Nike-SportWatch-GPS-VoltIn unserer Reihe „Der Fitness auf der Spur“ haben wir ja bereits das Nike+ Fuelband, die Withings WiFi Personenwaage sowie Withings‘ Blutdruckmessgerät behandelt. Nun wollen wir uns auch noch die Nike+ Sportwatch ansehen, die sich dezidiert an Läufer richtet.

Mit GPS sowie Integration des Nike+ Schuhsensors und eines optionalen Herzfrequenzmessers von Polar sollte man gut für ausgibige Läufe gewappnet sein.

Ob sich die Uhr aber im Alltag bewährt, das Design überzeugt und vor allem ob sie den den stolzen Preis Wert ist, erfährt, wer weiter liest!

Verpackung & Lieferumfang

Getestet wurde das knallgelbe Modell der Sportwatch. Wer sich für das schwarz-blaue Modell entscheidet, bekommt keinen Schuhsensor mitgeliefert. Neben den beiden nun genannten gibt es teils auche in weisses sowie ein schwarz-gelbes Modell. Insgesamt hübsche Farbgebungen.

Verpackung

Verpackung

Die Verpackung ist ausgesprochen kompakt und zur jeweiligen Uhr passend. Sehr lobenswert ist der verzicht auf Kunststoffe in der Verpackung, alles ist in stabilem Karton ausgeführt. Neben der Uhr finden wir noch ein Kabel zur Synchronisation, den Schuhsensor sowie eine kleine Anleitung.

Design

Nun, man muss natürlich Digitaluhren „mögen“ um die Sportwatch hübsch zu finden. Das Design ist gefällig und ausgesprochen funktionell, der Tragekomfort ist sehr hoch. An Bedienelementen finden wir an der linken Gehäuseseite drei Knöpfe.

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Auf/ab sowie einen Knopf zum Bestätigen der jeweiligen Einstellung. Die Uhr ist relativ groß und dick, für Damen könnte sie eventuell etwas zu wuchtig wirken, speziell, wenn man sich für ein außen schwarzes Modell entschieden hat.

Das Display ähnelt dem ePaper Display der Pebble Smartwatch, ist also bei Lichteinstrahlung EXTREM gut zu lesen. Vom Prinzip her handelt es sich um ein „transreflektives schwarzweiß TFT Display“. Wenn man beherzt mit einem Finger auf die Uhr klopft schaltet sie zudem die Hintergrundbeleuchtung ein – eine Wohltat bei Läufen in der Dämmerung (oder im Kino ;-)).

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Wie schon erwähnt, ist das Uhrband ausgesprochen komfortabel zu tragen. Es weißt doppeldorne auf sowie eine zusätzliche Schießklappe die einerseits verhindert, dass etwas „absteht“ von der Und welche andererseits auch gleich den USB Anschluß verdeckt. Ebenfalls sehr komfortabel.

Inbetriebnahme

Um die Uhr nach der Lieferung voll und ganz nutzen zu können, ist leider auch hier eine Computerverbindung notwendig. Ohne die eigenen Körperdaten über die Nike+ Connect App auf dem heimischen Rechner auf die Uhr zu überspielen, sind die Funktionen leider stark eingeschränkt.

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Grundsätzlich ist die Inbetriebnahme aber ratzfatz erledigt und stellt den Nutzer keinesfalls vor Problem welcher Art auch immer. Es ist natürlich ratsam, die Uhr einmal voll aufzuladen. Nike gibt übrigens 9h Akkulaufzeit an. Dies bezieht sich auf die Nutzung als LAUF Uhr, sprich, mit aktiviertem GPS Empfänger. In unserem Test konnten wir die Uhr ohne Probleme bis zu einer Woche ohne Aufladung nutzen, wenn keine Läufe stattfanden.

Neben den Körperdaten kann natürlich auch festgelegt werden, ob eine 12h oder 24h Uhrzeit angezeigt wird, und ob Meilen oder Kilometer das Maß aller Dinge sind.

Bedienung

Die Bedienung gibt keinerlei Rätsel auf. Drückt man die rauf/runter Taste gelangt man ins Menü, drückt man die schwarze Taste etwa 3 Sekunden lang, so gelangt man sofort in den Laufmodus. Generell springt man mit den beiden gelben auf/ab Tasten eben auf oder ab in den Listenartigen Menüs, der schwarze Knopf dient zur Bestätigung einer Auswahl. Das war’s. Easy!

Sensoren

Wie bereits eingangs erwähnt, versteht sich die Uhr nicht nur auf den Empfang von GPS Daten sondern auch auf den Nike+ Schuhsensor, welcher mit dem hier getesteten Modell mitgeliefert wird, sowie auf ein spezielles Modell des Polar Wearlink Pulsgurtes.

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Dieser muss einmalig bei der Uhr „angelernt“ werden und wird fortan problemlos gefunden, auch der Schuhsensor wird binnen weniger Sekunden gefunden. Es dauert ca. 30 Sekunden bis die Uhr das GPS Signal empfangen hat, dies wird durch ein paar kurze Piepsignale angezeigt und der Lauf kann gestartet werden.

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Erwähnenswert ist hier, dass man unbedingt durch einen ersten outdoor-Lauf den Schuhsensor kalibrieren sollte. Ich verabsäumte dies und ein 2,7km Lauf am Laufband wurde von der Uhr nur mit 440m aufgezeichnet. Laut Anleitung wird durch einen outdoor-Lauf mit sowohl GPS als auch Schuhsensor dieser automatisch kalibriert.

Wer übrigens, so wie ich, keine „Nike+ kompatiblen“ Schuhe besitzt, so wie ich, dem sei eine kleine Tasche von Marware ans Herz gelegt mit der sich der Schuhsensor problemlos an den Schnürsenkeln befestigen lässt.

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Laufen

Hier brilliert die Uhr voll und ganz. Schwarze Taste 3 Sekunden drücken, warten bis die Sensoren verbunden sind, laufen. Wenn’s dunkel ist kurz auf’s Display tippen um die Beleuchtung einzuschalten. Bei verbundenem Pulsgurt wird, auf Wunsch, neben Geschwindigkeit oder z.B. Strecke auch die Herzfrequenz zuverlässig angezeigt.

Ist der Lauf beendet, werden neben historischen Daten („neue Bestzeit“ oder „längster Lauf“) auch Durchschnittsgeschwindigkeit, durschnittliche Herzfrequenz usw. am Display angezeigt.

Das alles, an sich, ist nichts außergewöhnliches. Das können die Konkurrenzprodukte von Polar oder Garmin natürlich ebenfalls.

Das Nike+ Portal

Die Nike+ Sportwatch allerdings spielt ihre Stärken nach der Synchronisation mit dem Nike+ Konto aus. Hier werden dann automatisch und außerordentlich hübsch die Strecke sowie erreichte Ziele usw. dargestellt. Vorbildlich! Natürlich können auch alle möglichen Aspekte des Laufs, auf Wunsch, mit Nike+, Facebook oder Twitter Freunden geteilt werden. Zudem kann dem Lauf ein Schuh zugewiesen werden (um festzuhalten, wie viele Kilometer mit welchem Schuh gelaufen wurden) und es kann vermerkt werden, wie die Witterung, der persönliche Zustand oder die Straße war, auf der man gelaufen ist.

Für mich persönlich ein vorbildliches System das einfach Spaß macht und unglaublich motivierend wirkt.

Nachteile

Vom hohen Preis von fast 170€ abgesehen, fast keine. Mit dem proprietären Nike+ System muss man sich natürlich arrangieren. Weder kann der Schuhsensor für irgendetwas anderes als den Lauf mit Nike+ Produkten oder ggf. einem iPod verwendet werden, noch kann der Polar Pulsgurt mit Nike+ Kompatibilität z.B. mit anderen Apps wie Runkeeper verwendet werden (obwohl er mit Studio-Geräten oder Polar Uhren sehr wohl funktioniert). Wer sich also für diese Uhr entscheidet sollte sich der Notwendigkeit des Nike+ Kontos und der Verwendung des selbigen bewußt sein.

Weiters fanden wir es schade, dass die Uhr selbst sehr wenige Einstellungsmöglichkeiten bietet. Außer der Uhrzeit kann man kaum Einstellungen vornehmen; bei einem Gerät in diesem Preissegment wäre es durchaus angebracht gewesen, der Uhr genug „Intelligenz“ mit auf den Weg zu geben, um z.B. die Körperdaten und sonstige Einstellmöglichkeiten genauso wie die Deutsche Sprache mit auf den Weg zu geben.

Fazit

Nike+ liefert zum Premiumpreis eine hübsche, recht robuste Uhr mit hervorragend ablesbarem Display und perfekter Integration ins Nike+ Konto. Der GPS Empfang funktioniert tadellos und die Möglichkeit, einen (speziellen) Polar Pulsgurt neben dem Schuhsensor zu verwenden sind als sehr positiv zu bewerten. Verbesserungswürdig ist lediglich die „Intelligenz“ der Uhr an sich, etwas mehr Einstellmöglichkeiten direkt am Gerät, wären schön. Und wo wir gerade dabei sind – die Möglichkeit, die Uhr gleich auch als GPS Tracker zu verwenden, wäre optimal.