AVM Fritz!Box 7390So direkt möchte ich mich ja nicht als „Apple Fanboy“ bezeichnen, aber irgendwie ist das Arbeiten mit Apples Produkte schon recht rund. Aber man will ja nicht mit Scheuklappen durchs leben gehen und sollte auch für andere Sachen offen sein.
So nun bin ich durch eine glückliche Fügung des Schicksals an eine FritzBox 7390 gekommen, einem Wlan-DSL-Router der „Wunderwuzzi-Klasse“.

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Verpackung

Sehr sehr löblich ist die umweltfreundliche Verpackung, die die kleine rote Box und das DECT-Handteil verpackt. Nur Karton und sonst nichts. Kein unnötiges Plastik – sehr schön, so wünschen wir uns das für alle Produkte die den Weg zu uns nach Hause finden.

AVM Fritz!Box 7390

Erste Schritte

Die Fritz!Box durfte eine Apple AirPort Extreme ablösen welche mit ziemlich vielen Portforwardings usw. konfiguriert war. Nach dem Arbeiten, das Paket der Fritz!Box war gerade angekommen und ich dachte mir ich steck die mal an und schau wie weite ich für diesen Abend noch komme, weil ich eigentlich nicht viel Zeit hatte. Umso mehr erstaunte es mich, dass ich nach ca. 45 Minuten mit der kompletten Einrichtung der Box fertig war. So war nach dieser Zeit nicht nur die Box auf Kabel-Box umfunktioniert und das WLAN inkl Portforwardings eingerichtet, nein, auch die Internettelefonnummer inkl. Faxbox usw. waren vollständig konfiguriert. Es erstaunte mich wirklich sehr, dass man in so kurzer Zeit das alles erledigen kann!

AVM Fritz!Box Rückseite

Einrichtung

Bei mir ist die Fritz!Box an einem Kabelrouter angeschlossen, daher sei gleich gesagt, dass ich hier nichts zu ADSL und dessen Funktionen schreiben kann. Für die Verwendung am Kabelmodem muss die Box umkonfiguriert werden sodass ein LAN-Port zu einem WAN-Port wird. Sprich man verliert von den vier LAN Ports einen an die Kabelbox – nicht tragisch, es sei aber erwähnt. Das erste Setup kann man mit einem Assistenten bewerkstelligen. Der Assistent kann jeder Zeit wieder aufgerufen werden, sollte man sich mal verklickt oder verkonfiguriert haben. Hat man das durch, ist man eh schon recht weit. Das WLAN sollte arbeiten und die wichtigsten Einstellungen sind getätigt. Ich musste dann noch die Portweiterleitungen einrichten und das DECT Handteil koppeln. Auch das ging recht rasch und man wird beim ersten Einschalten vom Handteil durch das Koppeln geführt, welches nichts weiter ist, als einen Knopf an der Box für einige Sekunden zu drücken.


Was fehlt noch? Achja, die Internettelefonnummer (das normale, analoge Festnetz, welches von meinem Kabelanbieter kommt, ist einfach an der Box anzustecken). Die Internettelfefonnummer wurde vom Betreiber sipgate gewählt und war schon seit einigen Jahren in Verwendung. Auf der Homepage von sipgate findet man Konfigurationsanleitungen zu diversen Fritzboxen, so ist auch das keine Kunst zu Konfigurieren.
Anschließend hatte ich dann noch den Anrufbeantworter und den automatischen Faxempfang konfiguriert.
Ich war, wie schon erwähnt, nach ca. 45 Minuten komplett fertig mit der Konfiguration und war begeistert wie schnell dies vor sich ging.

Fritz!Fon M2

Es gibt dann noch massig weitere Funktionen, welche im Webinterface eingestellt werden können – diese alle zu beschreiben, würden allerdings den Umfang dieses Beitrags sprengen. Dennoch möchte ich hier ein paar Funktionen aufzählen, damit man vielleicht erahnen kann, was so alles möglich ist: Bei den LAN-Anschlüssen kann die Geschwindigkeit pro Port beeinflusst werden, bzw. der Port komplett deaktiviert werden; Nachtschaltungen können für DECT und WLAN konfiguriert werden; Weckrufe über DECT können angelegt werden; Speicher (über USB angeschlossen) kann im Netz (Heim und Internet) freigegeben werden; ein Mediaserver kann eingerichtet werden (DLNA); Funkleistungen DECT/WLAN können eingestellt werden; der Energieverbrauch kann angezeigt werden; Statuslämpchen können deaktiviert werden; Statusmeldungen können per Mail versendet werden; und vieles mehr …

Bedienung

Naja, viel zu bedienen ist prinzipiell ja nicht bei so einer Box. Die Faxnachrichten werden bei mir automatisch an die Mailadresse weitergeleitet und da ich nicht wirklich viele Anrufe auf dieser Telefonnummer bekomme und dann der Anrufbeantworter noch seltener verwendet wird, läuft das recht selbstständig.
Die meisten Funktionen werden von mir vom DECT-Handteil gesteuert (In meinem Fall das Fritz!Fon M2) . Hier schalte ich zum Beispiel das Gästenetzwerk ein und könnte sogar Podcasts, Internetradio, RSS-Feeds und Mails empfangen. Getestet habe ich natürlich sofort den Podcastempfang, der außerordentlich gut funktionierte. Das liegt vermutlich am HD-Übertragungs-Codec vom Handset. Es besteht sogar die Möglichkeit das updaten der Firmwareversion von dort aus anzustoßen – sehr praktisch!
Wer mehr einstellen will der macht das über das Webinterface, welches man auch übers Internet freigeben kann. Dazu legt man einen kostenlosen Account unter myfritz.net an und hat weltweit Zugriff auf die Box. In der von mir getesteten Softwareversion 05.22 kann das etwas nervig sein, da man 3x ein Kennwort eingeben muss, bis man letztlich auf die Konfigurationsseite kommt, das ist sehr nervig, sollte aber in der neuen Version 05.50 (welche derzeit nur für DE-Boxen erhältlich ist) besser gelöst sein.
In Österreich/Schweiz wartet man immer etwas länger auf neue Softwareversionen, weil wir bei uns neben Annex B (DSL+ISDN) auch das für ANNEX A (Alle Frequenzen für DSL) benötigen und die Entwicklung daher etwas länger dauert. Dass es etwas später kommt, ist ja prinzipiell zu verschmerzen, dass hier allerdings einige Monate verstreichen, verstehe ich nicht wirklich.

Des weiteren gibt es auch noch einige Softwaretools für die Box, die man sich mal anschauen kann. Frizzix ist z.B. ein Anrufmanager für OSX um ein und ausgehende Anrufe direkt am Desktop anzeigen zu lassen. Oder eine recht ansehnliche Software inkl. Faxversand ist die fritz.mac Suite 2
Auch für iOS gibt es Programme. So bietet AVM einen Client für Internettelefonie an:

FRITZ!App Fon (AppStore Link) FRITZ!App Fon
Hersteller: AVM GmbH
Freigabe: 4+
Preis: Gratis Appstore >

Aber es gibt auch noch einige Hilfsprogramme für die kleinen Boxen die man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte.

Im Laufenden Betrieb

Nach ein paar Tagen betrieb konnte man sich ein recht gutes Bild machen, was besser bzw. schlechter funktionierte. Nicht so glücklich war ich zum Beispiel mit der Facetime-Telefonie von iPhone zu iPhone. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass es mit der Airport Extreme immer perfekt funktioniert hatte, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass es sich bei der schlechten Qualität um die Fritz!Box handeln könnte. Nach ein keinen Audienz bei Dr. Google war schnell klar wo das Problem lag. Das Problem lag offensichtlich an der Einstellung „für 300 Mbit/s optimierte Funkkanäle nützen“ und führt bei iOS Geräten zu Problemen im WLAN. Diese Funktion zu deaktivieren und den Kanal auf eine feste Frequenz einzustellen behob dieses Leiden sofort.
Ansonsten klappt alles soweit einwandfrei.

Gut gefällt mir…

… die Vielfalt der Einstellungsmöglichkeiten. Das Teil ist schon sehr Geeky. Es besteht zB auch die Möglichkeit die Firmware zu erweitern und anzupassen. Dies ist möglich da FritzOS (so nennt sich die Firmware) auf Linux basiert. Das ist für so ein kleines, feines Kästchen schon sehr praktisch! Wer soetwas vor hat, kann sich ja hier mal schlau machen

nicht so gut finde ich…

… die lange Wartezeiten auf Aktualisierungen für die A/CH – Version der Box. Am 12. Dezember 2012 würde die letzte Version für die Box in Deutschland veröffentlicht und mehr als zwei Monate später gibt es noch keine Anzeichen für eine Aktualisierung hierzulande. Warum ist mir eine neue Firmware so wichtig fragt sich hier vielleicht der aufmerksame Leser?
Hier kommen wir zu einem weiteren Punkt: AVM ist nicht gerade ein Unterstützer von OSX. So gibt es zwar viel Software für den PC, aber eigentlich nichts für den Mac. Zum Beispiel gibt es für den PC eine Software, welche einen FAX-Drucker anlegt, und man so direkt ein Fax versenden kann. Das würde ich mir am Mac auch wünschen, allerdings fehlt die AVM-Software. Natürlich kann ich mir z.B. die Fritz.mac Suite für knapp 30€ kaufen, nur für den PC gibt es so etwas eben kostenlos für die PC-User. Auch gibt es ein Softwaretool um VPN-Konfigurationen zu erstellen (iOS inbegriffen), allerdings nicht für den Mac und das finde ich ärgerlich.
So, warum nun ist das Firmwareupdate so wichtig? Die neue Version der Firmware würde es erlauben über das Webinterface Faxe zu versenden und das ist eine Funktion, auf diese ich warte 😉
Unter iOS schaut die Sache schon wieder anders aus.
Dort gibt es von AVM die FRTIZ!AppFon, mit welcher man komfortabel das iPhone als Handteil für Interne Gespräche, bzw. zum Telefonieren über die Festnetz/SIP-Leitung verwenden kann.
Auch diverse Apps von Drittherstellen sind dort zu finden. Hier lohnt es sich auf jeden Fall mal zu stöbern [TouchTalk Appsuche] !

Fazit

Aufgrund der vielen Funktionen einer Fritz!Box ist es natürlich viel aufwändiger diese zu konfigurieren als zum Beispiel eine Apple Airport Extreme. Dafür bekommt man allerdings eine Telefonanlage mit Serverfunktionalitäten geliefert, was schon sehr praktisch sein kann.

Video Fritz!Box mit dem Mac

httpvh://www.youtube.com/watch?v=D0C5USqcn0M

 

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