Nello im Test: Mach‘ deine Gegensprechanlage smart!

Ein Leser hat uns vor einiger Zeit auf nello (eine Erweiterung für bestehende Gegensprechanlagen) hingewiesen, welches unter dem namen „Monkey“ bereits 2015 eine erfolgreiche Kickstarterkampagne verzeichnen konnte. 109.400€ von 1081 Unterstützern wurden bis zum 06. Dezember 2015 eingesammelt – Gratulation! Mit der Auslieferung wurde leider erst Mitte 2017 begonnen. Ob sich das Warten gelohnt hat, werden wir in diesem Test erläutern.

Aber wozu brauche ich das?

nello ist eine Erweiterung, welche die bestehende Gegensprechanlage schlauer macht und um folgende Funktionen erweitert:

  • Klingelmeldung am Telefon – wenn jemand klingelt, bekommt man eine Pushnachricht
  • Öffnen der Tür (betätigen des Türöffers) über die App
  • Automatisches öffnen der Tür, wenn ein Bewohner eintrifft. Dies funktioniert über einen Geofence. Wenn dieser betreten wird, wird für einen Zeitraum x beim Klingeln sofort der Türöffner betätigt.
  • Automatisches öffnen der Tür nach Zeitfenstern. Wenn innerhalb eines definierten Zeitfensters (inkl. Wiederholungen) geklingelt wird, wird der Türöffner betätigt. Zum Beispiel, wenn mittags das Kind von der Schule nach hause kommt.
  • Automatisches öffnen der Tür nach Zeitfenstern für Lieferanten. Hier können pro Lieferant mehrere Zeitfenster aktiviert werden

Verpackung und Lieferumfang

In einem kleinen Kartonschächtelchen geliefert ist nello so minimalistisch verpackt wie es nur geht, der kleine Plastikbeutel für die Kabel und den Schraubenzieher hätte man sich sparen können, aber da wollen wir mal umwelttechnisch ein Auge zudrücken.

Geliefert wird:

  • nello
  • Drähte zum anschließen an die bestehende Anlage
  • Schraubenzieher
  • Anleitung

Somit braucht man eigentlich nichts extra, um nello bei sich zu Hause zu montieren – löblich.

Installation

Dafür benötigt man die nello App:

nello.io
nello.io
Entwickler: nello.io
Preis: Kostenlos
nello
nello
Entwickler: nello.io
Preis: Kostenlos

Die Installation ist hier im Test das schwierigste Thema, das liegt unter anderem daran, dass meine Gegensprechanlage offiziell nicht unterstützt wird (Spoiler: es klappt aber dennoch) und, dass es so viele verschiedene Anlagen gibt, dass die Installation bei jedem immer andere Anforderungen an den jeweiligen User stellt.
Im optimalen Fall ist eure Anlage in der Liste von nello gelistet und es gibt eine einfache Anleitung direkt in der App, wie ihr nello installiert. Hier traue ich mich fast zu wetten, dass man das in weniger als 5 Minuten selbst erledigen kann. Hier ein Beispiel, wie das aussieht:

In meinem Fall musste ich mit einem Spannungsmesser ausmessen, wann beim Klingeln eine Spannung anliegt und welche Kontakte überbrückt werden müssen, damit die Tür geöffnet wird. Ich hab mich da etwas verzettelt und daher hat es gefühlt eine Ewigkeit gedauert. Wenn man da etwas geübter ist, oder sich nicht in falschen Gedankenspielen verläuft, klappt das sicher auch ratz fatz.

Übrigens: nello kann auch in Mietwohnungen einfach installiert werden, da alle Anpassungen natürlich auch wieder rückgängig gemacht werden können!

Gut, hab ihr das Gerät richtig angeschlossen, ist nach kurzer Wartezeit der Kondensator geladen, und die Verknüpfung mit eurem Account (welcher in der App angelegt werden muss) kann erfolgen. Da muss ich ehrlich sein, das ist jetzt eigentlich der einzige Punkt, der mir nicht wirklich gut gefällt.
Damit nello funktionieren und es von überall gesteuert werden kann, muss man natürlich eine WiFi-Verbindung (2,4GHz) herstellen. Damit das wiederum klappt, muss man irgendwie die Zugangsdaten (Netzwerkname/Kennwort) in das Kastl bekommen. Eine schöne Variante wäre hier, z.B. Bluetooth gewesen, oder, wie viele andere das machen, mittels eines eigenen Hotspots, in den man sich einmalig einloggt und dann die Daten vom heimischen Netzwerk hinterlegt. Leider geht nello hier einen anderen Weg und man „blinkt“ die Daten mittels Smartphone-Display in die kleine Box. Dazu hält man das Telefon mit den Display an nello und nach ca 2 minutigem Blinken sind die benötigten Daten übertragen und nello verbindet sich mit dem WiFi.
Da ich vorab schon als Tipp gelesen habe, dass man am besten die Displayhelligkeit auf 100% hoch stellt, hat das auch wunderbar geklappt, dennoch hätte man das etwas kundenfreundlicher gestalten können. Und ja, bevor hier jemand mault: Klar, für gewöhnlich macht man das einmal, und gut ist! 😉 Von daher natürlich kein „Punkteabzug“.

Die nello App

Die App ist hübsch und gut gegliedert. Man muss keine Funktionen suchen und neue Nutzer sind genauso schnell angelegt, wie ein Zeitfenster oder ein Serviceanbieter. Im Activity Feed wird angezeigt, wer wann das Gebäude betreten hat (Geofence), wer die Tür geöffnet hat oder irgendwelche Zeitfenster angelegt hat. Benutzer lassen sich schnell aktivieren und deaktivieren.

Eine kleine Anekdote am Rande: Es kamen bei mir Push-Benachrichtigungen doppelt für alle Events an. Eine gute Gelegenheit um den In-App-Service-Chat zu testen. Hier wurde mir sofort mitgeteilt, dass ich vermutlich mal mit einem zweiten Benutzer am iPhone angemeldet war. Das war tatsächlich so, denn ich musste über die App (das funktioniert nur dort) einen Benutzer für meine FHEM-Heimautomatisierung anlegegen. Hier hat der Support sofort und kompetent geholfen!

Im Alltag

Unsere Hauptanwendungen aktuell sind das öffnen der Tür über die App und, die Wichtigste, das Öffnen der Tür beim Eintreffen zu Hause.
Es ist schon sehr genial, dass wir komplett schlüssellos in die Wohnung kommen. Beim Eintreffen wird geklingelt, der Summer geht und bis man im 2. Stock ist hat das Bluetooth von Nuki auch bereits eine Verbindung mit dem Telefon hergestellt und unsere 2(!) Türen öffnen sich automatisch – ich liebe es!
Übrigens gibt es hier von Holger auch schon einen Testbericht zu Nuki.

Wenn Besuch kommt, sprich, man weiß wer kommt, muss man nicht erst zur Gegensprechanlage huschen, man kann direkt vom iPhone aus die Tür öffnen und sich gemächlich auf den Weg zur Wohnungstür machen. In der Zwischenzeit sollte der Besuch dann auch schon die zwei Stöcke hochgewandert sein.

Alexa Integration

Ja, es gibt auch einen Alexa Skill:
„Alexa, sage nello es soll die Tür öffnen“

Das ist leider nicht so praktisch (das liegt nicht an nello), weil man dann noch einen 4-stelligen Pin definieren und ansagen muss. Der Pin macht aus Sicherheitstechnischen Gründen natürlich Sinn, aber bis ich das alles angesagt habe, bin ich 3x bei der Tür oder habe das Telefon in die Hand genommen und die Tür geöffnet!
Da kann nello jetzt auch nichts dafür, das ist von Amazon so geregelt – vielleicht wird das mal besser, indem man den Pin gleich an die Phrase anhängen könnte!

FHEM Automatisation

Auch die FHEM Community war schnell und hat ein Plugin für die kostenlose Heimautomatisierung entwickelt und veröffentlicht.
Auch dieses Modul habe ich in Verwendung und es läuft hervorragend. Wie schon erwähnt, hier muss(!) man einen eigenen Admin-Benutzer in der nello-App anlegen, da man sich sonst jeweils gegenseitig ausloggt. Hier lässt nello nur eine Session zu – was natürlich auch sehr viel Sinn macht!

Fazit

Um ehrlich zu sein, sind für mich grundsätzlich die Funktionen von nello nichts Neues. Ich hatte diese Funktion bereits in FHEM so umgesetzt. Leider war das wenig stabil, da die 868MHz Funkstrecke, die dabei verwendet wurde, nicht sehr zuverlässig war. Außerdem hatte das zwar meistens, aber eben nicht immer funktioniert, was den WAF (Woman Acceptance Factor) sehr weit nach unten schraubte. 😉
Umso mehr freut es mich, dass es mit hello eine Lösung gibt, welche auch vom Otto-Normal-User installiert und verwendet werden kann. Kompatible Anlagen können leicht umgerüstet werden, „inkompatible“ (sprich die Spannungswerte werden eingehalten, aber es gibt keine Anleitung dazu) können mit etwas tüfteln auch erweitert werden. Hier optimalerweise beim Elektriker eurer Wahl nachfragen.
Nicht so schön finde ich die Blinksignale beim Einrichten, das könnte schöner ablaufen. Auch, dass versprochene Features aus der Kickstarter Kampagne noch offen und nicht umgesetzt sind, ist nicht so prickelnd. Hier wurde damals noch als Stretchgoal eine Integration von IFTTT, HomeKit und anderen Diensten angekündigt, welche aktuell leider von der Agenda verschwunden sind. Hier kann sich der versierte FHEM Anwender aber auch selbst weiterhelfen.
Nello kann direkt über die nello Homepage oder bei Amazon zum Preis von derzeit 149€ bezogen werden.

Eine Antwort auf „Nello im Test: Mach‘ deine Gegensprechanlage smart!“

  1. Vielen Dank für deinen Bericht. Habe mir das nello auch schon angeschaut, aber eine kompatible Gegensprechanlage habe ich nicht. Dieses Rumgefrickel, wo jetzt Spannung anliegt und wo nicht – traue ich mir nicht zu. Es schauen bei mir von der Rückseite der Gegensprechanlage 7 Kabel raus und alle haben andere Farben als die, die in der Anleitung von nello dargestellt sind. Ich habe keine Ahnung wofür die ganzen Kabel sind und was ich wo ranstecken muss. Leider kommt von daher nello für mich nicht in Frage. Einen Elektriker für solch ein Gimmick herzuzitieren, der einen nicht kleinen Stundensatz hat, ist es mir nicht wert.

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