Etwas länger hat’s gedauert, aber nun erfahrt ihr hier meine Meinung zum neuen iPhone. Fast zwei Wochen habe ich es nun im alltäglichen Gebrauch. Von telefonieren über surfen bis hin zum Spielen alleine oder mit Freunden. Auch ausgedehnte Fotosessions und die Benutzung bei relativ hohen Außentemperaturen flossen in meinen Test ein.  Entsprechend soll dies eine Review von einem Nutzer für die Benutzer des iPhones werden und nicht die höchsten technischen Ansprüche befriedigen und mit Zahlen klotzen sondern einfach schildern, wie sich das iPhone 4 im Alltag schlägt, was mich erstaunt hat, was mir nicht so gut gefällt und was mir ans Herz gewachsen ist…

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Dieser Bericht gliedert sich in folgende Hauptbestandteile:

  1. Gerätedaten – Größe, Produktionswoche (27), Softwareversion
  2. Ablauf des Kaufs – AppleUK, Borderlinx, Preise, Lieferzeit
  3. Das Antennenproblem
  4. Das Annäherungssensor-Problem (nicht nachvollziehbar)
  5. Verpackung
  6. Design & Verarbeitung
  7. Usability & Haptik
  8. Das iPhone 4 schützen
  9. Performance (Display, Geschwindigkeit, GPS, Gesprächsqualität, Empfang, Wifi)
  10. Spezielle Features (Gyrosensor)
  11. Kamera
  12. Akkulaufzeit
  13. Technische Daten
  14. FAZIT

GERÄTEDATEN

Der nun folgende Test wurde auf einem Apple iPhone 4 mit einer Kapazität von 16GB aus der Produktionswoche 27 durchgeführt. Es war iOS 4.0.1 während des gesamten Tests installiert.

EIN ENTSPERRTES IPHONE4 bei APPLE UK BESTELLEN

Diese Angelegenheit ist äußerst einfach. Weder bedarf es einer englischen Kreditkarte noch Rechnungsadresse. Obligatorisch ist lediglich, daß die Lieferadresse sich in England befindet und keine Postfach-Adresse ist. Der englischen Sprache sollte man natürlich mächtig sein.

Um an die obligatorische englische Anlieferadresse zu kommen, bedient man sich des Services von http://www.borderlinx.com. Diese Firma gehört zu DHL und man muß so keine Angst haben, eventuell um sein Gerät betrogen zu werden. Für die Anmeldung selbst bei Borderlinx ist keine Kreditkarte erforderlich. Ist die Anmeldung erfolgt, so erhält man eine englische sowie eine Amerikanische Adresse mit eigenem Namen und einer Borderlinx-Nummer die zur Referenzierung verwendet wird.

Unter http://store.apple.com/uk wählt man das gewünschte iPhone aus (Stand 15. Juli 2010 3 Wochen Lieferzeit!) und bestätigt die Bestellung. Als Lieferadresse gibt man die von Borderlinx erhaltene englische Adresse exakt so wie auf der Borderlinx Homepage angegeben, ein. Apples Shopsystem wird einmal meckern und eine andere Adresse vorschlagen. Diese lehnt man ab und bestätigt erneut die eingegebene Borderlinx Adresse, nun schließt man die Bestellung bei Apple ab.

Nach Versand des iPhones von Apple kann man üblicherweise über UPS oder TNT die Lieferung zu Borderlinx tracken. Meist ca. nach einem halben Tag nach Wareneingang erhält man eine Information von Borderlinx via email, daß Waren zum Weiterversand da wären. Man loggt sich nun dort ein, Zahlt via Kreditkarte das Porto von ca. 35EUR nach Deutschland bzw. Österreich und erhält auch hier kurze Zeit später via eMail eine Bestätigung, daß der Transport angewiesen sei. Noch etwas später sieht man eine Trackingnummer auf der Borderlinx übersichtsseite, die üblicherweise am nächsten Morgen auch im Trackingsystem von http://www.dhl.co.uk auftaucht. Das war’s. Mein iPhone brauchte ab diesem Zeitpunkt nur 24h bis in meine Hände.

Der Preis von 499GBP beläuft sich je nach Umrechnungskurs auf ca. 600EUR zzgl. Der 34EUR Versandkosten für Borderlinx. Ich kann diese Kombination nur wärmstens empfehlen.

DAS ANTENNENPROBLEM

Am Freitag dem 16. Juli 2010 hielt Apple eine kurzfristig einberufene Pressekonferenz (siehe auch den Artikel auf MacManiacs zum Thema) bei der, lapidar gesprochen, das Problem seitens Apple zugegeben wurde und versichert wurde, man arbeite an dessen Lösung. Weiters bekommen alle iPhone 4 Kunden, vorerst bis ende September 2010 gratis einen Bumper für ihr iPhone 4.

Meine Erfahrung:
Das Antennenproblem besteht und es ist jederzeit „spontan“ nachvollziehbar. Mich persönlich stört es aber in keinster Weise. Ich bin Rechtshänder, telefoniere aber, indem ich das Telefon in der linken Hand halte. Mein linker Daumen überbrückt dabei die beiden betroffenen Antennenteile NICHT, ich habe keinerlei Empfangsprobleme und natürlich auch noch keine aus diesem Grunde abgebrochenen Gespräche.
Da ich mit dem iPhone 4 auch meinen Mobilfunkbetreiber gewechselt habe, kann ich leider keinen direkten Vergleich der GSM/UMTS Empfangsqualitäten anstellen. Der Wifi Empfang ist aber definitiv besser als beim iPhone 3G/3GS. Subjektiv erscheint mir auch der GSM/UMTS Empfang besser zu sein, zum aktuellen Zeitpunkt kann ich dies aber nicht belegen.
Seit dem letzten Update auf iOS 4.0.1 zeigt die Empfangsstärkeanzeige des iPhones zudem auch wesentlich realistischere Feldstärken an.

Eines muß man aber auch als „Fan“ der Marke Apple sehen: Hier wurde definitiv ein Designfehler der Antenne begangen. Warum es dazu kommen konnte, ist mir speziell ob Apples hauseigenem sehr gut ausgestatteten Testlabors unerklärlich. Es darf nicht passieren, daß durch überbrücken einer Stelle am Gehäuse mit z.B. nur der Fingerspitze des Zeigefingers die Empfangsstärke schon beeinflußt werden kann.

Aber es muß auch festgehalten werden, daß das Problem in der Praxis selten auftreten dürfte und ebenso selten zu tatsächlichen Problemen führen dürfte. Man erkennt deutlich daß die Medien mit Genuß die bislang weitestegehend unbescholtene Marke Apple absolut überzogen attackieren.

DAS PROBLEM MIT DEM ANNÄHERUNGSSENSOR

Darüber gehört hat man vermutlich ab und zu. Zu Gesicht bekommen habe ich dieses „Problem“ bei dem das iPhone 4 angeblich das Display beim Ans-Ohr-Halten nicht ausgeschaltet wurde, allerdings nicht. Ich kann hierzu also nur sagen, daß diese Funktion absolut problemlos funktioniert und auch in meinem Bekanntenkreis niemand von diesem Fehler berichtet.

DESIGN & VERPACKUNG

Kündigt sich mit dem Design der iPhone4 Verpackung eine Runderneuerung von Apples Verpackungsdesign an? Bislang waren alle iPhones in Schachteln die das gesamte Gerät auf deren Oberseite darstellten, verkauft worden.

Eine schwarze Schachtel für das schwarze, eine weiße, für das weiße iPhone. Diesmal allerdings Zeigt das Bild am Deckel nur einen Teil des Gerätes. Der Boden gibt nachwievor Auskunft darüber, welches iPhone verkauft wird. Im Inneren finden wir leider nur magere Ausstattung.

Ein Netzgerät, ein USB Kabel und die typischen weißen Apple Kopfhörer mit integrierter Freisprech- und Fernsteuerungsfuntion. Kurzanleitung und Applesticker sind zwar dabei, auf ein Putztuch oder Dock muß man aber leider verzichten.Das waren noch Zeiten, beim alten Ur-iPhone als das alles noch mitgeliefert wurde! Im übrigen sind beide Schachteln (die des weißen und die des schwarzen iPhones) nun rundherum weiß, nur das Bild oben stellt das jeweilige Modell dar.

Nun, das Design des iPhone 4 wurde ja schon vielfach umschrieben, fotografiert, dokumentiert und allseits hochgelobt. Sogar meine Frau Kollegin die zunächst meinte wie hässlich das neue iPhone sei, hat es mittlerweile bestellt und ist nun der Meinung es ist sogar irgendwie hübsch 😉
Kurzgesagt besteht das neue iPhone aus einem dreigeteilten Stahlband das oben und unten von zwei Glasplatten umfaßt ist. Auf der Rückseite finden wir die neue 5 Megapixel Kamera sowie eine kleine Foto-LED die als Mini-Blitz fungieren soll, mittig im oberen Drittel das Applelogo und mittig im unteren Drittel dann die Produktbezeichnung „iPhone“. Ohne 4. Darunter befindet sich das übliche Kleingedruckte. Neu ist, daß die Speicherplatzgröße des Gerätes NICHT mehr auf der Rückseite ersichtlich ist.

Die Front ist, bis auf die sich links der „Hörmuschel“ befindliche Front-Kamera (640×480 pixel) unverändert. Es fällt aber sofort auf, daß der Rahmen links und rechts des Bildschirms schmäler wirkt.

Auf der linken Seite des Telefons finden wir, nach wie vor, den Stummschalter, der nun sehr edel komplett in Metall gefertigt ist, sowie zwei nun separate Tasten zum Regeln der Lautstärke. Im unteren Viertel der linken Gehäuseseite sehen wir die erste von drei „Fugen“ die das schon oben besprochene Antennensystem bilden. Die Paßgenauigkeit dieser Fugen ist überwältigend, die Fertigungsqualität des Gerätes generell überragend.

Rechterseits befindet sich mittig die kleine Lade für die Microsimkarte und im unteren Viertel wieder eine der drei Antennenfugen.

Die Oberseite des Gehäuses beherbergt, von links nach rechts, zunächst den Kopfhöreranschluß, daneben ein zweites Microfon das zur Verbesserung der Sprachqualität beim Gesprächspartner dient (Noice cancelling) sowie die dritte Antennenfuge. Rechts oben finden wir natürlich noch den Ein/Aus-Schalter der nach wie vor auch zum Stummschalten oder Beenden eines neuen ankommenden Gespräches dient.

Die Unterseite letztlich beherbergt unverändert Mikrofon, Dockconnector sowie Lautsprecher, wobei Micro und Lautsprecher beim iPhone 4 die Plätze getauscht haben, verglichen mit dem 3G/3GS.

Summa summarum ist das iPhone 4, meines Erachtens, einfach schön und unglaublich wertig. Es ist eine Freude, das Gerät in der Hand zu halten und die edlen Materialen zu spüren.

USABILITY & HAPTIK

Zum Thema „Usability“ könnte ich hier Seitenweise die Vorzüge von iOS4 anführen und wie weit das iPhone 4 immer noch teilweise der Konkurrenz voraus ist. Ich könnte auch ausführen, wie nervtötend das Benachrichtigungssystem des Telefons mittlerweile ist, und daß immer noch eine während eines Gespräches erhaltene SMS zuerst weggeklickt werden muß, bevor das Gespräch beendet werden kann. All das aber betrifft iOS4 und darum geht’s hier und heute nicht.

Beschränken wir also die Usabilty auf das Gerät und seine wenigen Tasten selbst. Ich persönlich empfinde die getrennten Lauter-/Leiser-Tasten als angenehmer als die Wippe der Vorgänger. Die Tasten sind einfacher differenzierbarer und besser „blind“ zu finden. Der zwar wertigere Stummschalter oben links hingegen läßt sich ein wenig schwerer erreichen, wenngleich er IMHO leichtgängiger ist.

Zur Haptik, wie auch schon eingangs erwähnt, ist zu sagen, daß das Gerät außerordentlich hochwertig gefertigt ist. Es gibt kein Spiel bei Fugen, alles Sitzt und wirkt kompakt und robust. Natürlich: Glas bleibt Glas. Und ein Gerät, daß vorne wie hinten mit Glas bestückt ist, auch wenn Apple behauptet, dieses sei so und so viele Prozente härter oder widerstandsfähiger als normales Glas, ist anfälliger als die Plastikbomber der Konkurrenz. Zwar überstand bei diversen Falltests das iPhone 4 einen und meistens auch zwei Stürze ohne Schäden am Glas, der dritte oder vierte Sturz resultierte aber eigentlich immer in gebrochenem Glas. Ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster zu sagen, daß mit Pech, ein Sturz aus geringer Höhe auch schon beim ersten Mal mit etwas Pech zum Bruch führen könnte.

Man muß zudem sagen, daß trotz der ganzen Schönheit des Designs, die abgerundete, organische Rückseite des Vorgängers wesentlich angenehmer in der Hand lag, als das iPhone 4. Nicht falsch verstehen. Das Neue sieht besser aus, ist wertiger, fühlt sich „geil“ und „technisch“ an – wer es aber Stundenlang zum Telefonieren ans Ohr preßt, dem dürfte das Design des alten iPhones ergonomischer erscheinen

DAS iPHONE4 SCHÜTZEN

Schutzhülle oder Folie. Während die Hülle vor Schäden durch Stürze in vielen Fällen schützt, schützt die Folie zumindest gegen Kratzer, vor allem bei kleinsten Staubkörnern die microskopisch feine Kratzer hinterlassen. Denn diese Entstehen schon, wenn man das Gerät auf den Tisch legt und dieser nicht gesäubert war. Auch hier: Nicht falsch verstehen. Das Glas ist äußerst hart und widerstandsfähig. Aber es KANN zerkratzen. Wer also viele hunderte Euros für sein Telefon ausgegeben hat und es nicht nur als Gebrauchsgegenstand ansieht oder den Wiederverkaufswert möglichst hoch halten will, ist mit solchen Schutzmaßnahmen gut beraten.
Zum Zeitpunkt des Tests war mein iPhone, wie ihr auf den Fotos seht, mit einem ZAGG Invisible Shield ausgestattet. Meine Meinung über das Produkt ist gespalten. Zwar dürfte es zuverlässigen und äußerst Robusten Schutz bieten, mir persönlich gefällt aber die nicht-glatte Textur der Folie nicht so ganz. Für an die 25EUR Kaufpreis, hätte ich mir ehrlichgesagt, eine robuste und vor allem Glatte Folie erwartet, die die Optik des Gerätes nicht so stark zum (leider negativen) beeinflußt. Ob ich bei der Folie bleibe, einen Bumper nutzen werde, oder das Gerät, wie auch schon meine iPhones davor, einfach ungeschützt benutzen werde, steht momentan noch in den Sternen.

PERFORMANCE

Display:

Was mehr kann man über das Retinadisplay sagen als: Atemberaubend?! OK, außer der enorm hohen Auflösung ist das Display ja nix anderes als ein gewöhnliches IPS Display. Es zeichnet sich durch gute Kontrastwerte sowie weitestgehende Blickwinkelunabhängigkeit und gute Farbwiedergabe aus. Da ich schon viele OLED Displays, darunter auch Samsungs Super-AMOLED Technologie in Händen hielt, kann ich zufrieden behaupten, daß das iPhone 4 Display dieser Technologie kaum bis gar nicht nachsteht. Ein ganz klein wenig schwärzer ist bei OLED das Schwarz, das war’s dann aber auch.
Mit 960×640 Bildpunkten (326ppi) ist dieses Display zudem das am höchsten auflösende Display am Markt. Kein anderes derzeitig erhältliches Smartphone weist eine höhere Auflösung auf. Wer eine weile mit einem iPhone 4 gearbeitet hat und dann ein iPhone 3GS z.B. in Händen hält, fängt unweigerlich zum Pixelzählen an. Am iPhone 4 sind mit freiem Auge (zumindest nicht mit meinen ;-)) keinerlei einzelne Pixel mehr erkennbar. Text und Bilder sind gestochen scharf und kontrastreich. Solch Display würde ich mir auch im iPad wünschen, allerdings würde dies beim iPad wohl eine Auflösung von 2048*1536 bedeuten was der kleine A4 wohl schwerlich errechnen dürfte!

Links sieht man zudem auch gut den Unterschied einer App, die für das Retina-Display angepaßt wurde, und einer Version, die nicht angepaßt wurde. Deutlich erkennt man auf der rechten Seite des Bildes, wie Pixelig die App dargestellt wird; hingegen ist die für das Retinadisplay optimierte Version gestochen scharf und ohne störenden Treppcheneffekt an den Kanten. Man sollte deshalb als iPhone 4 Nutzer öfter mal im Appstore nachsehen, ob Updates für die Apps die man oft benutzt zur Verfügung stehen, um sicherzustellen, daß diese optimal am iPhone 4 dargestellt werden.

Geschwindigkeit:

Gegenüber dem iPhone 3GS ist kaum ein Geschwindigkeitszuwachs festzustellen. Das mit 512MB Ram üppig ausgetattete iPhone 4 geht allerdings mit mehreren geöffneten Tabs in Safari z.B. aber souveräner um und es kommt kaum dazu, daß eine Seite neu geladen werden müßte, aufgrund zu geringen Hauptspeichers. Generell läuft alles absolut flüssig und ohne Verzögerungen ab.

Gesprächsqualität:

Nun, meines Erachtens ist leider Apple hier weder bei der Wiedergabequalität des Lautsprechers noch der der Hörmuschel dort, wo Nokia, SonyEricsson & Co. schon vor Jahren waren. Zwar ist das Gegenüber durchaus verständlich, man wird auch gut verstanden, allerdings hätten sich in einem Premiumtelefon wie dem iPhone 4 durchaus etwas bessere Lautsprecher finden können. Die Qualität der Gespräche ist IMHO ident der des Vorgängers.
Wie bereits erwähnt: Weder hatte ich bislang Gesprächsabbrüche die auf zu geringen Empfang zurückzuführen gewesen wären, noch anderweitig gestörte Gespräche und von daher sehr zufrieden.
Der Empfang der WiFi sowie GPS Antennen scheint stark verbessert. Satelliten werden schneller und viel viel viel zuverlässiger gefunden als beim iPhone 3GS. Hier ist ein deutlicher Fortschritt erkennbar. An stellen, an denen WiFi zuvor nicht (mehr) verfügbar war, ist jetzt problemlos dessen Nutzung möglich.

SPEZIELLE FEAUTRES

Nun, viele derer bietet das neue iPhone eigentlich nicht. Zusätzlich zu den Neigungssensoren bietet es auch einen sog. „Gyrosensor“ der auch Drehungen aller Art um die eigene Achse feststellen kann. Spiele und sonstige Applikationen nutzen diese Funktionalität allerdings bislang nicht (kaum) weswegen ich dies nicht testen konnte.

Ein weiteres „Novum“ stellt die mit 640×480 Bildpunkten recht niedrig auflösende vordere Kamera dar. Sie ist zur Nutzung des von Apple nun neu eingeführten Features „Facetime“ gedacht und ist auch recht brauchbar um Selbstaufnahmen zu machen. Für mehr reicht die Qualität leider nicht aus.

Facetime wird von Apple als die „Neuerfindung“ der Videotelefonie tituliert. Nungut, ich bin Applefan, aber was ist daran neu? Man nehme ein in die Jahre geratenes SonyEricsson K750i K800i zur Hand, wähle „Videotelefonat“, das war’s. Im 3G Netz, von SonyEricsson zu Nokia. So einfach. Ohne Hickhack. Facetime bietet IMHO nur verbesserte Usability daß es während eines normalen Telefonates ggf. zugeschaltet werden kann. Allerdings wird die einfache Benutzbarkeit durch die Limitation auf WiFi Netzwerke und momentan nur iPhones 4 ad Absurdum geführt. Das von Apple so stark beworbene Feature sehe ich momentan nur als Spielzeug ohne praktischen Nutzen.

DIE KAMERA

Apple wirbt hier mit einem „back illuminated sensor„. Dieser soll zu besonders guter Bildqualität besonders bei Situationen mit wenig Umgebungslicht führen. In der untenstehenden Galerie könnt ihr euch ein ganzes Fotoalbum ansehen, in dem alle Bilder mit dem iPhone 4 aufgenommen wurden. Zusammenfassend kann ich sagen, daß die Qualität der iPhone 4 Kamera hervorragend ist (verglichen mit anderen Smartphones) solange noch irgendwo ein Sonnenstrahl seinen Weg auf’s Bild findet. Ist die Sonne untergegangen wird die Bildqualität relativ schnell bescheiden.

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Bilder hier in voller Auflösung als ZIP herunterladen (ca. 22MB)

AKKULAUFZEIT

Ihr wißt schon, was jetzt kommt. Ein absolut subjektives Thema. Jeder nutzt sein Telefon anders, jeder befindet sich in einem unterschiedlich gut mit Netz versorgtem Gebiet. Meine Erfahrungen mit dem iPhone 4 sind durchwegs positiv. Während mein iPhone 3GS meist von ca. 5 Uhr Morgens bis 23 Uhr Abends ca. 30 bis 45% Akkuladung aufwies, erreicht das iPhone 4 beim Schlafengehen noch eine Ladung von 60-75%, durchschnittlich komme ich zwischen 18 und 24h mit einer Akkuladung durch, was ich als sehr guten Wert empfinde. Mit dem iPhone 4 habe ich nicht mehr das Problem, täglich abends den Akku aufladen zu müssen und kann mir sicher sein, auch am nächsten Morgen noch ausreichend Strom zur Verfügung zu haben.

TECHNISCHES

Wer sich nun noch die Technischen Daten des neuen iPhones zu Gemüte führen möchte, dem kann ich Apples Übersichtsseite nur wärmstens empfehlen, hier findet man alles wissenswerte.

FAZIT

Das iPhone 4 ist ein wunderschönes Gerät. Es ist äußerst dünn, wertig und edel. Die Verarbeitungsqualität ist überragend, das look & feel perfekt. Die Empfangsqualität ist besser als beim Vorgänger, die Geschwindigkeit sehr schnell und angenehm. Das Display ist marktfährend, außerordentlich scharf und kontrastreich, die Kamera zählt zu den besten momentan verfügbaren unter den Smartphones.

Wenngleich verbessert, so können immer noch keine wirklich guten Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen gemacht werden. Der zwar nicht wirklich bedeutende „Empfangsbug“ bei der Überbrückung der beiden linken Antennenteile führte auch hei mir zur drastischen Reduktion der Empfangsstärke. Wenngleich ICH damit keinerlei Probleme habe, stellt dies definitiv einen Designfehler seitens Apple dar und es bleibt zu hoffe, daß Apple es schafft, dies durch ein Softwareupdate aus der Welt zu schaffen.

Allein Besitzern des original iPhones oder eines iPhone 3G ist das iPhone 4 meines Erachtens sehr zu Empfehlen. Besitzer eines 3GS iPhones sollten sich den Umstieg ggf. überlegen da sie kaum neue Funktionen erhalten.