Ich hatte sie alle. Das Original-iPhone wurde aus Amerika besorgt, und von 3G bis X wurden die Telefone quer durch Europa geordert um sie möglichst zum Marktstart in Händen halten zu können. Beim iPhone X spielte Apples Onlinestore für mich nicht mit, Haai Telekom konnte aber liefern.

Seit Anfang November 2017 ist nun das iPhone X bei mir im täglichen Einsatz. Mein „daily Driver“, wie man so schön sagt. Es löste die Spiegelreflexkamera und ebenso die Videokamera ab. Selbst dem iPad setzt es zu, denn dieses ist nun weniger im Einsatz als zuvor, dank des großen Displays. Aber mal ehrlich, mehr als 1000€ für ein Telefon? Ist es das wert? Nach 279 Tagen habe ich folgendes zu sagen…

Verpackung & Lieferumfang

Nun, hier muss man sich bei Apple ja nicht lange mit aufhalten. In der Verpackung finden wir neben kabelgebundenen Earpods (inklusive eines Klinkenstecker-Adapters) und dem obligatorischen Lightning Kabel noch Booklets die einem die neuen Gesten näherbringen sollen, Apple Sticker, ein lächerliches 5W Netzteil sowie natürlich das eigentliche Telefon.

Inbetriebnahme

Grundsätzlich hatte Apple hier unglaublich viel verbessert, mit iOS 12 bin ich guter Dinge dass es mit iPhone 9 und Xs noch besser laufen wird. Was habe ich mich nicht schon geärgert hatte über unvollständige Wiederherstellungen aus Backups, mühsame Softwareupdates bei Neugeräten deren Softwareversion älter als jene des zu ersetzenden Gerätes war usw. usf.

In diesem Fall hat Apple hier vieles verbessert und iPhones fragen schon früh, ob ggf. die Software aktualisiert werden soll, und wenn man sein neues iPhone neben ein altes legt, so fragt das Alte sofort, ob man die Daten übertragen möchte, was den gesamten Prozess angenehm verkürzt.

Ein weiterer Pluspunkt: Heutzutage fragt das neue Telefon, ob eine mit dem alten Telefon gekoppelte Apple Watch eventuell gleich mit dem neuen Gerät verwendet werden soll und kümmert sich dann auch um das korrekte entkoppeln vom alten iPhone und die darauf folgende Kopplung mit dem neuen Gerät. War ein langer steiniger Weg, aber jetzt klappt’s!

In Summe aber war die Installation und Einrichtung aber durchaus angenehm und verhältnismäßig flott. Und die Einrichtung von FaceID ist ein Gedicht; mehr dazu weiter unten.

Design & Qualität

Achtung: Die unterstehenden Fotos entstanden kurz nach Auslieferung und nicht nach 279 Tagen im Einsatz. Nur um das klar zu stellen.

Ich habe beruflich wie auch privat viele Handys in der Hand. Davon sind die meisten qualitativ durchaus OK, selbst die extrem günstigen. Dann gibt es da noch die „premium“ Geräte wie Samsungs Galaxy S9 z.B. – nach dem iPhone X optisch für mich eines der schönsten Geräte. Das iPhone X ist dann aber doch nochmal eine andere Liga was Passgenauigkeit und  grundsätzliche „Stimmigkeit“ angeht.

Betrachtet man das iPhone X, wenn es so am Esstisch rumliegt, so wirkt es wie ein schwarzer Edelstein. Ein Stück Glas mit perfekten Rundungen rundherum.

Als ich das spacegraue Modell bestellte war mir gar nicht klar, dass selbst der Edelstahl Rahmen schwarz sein würde. Ist er aber, hoch glänzend, poliert, geschwärzt. Dadurch wirkt er wie eine Einheit mit dem Display. Die spacegraue Glasrückseite fügt sich ebenso wunderbar ins Gesamtbild ein.

An Bedienelementen finden wir  noch weniger als üblich. Links den Stummschalter sowie die zwei Lautstärketasten, rechts die nun deutlich breitere Ein/Aus Taste. Der Homebutton ist verschwunden und stattdessen finden wir nur das riesige Display mit der „Notch“ als einziger Unterbrechung.

Auf der Unterseite gibt’s weiterhin drei optische Elemente, nämlich den linken und rechten „Grill“ die einerseits das Mikrofon andererseits einen der beiden Lautsprecher beherbergen (der zweite ist in der Notch untergebracht). Mittig unten finden wir nach wie vor den Lightning Anschluß (den ich nicht mehr verwende).

Die Rückseite ist, mit Ausnahme der nervigen Kamera-Ausbuchtung, eben, das Apple Logo schimmert silbern hinter dem Glas. Optisch toll.

Ja und dann ist da die Kameraausbuchtung und die ist im Grunde der einzige Punkt, der mich nervt und stört. Er nervt, weil das Telefon so beim Tippen nicht am Tisch liegen kann und durch die Dimension des Hubbels ständig am Tisch wackelt. Und  es stört mich, dass das Löchlein für das Mikrofon nicht mittig ist. Wir reden hier schließlich von Apples schönstem Telefon, dem Prunkstück der aktuellen Apple Produktlinien.

Könnte ich einen Punkt am iPhone X ändern, so wäre es dieses Erhebung auf der Rückseite. Ich würde mir eine völlig plane Rückseite wünschen. Davon abgesehen, ist das iPhone X wunderschön und stimmig, angenehme Rundungen überall und das glatte Gehäuse ist sogar weniger „rutschig“ als sein matter Vorgänger es war (wenngleich mir weder iPhone 7 noch X bislang aus den Händen gerutscht sind).

Schön und gut, und wie sieht’s nach 279 Tagen aus?

Ich hatte mein iPhone X täglich dabei. Echt jetzt, ich gehe einfach nicht außer Haus ohne iPhone und Apple Watch. Etwa vier Stunden pro Woche bekommt das Telefon eine Hülle verpasst, nämlich wenn ich im Fitnessstudio bin und das Gerät ständig von A nach B trage. Ansonsten wanderte das iPhone X in leere Hosentaschen. Keine Münzen, keine Schlüssel.

Die Vorderseite weist ein paar kleinere Micro-Kratzer auf. Das ist OK und ohne hässliches Schutzglas unvermeidbar.

Die Rückseite wiederum ist eine gänzlich andere Geschichte. Hier sieht man deutlich an den Rändern Abnutzungsspuren. Persönlich stören diese mich zwar nicht, für ein Gerät dieser Preisklasse mit ach-so-robustem Glas sollte das aber nicht sein.

FaceID

Bereits nach den ersten Demonstrationen hatte ich eigentlich kaum Bedenken, wie gut FaceID funktionieren würden. Mit TouchID hatte ich immer ein gespaltenes Verhältnis, da die Erkennung  bei meinen Fingern leider des öfteren mal fehlschlug und nervig war. Klar, viel besser als Pincodes eintippen zu müssen, aber eben noch nicht so toll wie nun bei FaceID.

FaceID ist in rasender Geschwindigkeit eingerichtet. Weniger als eine Minute und alles ist betriebsbereit. Fertig.

Telefon entsperren? Man nimmt es in die Hand und wischt nach oben. Man muss nicht darauf warten, bis das Schloßsymbol sich ändert. Einfach wischen – und bis man geistig für die Bedienung bereit ist, ist das Telefon entsperrt. 😉

Passwörter eingeben? Finger bewegen? Das war gestern. Man surft z.B. auf Amazon  und gelangt zur Passworteingabe. Angenommen man hat in Safari mal das Passwort gespeichert so taucht einfach FaceID auf, scannt, bestätigt und, ohne dass man IRGENDWAS tun müsste, ist man eingeloggt. SO muss das funktionieren. Ich bin nach wie vor absolut von FaceID begeistert.

Kurz nachdem ich das iPhone in Empfang nahm, gab es hie und da noch Probleme bei starkem Sonnenschein. Nach 1-2 Software Updates ist das Geschichte. Facetime funktioniert seither immer.

Aber Achtung: FaceID kann um 4:20 morgens wenn ein Gym-Besuch ansteht echt tricky sein. Da bekomme ich einfach die Augen nicht weit genug auf. X-)

Die „Notch“

Für mich im Grunde kein Diskussionsthema. Ja, die ist da, nein, sie macht keine Probleme. Letztlich wird die Notch aber immer die Gemüter spalten. Die einen hassen sie, den anderen ist sie egal und im Android Lager machen es nun alle nach. LOL

Persönlich denke ich, es ist der Wahnsinn, dass Apple es geschafft hat, auf diesem kleinen Raum eine Technik zu verbauen, die vor kurzer Zeit bei der X-Box von Microsoft noch ein eigenes recht klobiges Gerät bedurfte (Kinect). Und ich denke, dass Apple einfach das Beste daraus gemacht hat. Natürlich hätten sie einfach den Bildschirm „unter“ der Notch beginnen lassen können, so aber wurden die „Ohrwaschelbereiche“ links und rechts davon mit Statusinformationen gefüllt und  es bleibt mehr Platz für Content. Und dank des OLED Bildschirmes fallen etwaige größere Schwarzstreifen links und rechts der Notch im Querformat optisch überhaupt nicht auf. Schwarz ist eben schwarz bei OLED. Und: Nachdem ja zwischenzeitlich z.B. das „Number-one-Kameraphone“, das Huawei P20 Pro am Markt ist und bald Google Sein Pixel 3 mit Notch verkaufen wird: Ich find‘ ja, Apple hat die Notch am hübschesten hin bekommen.

Ich finde die Notch nicht störend und diese Designentscheidung als den besten Kompromiss die neue Technik anzuwenden.

Bildschirm

Apple ist sich beim verbauten OLED Bildschirm aus Samsungs Herstellung absolut treu geblieben. Wir finden eines der besten Displays am Markt mit (erneut) krummer Auflösung (2436 x 1125 Pixel bei 458 ppi) und ohne 4k. Das ist auflösungstechnisch für Entwickler zwar mittlerweile vermutlich etwas mühsam, speziell durch die Notch, aus Nutzersicht aber freue ich mich täglich gefühlte hunderte Male darüber, diesen Bildschirm zu betrachten. Durch die OLED Technik ist der Kontrast immens gestiegen und die maximale Helligkeit macht zudem das Display selbst bei Sonnenschein gut lesbar. Die Auflösung ist zwar nicht 4k, dennoch sind keinerlei Treppchen erkennbar und auch die pentile Matrix die bei früheren OLEDS von vielen Nutzern (mich eingeschlossen) als störend empfunden wurde, bleibt unsichtbar im Hintergrund.

Wer das Display genau und von der Seite her betrachtet mag aus dem richtigen Blickwinkel eine leichte bläuliche Färbung sehen. Nur… in der Praxis betrachte ich mein Telefon nicht von der Seite, daher finde ich diese Diskussion persönlich vollkommen irrelevant (und zudem extrem subtil).

Ansonsten überzeugt auch dieses Display durch perfekten Farbabgleich, kräftige aber nicht überzogene Farben und bietet, dank OLED Technik, zudem Stromsparpotential. Wer nämlich z.B. zum Lesen von Artikeln Fiery Feeds benutzt kann auf ein dunkles Theme wechseln und so beim Lesen nur einen Bruchteil des Stromes verbrauchen, den ein weißer Hintergrund verbraucht hätte. Bei OLED nämlich  kostet nur das Strom, was leuchtet. Ein schwarzes Pixel ist ausgeschaltet und verbraucht keinen Strom.

Fiery Feeds: RSS Reader
Fiery Feeds: RSS Reader
Entwickler: Lukas Burgstaller
Preis: Kostenlos+

Weg mit der Hometaste. Und nun? Die neuen Gesten

Da ist man 10 Jahre lang die Home-Taste gewohnt und plötzlich ist sie weg. Fehlt sie? Nein, gar nicht! Zwei bis drei Tager ertappte ich meinen Daumen dabei, sich dort zu befinden, wo früher die Hometaste war.  Doch dann… ging das Wischen ins Blut über. Und jetzt, zig Monaten täglicher Nutzung? Ja, jetzt wische ich auf allen Telefonen von unten nach oben und nix tut sich 😉

Auch gibt’s wenig zu lernen. Wische man von unten rauf, entsperrt man. Wie bereits erwähnt, ohne auf das Schloß-Symbol warten zu müssen. Pausiert man mit dem Finger am Display oder wischt von unten in einem Bogen nach rechts, so landet man in der Multitasking-Ansicht. Hier kann man die Apps, so gewünscht, einfach nach oben weg schnippen und damit schließen. Die beiden linken Drittel der oberen Bildschirmkante führen beim nach unten Wischen zu den Benachrichtigungen während das ganz rechte Bildschirmdrittel, hauptsächlich das rechte „Ohrwaschel“ zum Controlcenter führt.

In Summe finde ich die neuen Gesten als intuitiver als zuvor der Homebutton, der rückblickend irgendwie immer zu einer Unterbrechung im Bedienflow führte.

Geschwindigkeit

Ich werde mich auch in diesem Testbericht nicht auf Benchmarks beziehen. Dass das iPhone X hier nach wie vor die Konkurrenz aussticht ist hinlänglich bekannt. Viel interessanter jedoch ist doch der tägliche Einsatz und die gebotene Leistung in Relation zur Akkulaufzeit.

Ich bin ja vom iPhone 7 zum iPhone X gewechselt; die höhere Rechenleistung war für mich kein Grund zum Wechsel; schon das 7er war für mich schnell genug und nur in ganz seltenen Fällen, z.B. bei Videobearbeitung  oder dem Laden mancher Apps, hätte ich mir mehr Leistung gewünscht.

Das X überzeugt hier nun vollends. Apps öffnen schnell und fast jeder Winkel des Systems erfüllt flott alle Wünsche des Nutzers.

Was der Bedienung absolut keinen Abbruch tut, ich aber als etwas schade empfinde: das iPhone X hat nicht die 120Hz Bildwiederholrate des iPad Pro erhalten und kann damit z.B. schnelle Bildläufe nicht ganz so butterweich darstellen. Aber hier maulen wir dann schon auf höchstem Niveau 😉

Alles in allem ist das iPhone X wunderbar schnell in allen Lebenslagen und das wird mir täglich beim Wechsel zwischen iPad Air 2 und dem X erneut bewußt.

Akkulaufzeit

Hier haben wir mal wieder einen jener klassischen Fälle, die unterschiedlicher von Nutzer zu Nutzer nicht aufgenommen werden könnten. Ich will euch einfach meinen iPhone Alltag bisher schildern:

iPhone um 5:30 vom Ladegerät nehmen, normale Nutzung, zwischendurch einige Messages, 1-2 kurze Anrufe, zu Mittag etwas Zeitung lesen und Clash of Clans spielen. Spätestens gegen 15 Uhr war bei dieser Nutzung am iPhone 7 der Akku runter auf 20-30%. Am Heimweg im Auto anstecken und aufladen auf etwa 60%, so schaffte ich es meist über den Tag.

Beim iPhone X sieht die Sache gänzlich anders aus. Hier habe ich am Nachmittag noch 60-70% Akku übrig und wenn’s Zeit für’s Bett wird hat das iPhone X noch etwa 20% Akku übrig. Für mich absolut zufriedenstellend denn ich denke schon, dass ich das Ding überdurchschnittlich oft und viel in Händen halte unter Tags. Nur an Wochenenden wird’s öfter mal knapp.

Manchmal steht das iPhone X aber auch einfach im Büro unter Tags auf einem Qi Ladegerät. Ein Billigteil um 16€ von Amazon. In diesem Fall sind oftmals über 70% Restladung im Akku.

Ja, und wie sieht’s nach 279 Tagen und 250 Ladezüklen nun mit der Leistungsfähigkeit aus? Manche meinen ja, häufiges Qi-Laden wäre schäääääädlich:

Ja ne, is klar, Wireless-Charging ist schädlich 😉 #nicht. Also hier etwas mehr Info zum Thema…

Kabelloses Laden

Zum kabellosen Laden selbst gibt es wenig zu Sagen. Der gläsernen Rückseite von iPhone 8, 8 Plus und X verdanken wir diese, von anderen Plattformen viele Jahre bekannte, Ladetechnik. Grundsätzlich nix Besonderes, dennoch aber mehr als willkommen. Alleine schon das Handy jederzeit von der Ladestation nehmen zu können ist schlicht ein großer Komfortgewinn, den ich nicht mehr missen möchte.

Nachteile? Klar, es ist langsam. Mehr als etwa 5% pro halbe Stunde vermochte ich selbst mit Quickcharge 3 Netzgerät nicht zu transferieren. Aber wie oben beschrieben – das reicht vollkommen aus. Ich kann das iPhone ja immer noch direkt ans Kabel anschließen, wenn’s mal doch schnell gehen soll.

Audio

Viel gibt es zum Thema Audio nicht zu berichten. Nachdem natürlich auch das iPhone X keinen Kopfhöreranschluß mehr hat, muß man über Analog-Ton nicht diskutieren. Was an Audiosignalen über den Lightning-Anschluß ausgegeben wird ist unverändert gut und klar, hier sind nur die verwendeten Kopfhörer eventuell ein Flaschenhals.

Die Bluetooth 4.2 Verbindung ist stabil und funkt gefühlt stärker als noch am iPhone 7. Der Klang ist natürlich auch hier top, je nach Kopfhörer. Persönlich verwende ich Apples AirPods und liebe sie heiß.

Sprechen wir über die verbauten Lautsprecher so hat Apple die maximal erzielbare Lautstärke erneut erhöht. Wer also über die eingebauten Lautsprecher (einer an der Unterkante des iPhones, einer in der Notch) Musik oder Film-Ton hören will, oder das Telefon häufig für Facetime über die Lautsprecher benutzt, wird lautstärkenmäßig zufrieden sein. An der Tatsache dass wir es mit Handy-Lautsprechern zu tun haben, ändert das freilich nichts, entsprechend wenig Bass oder volle Mitteltöne finden wir. Dennoch ist der Klang OK.

Empfang

Sowohl bei Wifi als auch bei Bluetooth und 3G/LTE konnte ich leichte Verbesserungen feststellen. Wo das iPhone 7 manchmal schon mit Verbindungsabbrüchen zu kämpfen hatte, hält sich das iPhone X noch eine Spur länger im Netz. Ich bin selbst als Funkloch-Bewohner zufrieden.

Gesprächsqualität

Nun, hier muss natürlich zwischen Telefonie im 3G/LTE Netz und z.B. Facetime unterschieden werden. Zwar kann ich natürlich über 3G/LTE meinen Gesprächspartner jederzeit gut verstehen, adäquat ist das was da aus dem Lautsprecher kommt aber eigentlich nicht mehr. Wer bei seinem Netzbetreiber HDVoice nutzen kann,  ist klar im Vorteil. Telefoniert man z.B. über Facetime Audio, so ist das Gespräch glasklar und angenehm.

Foto & Video

Foto

Einer der wichtigsten Punkte an meinem Smartphone ist für mich die Kamera. Mittlerweile habe ich mich sogar von meiner Spiegelreflexkamera getrennt, da sie einfach zu selten im Einsatz war und sie letztlich zu teuer war, um sie ungenutzt verstauben zu lassen.

Bahnbrechende Neuerungen beim Kamerasystem des iPhones finden wir relativ wenige. Zusammengefasst kann die 5MP Frontkamera für Tiefeneffekte das TrueDepth System von FaceID mitbenutzen und so auch mit der kleinen Frontkamera Tiefeneffekte für Portraits erzeugen (funktioniert ganz gut!), wenngleich meine Ohren versehentlich weichgezeichnet wurden…

Die Rückkameras sind beim iPhone X beide bildstabilisiert und mit etwas mehr Lichtstärke am Teleobjektiv (verglichen zum iPhone 8 Plus) versehen. Was bedeutet das in der Praxis?

Nun, wer das iPhone 7 oder 8 Plus mit seinen Dualkameras kennt, der wird eventuell bemerkt haben, dass bei schlechtem Licht anstatt der Tele-Linse manchmal einfach die Weitwinkellinse mit digitalem Zoom verwendet wird. Dieser „Effekt“ stellt sich beim iPhone X durch die höhere Lichtstärke verbunden mit der optischen Bildstabilisierung später ein. Sehr gut. Für meinen Geschmack stellt sich dieser Effekt aber immer noch zu früh ein, lach.

Ansonsten erzeugt das iPhone X ausgewogene, scharfe und farbenfrohe Bilder die im Grunde keiner Verbesserung bedürfen. Persönlich helle ich gerne zu dunkle Schatten auf und füge noch etwas mehr Leuchtkraft der Farben hinzu, aber das ist nur meine persönliche Präferenz.

Der Portraitmodus funktioniert, speziell bei der Frontkamera, eben BEI Portraits schon sehr gut. Bei ausreichend Abstand zum Hintergrund können schöne Portraitfotos erstellt werden. Wer, so wie ich, keine ausgefalle Frisur hat, wird meist nicht enttäuscht. Wer hingegen die Haare quasi „frisch-aus-der-steckdose“ trägt wird schnell die Grenzen des Systems kennenlernen und weniger zufrieden sein.

Verwendet man die Rückkamera für Portraits, so sind die Ergebnisse bei Personen auch ähnlich gut. Objekte lassen sich aber leider nur bedingt damit „wie mit einer Spiegelreflex“ ablichten. Der Potraitmodus hat hier leider Probleme, Kanten klar zu erkennen und teilweise werden nicht nachvollziehbar teile von Objekten unscharf gemacht die eigentlich sich im Vordergrund befänden. Man muss aber natürlich verstehen, dass der Portraitmodus für Personen entwickelt wurde und nicht, um leblose Objekte mit Tiefeneffekt zu fotografieren.

Video

Puncto Videoqualität an sich kann man beim iPhone X nicht meckern. 4k ist möglich, Schärfe, Belichtung und Stabilisierung sind sehr gut. Leider aber nimmt das Bildrauschen erheblich zu, sobald wir uns Richtung Abend oder schlechter beleuchtete Räume bewegen – hier kann es das iPhone X dann leider nicht mehr mit üblichen Camcordern aufnehmen. In meinem Video zur Katzenklappe könnt ihr euch ein Bild der Kameraqualität machen – zwar nicht in 4k aber hinsichtlich der Farben und der Bildschärfe.

Ich bin mit den Kameras des iPhone X sehr zufrieden. Sie enttäuschten mich in  diesen 279 Tagen kaum. Das iPhone X für die Bilder in meinen Reviews zu verwenden und auf die Spiegelreflexkamera deshalb zu verzichten, geht nur bedingt auf. So ganz erreicht es da nicht die Qualität, welche ich mir wünschen würde. Auch muss man fairerweise sagen, dass sowohl ein Pixel 2 (das 3er aller Voraussicht nach sowieso) wie auch das Huawei P20 Pro das iPhone X deutlich bei der Bildqualität übertrumpfen. Deshalb ist das X natürlich kein schlechtes Kamera-Phone.

FAZIT

Nun, die Frage aller Fragen (und ich denke das konnte man oben durchaus rauslesen), bin ich nach wie vor zufrieden mit dem iPhone X?

Yep.

Bin ich „froh“ diese unglaubliche Summe für ein Handy ausgegeben zu haben?

Öhm… froh nicht, aber es ist sein Geld wert.

Das iPhone X ist ohne Zweifel das schönste und hochwertigste Telefon, welches ich je besessen hatte. Und es ist auch das teuerste Telefon, das ich jemals besaß. Der hervorragende OLED Bildschirm zusammen mit den hochwertigen Materialien, die außerordentliche Geschwindigkeit bei allen Dingen die man vom Telefon fordert und natürlich auch die solide Kamera und das extrem zuverlässige FaceID System machen das iPhone X zu einem der besten Käufe seit langer Zeit.

Der Preis ist aber dennoch zu hoch. Punkt. Irgendwann muss irgendwo auch seitens Apple eine Grenze gezogen werden. Und bei einem veranschlagten Materialwert von etwa 350$ sind Gerätepreise von >1000€ einfach abgehoben teuer, auch, wenn man natürlich durchaus günstigere iPhones kaufen kann.

Wer das notwendige Kleingeld in der Portokasse hat, dem kann ich das aktuelle iPhone X uneingeschränkt empfehlen. Und, obwohl ich beim im September folgenden – nennen wir es mal „Xs“ passen werde, ich bin mir fast sicher, es wird ebenso empfehlenswert sein.