungen. Dabei mißt Nuki einmal bei geschlossener, einmal bei offener und einmal bei angelehnter Türe. Ratzfatz ist der Sensor in Betrieb und fortan zeigt die Nuki app verlässlich, ob die Tür offen, angelehnt oder geschlossen ist. Das ist hilfreich um z.B. ein automatisches Versperren nach dem automatischen Aufsperren zu unterbinden, wenn man z.B. noch Einkäufe reinbringen muß. Hier fuhr bislang der Schließbolzen ins Leere bei offener Tür und konnte so beim Schließen durchaus zu Beschädigungen führen. Das ist nun Geschichte. Top! Einzig, dass der Magnet schwarz und nicht weiß ist, ist schade. Wer hat schon schwarze Türrahmen?

Ebenfalls neu: HomeKit Unterstützung

Ich hatte mal probiert ggf. das alte Nuki über HomeBridge und einen RaspberryPie Zero W mit Homekit zu verbinden – ich scheiterte. Ich bin da aber auch eher ein DAU.

Nun mit Nuki 2.0 ist das eine Sache von einer Minute. Home App öffnen, auf das PLUS tippen, Gerät hinzufügen, Homekit Code scannen, schon ist Nuki da und kann verwendet werden. Einziger Haken: Tippt man das Schloß im versperrten zustand innerhalb der Home-App an, so sperrt es auf einen Tap eben nicht nur auf, sondern öffnet auch gleich die Tür (sofern man Knauf anstatt Klinke gewählt hat). Via Siri kann man aber sehr wohl sagen „Hey Siri, Haustür aufsperren“, „…Haustür versperren“ oder „Haustür öffnen“. Siri selbst kann das also unterscheiden.

Eines gilt es aber zu bedenken: HomeKit erlaubt keine Bridges. Während die Nuki App von unterwegs über die Nuki Bridge (wenn vorhanden) auf das Türschloß zugreift, so gelingt dies bei Homekit nur dann, wenn entweder das iPhone via Bluetooth Verbindung zu Nuki aufnehmen kann oder aber ein Homekit Hub in Bluetooth Reichweite ist. Als Homekit Hub können iPads (Air2, Pro2, Pro3), AppleTVs (4 und 4k) sowie der HomePod fungieren.

Die dritte Neuerung: Bluetooth 5.0

Weniger prominent aber subjektiv sehr wichtig ist die Umstellung von Nuki auf Bluetooth 5. Hier erst wird größere Reichweite und schnellere Reaktion des Schlosses möglich. Und das zeigt sich im Alltag sofort. Die Reaktion von Nuki auf entweder HomeKit Kommandos oder auch direkt über die Bridge angestoßene Aktionen ist deutlich schneller als zuvor. Speziell der Auto-Unlock bei massiven Haus- oder Wohnungstüren wurde deutlich verbessert, in meinem Fall öffnet Nuki nun endlich schon bei der Annäherung an die Haustür und nicht erst wenn man das Hinterteil mit dem in der Gesäßtasche befindlichen Handy in Richtung Haustür dreht ;-)))

FAZIT

Nuki hat auf seine Nutzer gehört und viele Details verbessert. Es ist allgemein schneller geworden und dank Bluetooth 5 ist die Verbindung deutlich zuverlässiger. Der Türsensor verbessert das Nutzererlebnis zusätzlich und dank HomeKit Einbindung lassen sich nun auch allerlei Automatismen anlegen, ohne IFTTT involvieren zu müssen oder die Sicherheit zu kompromittieren.

Für jeden, der noch kein Nuki sein Eigen nennt heißt es nun: Zuschlagen. Ich kann keine Nachteile erkennen. Wer bereits ein Nuki besitzt sollte sich natürlich überlegen, ob HomeKit und  Bluetooth 5 Grund genug für einen (recht kostspieligen) Wechsel sind.

Bestandskunden bekommen aber immerhin bis zu 150€ beim Kauf von Nuki 2.0 zurück, sofern sie gewillt sind, das alte Nuki an den Hersteller zu retournieren.

 

Nachtrag:

Ebenfalls eine kleine Neuerung ist die Unterstützung von „Knaufzylindern“ durch Nuki. Passende Adapterplatten liefert der Hersteller anscheinend Kostenfrei nach!

3 Replies to “Kurztest: Nuki 2.0 – Die Haustür wird nochmal smarter.”

  1. Vielen Dank für deinen Bericht. Schon seit längerem habe ich ein Auge auf Nuki. Allerdings scheiterte bei mir die effektive Umsetzung an der fehlenden Unterstützung von Schweizer Profilzylindern. Das sollte noch Erwähnung finden; Nuki 2.0 ist fortan mit den passenden Adaptern, welche man kostenfrei dazu bestellen kann, mit Schweizer Türen kompatibel. Die Option , die Adapter zu der Bestellung hinzufügen fehlt zwar noch, soll aber definitiv kommen. Wann? Das konnte mir der Nuki- Support noch nicht mitteilen.

    Ich bin gespannt auf das Nuki 2.0, habe noch meine Zweifel ob es wirklich „magisch“ ohne drüber nachzudenken, meine Tür auf und zuschliesst. Ich lasse mich hier aber gern eines besseren Belehren.
    Die oft kritisierte Lautstärke ist ja, wie du schreibst, ebenfalls verbessert. Ob die Lautstärke Des Nuki 2.0 leise genug für meine sehr gut hörende Freundin ist, muss sich erst noch zeigen.

    1. Hi Sebastian, danke für den Hinweis, habe ich ergänzt.

      Ja, naja „magisch“ ist so eine Sache 😉 Wer z.B. im Stahlbetonhaus mit massiven Türen lebt, wie ich, muss meist näher ran ans schloß, damit die Magie stattfindet. Wer eine klassische dünnere Wohnungstür hat, genießt hier dann nochmals mehr Komfort.

      Das mit der Lautstärke ist halt extrem individuell. Nach vielen Jahren Nuki gibts in meinem Fall kein Familienmitglied mehr (weder zwei- noch vierbeinig), welches noch ein Ohr spitzt, wenn Nuki loslegt.

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