Logitech Master MX 3 PressefotoComputermäuse. Fast jeder von uns hat eine, und meist nimmt man den kleinen Nager gar nicht so richtig wahr. Und doch ist er so essentiell. So viel ergonomischer als jedes Trackpad je sein kann, alleine schon wegen der Handhaltung. Logitech hat mir die die nagelneue MX Master 3 Maus für einige Wochen geliehen, und sie durfte zeigen, was sie so drauf‘ hat; für knapp über 100€ sollte das schon ein ordentliches Feature-Portfolio sein. Let’s dive right in…

Videoreview

Verpackung und Lieferumfang der MX Master 3

Logitech hat die MX Master 3 fast so umweltfreundlich und zeitgleich schick verpackt, wie die Tastatur MX Keys. Warum nur fast? Eine Kunststofflasche für Verkaufsaufsteller gibt’s noch. Ansonsten: Alles Karton und trotzdem mega schick. Wie auch bei der Tastatur finden wir einen Unified-Empfänger sowie ein USB-A auf USB-C Kabel und ein Booklet in der Verpackung.

Ersteinrichtung

Natürlich kann man die MX Master 3 Maus ganz einfach via Bluetooth mit dem Mac (oder Windows PC) verbinden. Maus einschalten, einen der drei Pairing-Buttons drücken, loslegen.

Noch schneller geht’s, indem man den Unified-Empfänger in einen freien USB-A-Port steckt – nach dem Einschalten der Maus ist selbige sofort einsatzbereit. Würde man hier mit der Einrichtung aufhören, hätte man sich aber um die meisten Features beraubt. Denn was es unbedingt bedarf, ist die Logitech Options Software…

Spezialfunktionen via Logitech Options Software

Tasten und Räder

Insgesamt hat die MX Master 3 Maus 7 Tasten und zwei Scrollräder. Da wären die beiden Haupttasten – das obere Scrollrad kann man ebenfalls als Button benutzen, wir finden unter dem seitlichen Scrollrad noch zwei Tasten und letztlich noch eine Daumentaste und eine zum Ent- bzw. Verriegeln des Scrollrades. Das Schöne daran: Diese ganzen Tasten können, mit Ausnahme der beiden „Haupttasten“, alle beliebig programmiert werden.

Ich für meinen Teil verwende die Maus recht klassisch und mit wenig Schnickschnack. Die seitlichen Vor- und Zurücktasten sind Gold Wert beim Browsen aber auch beim Vor- und Zurückspringen im Finder von Ordner zu Ordner. Aber, auch wenn man mit mehreren Personen in iMessage chattet, kann man mit diesen Tasten bequem vor- und zurück schalten von Person zu Person. Mein Favorit unter den Tasten ist aber die Daumentaste. Logitech nennt das „Gestenschalter“ und das trifft’s erstaunlich gut:

Der Gestenschalter (AKA Daumentaste)

Das Konzept: Abhängig davon, ob man die Taste nur drückt oder dabei auch die Maus bewegt, passieren unterschiedliche Dinge. Drücke ich die Daumentaste, so wird Exposé ausgelöst, also alle offenen Fenster am Bildschirm angezeigt. Bewege ich die Maus beim Drücken der Taste nach links oder rechts, so wechsle ich zwischen den Desktops (bzw. Vollbild-Apps) hin und her. Bewege ich die Maus dabei nach unten (als zu mir hin), so startet dies App-Exposé, es werden also alle Fenster der gerade im Vordergrund befindlichen App angezeigt. Alles am Mac, versteht sich. Während der einfache Tastendruck sofort in Fleisch und Blut übergeht, muss man mit den Gesten am Anfang etwas üben. Hat man es erlernt, so will man es nie wieder missen.

Logitech Options Gestensteuerung

Tja jetzt meint ihr das ist doch: ordentlich, nicht wahr? Ja, ist es, aber diese Funktionen sind noch lange nicht alles. Im obigen Bild, unten rechts, sehr ihr einen Button mit der Aufschrift „Duolink“. Hier geht’s munter weiter mit der Programmierbarkeit. Allerdings nur dann, wenn ihr die neue Tastatur MX Keys auch euer Eigen nennt.

Duolink

Wozu das gut ist? Ihr könnt nun z.B. sagen, dass, wenn ihr auf den MX Keys sie „FN“ Taste drückt, andere Befehle ausgeführt werden. z.B. die Multimediasteuerung. Also FN+Maus vor = lauter. FN+Maus nach hinten = leiser usw, links/rechts führen dann einen Titelsprung aus. Selbstverständlich kann man das auch vollkommen frei konfigurieren, wie man möchte.

Appspezifische Steuerungen

Damit aber nicht genug. Logitech Options vermag bei der MX Master 3 sogar die Steuerbefehle basierend auf der gerade sich in Verwendung befindlichen App zu ändern! So kann man z.B. für Final Cut Pro eine gänzlich andere Tastenbelegung verwenden, wie für z.B. den Finder. Die Möglichkeiten sind fast endlos.

Flow

Mit Flow, kann der Mauszeiger fließend vom Monitor des einen Rechners rüber zum Monitor des anderen Rechners geschoben werden. Man steuert also quasi mit der selben Maus zwei Rechner. Das klappt in der Praxis perfekt, sogar eine verbundene Logitech Tastatur wechselt entsprechend, wo sich der Mauszeiger gerade befindet, den Rechner!

Logitech Options funktioniert gut

Nun, normalerweise würde ich das ja nicht erwähnen; aber da ich mich in der Vergangenheit z.B. sehr über die Software der Circle 2 Überwachungskamera geärgert hatte, möchte ich das hier festhalten: Die Logitech Options Software funktioniert perfekt in der Praxis.

MX Master 3 von Logitech MX Master 3 von Logitech

Design & Ergonomie

Ja, wisst ihr, ne? Kann man drüber streiten, über das Design. Manche finden ziemlich abgehobene Gaming-Mäuse schön, manche loben Apples Mäuse über den grünen Klee. Ich, bei aller Apple-Affinität, finde Logitechs Mäuse immer noch sowohl die hübschesten als auch die praktikabelsten. Ich setze sie seit Anbeginn meiner Computerbenutzung ein und schwöre persönlich auf diese Mäuse.

MX Master 3 von oben

Die Infos bezüglich der vorhandenen Tasten habe ich euch ja schon gegeben. Das Design ist aber auch abseits der Tasten sehr gut gelungen. Die Vorgängermodelle MX Master und Master 2S z.B. hatten ein viel kleineres seitliches Scrollrad, zudem waren die Vor- und Zurücktasten nicht so ergonomisch, nämlich darunter, platziert.

Als neuer Käufer dieser Maus fällt das natürlich alles nicht auf, es ist auch eigentlich weniger relevant. Was ich euch damit sagen will: Logitech hat die Maus mit Bedacht weiter entwickelt und entscheidende Punkte weiter verbessert. Tasten haben wie gewohnt den perfekten Druckpunkt, sind aber besser erreichbar (Seitentasten, seitliches Scrollrad, Daumentaste). Die größte Verbesserung aber hat wohl das Haupt-Scrollrad erhalten…

Das MagSpeed Scrollrad der MX Master 3

Ich weiß nicht, ob ihr das Konzept der Scrollräder bei den MX Mäusen kennt: Diese lassen sich schon seit einer Weile auf „high speed“ schalten, die „Rasten“ fallen weg, und man kann extrem schnell durch lange Texte oder auch Ordnerlisten scrollen. Mit einem Tastendruck auf die Taste hinter dem Scrollrad ist dann diese Raste auch schnell wieder eingeschaltet, so man das möchte.

Mit dem „MagSpeed“ Scrollrad wurde diese Funktion nun weiterentwickelt. Denn die „Rasten“ sind nun (Elektro)Magnetisch gelöst, mechanisches „klacken“ beim Lösen der Raste entfällt, zeitgleich ist das Scrollen mit aktivierter Raste geräuschlos (siehe Videoreview). Das funktioniert in der Praxis dermaßen gut, dass ich die bei mir üblicherweise abgeschaltete Raste bei der Logitech MX Master 3 wieder aktiviert hatte und seither nicht mehr ausgeschaltet hatte.

MX Master 3 von Logitech

Was nämlich hieran ebenfalls gut gelöst ist: Scrollt man schneller, schaltet sich die Raste automatisch aus und man hat das gewohnt ultra-schnelle Scrollen für lange Dokumente (oder Blog-Artikel). It just works – ’nuff said 😉

Alles in allem finde ich die neue MX Master 3 ziemlich hübsch – im Rahmen einer Maus. Das Design ist auch etwas ruhiger als beim Vorgängermodell und die gummierte Oberfläche wirkt noch etwas angenehmer – das kann aber auch täuschen, da meine MX Master erster Generation schon einige Kilometer auf dem Buckel hat.

Farblich bietet Logitech übrigens neben dem hier getesteten grauen Modell auch ein schwarzes an – das würde farblich perfekt zu der neuen MX Keys Tastatur und dem MacBook Pro passen.

Abtastung auf allen Oberflächen: Die Logitech MX Master 3 kann das tatsächlich

Etwa 2009 wich mein damaliger Holzschreibtisch einer Glasplatte. Damals musste ich mir dann mit (zugegeben hässlichen) Mousepads behelfen. Dann kam eine der ersten Mäuse mit Logitechs „Darkfield“ Technik heraus. Kurz gesagt funktioniert diese Technik auf allen Oberflächen, auch Glasplatten ab 4mm Dicke – das dürfte für jede Tischplatte aus Glas zutreffen. Über all die Jahre konnte diese „Darkfield“ Technik vollends überzeugen. Der Sensor der MX Master 3 löst übrigens mit 4000dpi auf, das ist ein guter Wert.

Aufladung und Akkulaufzeit

Viel gibt’s hier nicht zu sagen. Ich hab die Maus nun mehrere Wochen getestet und laufe noch auf der ersten Akkuladung und da im ersten Drittel, denn Options zeigt noch keine Veränderung an. Voll geladen soll die MX Master 3 bis zu 70 Tage durchhalten. Wer sie 1min an ein USB-C Ladekabel hängt erhält 3h weitere Laufzeit. Einziger Mangel: Der Akku ist fest verbaut und lässt sich nicht einfach austauschen.

FAZIT

Ja gut, wenn ich mir diesen Artikel nun so durchlese, so finde ich keine großen negativen Punkte zur MX Master 3 Maus. Ihr wisst ja, ich versuche immer objektiv über alle getesteten Geräte zu berichten, und diese Maus ist nun mal einfach gut. Fühlt sich gut an, funktioniert gut, die Software hat Logitech gut hinbekommen, Scrollen ist ein Gedicht, schnell wie auch langsam, und der Sensor funktioniert perfekt, auch auf Glas. Ich kann die MX Master 3 Maus acht Stunden am Tag in Händen halten ohne Schmerzen zu bekommen und muss sie nur alle paar Monate mal aufladen und das über USB-C.

Klar, es gibt günstigere Mäuse und es gibt schnellere für Spieler. Aber als Alltagsmaus am Rechner, um effizient die Arbeit erledigen zu können, kann ich mir aktuell keine bessere Maus vorstellen. Simple as that.