Eufy ist mittlerweile ein alter Hase, was Saugroboter angeht, entsprechend freut es mich, dass der Hersteller mir erneut das neueste Modell für einen mehrwöchigen Test zur Verfügung gestellt hat. Was der neue Eufy RoboVac G30 Edge so kann und ob er sich in der Praxis bewährt gibt es hier nachzulesen bzw. natürlich auch in der unten verlinkten Videoreview zu sehen. Ob dieses Modell wohl mit meinen berüchtigten Schwingsesseln zurecht kommt? Finden wir es heraus.

Falls ihr euch auch für die anderen getesteten Modelle interessiert: Here you go: Eufy C15 max, iLife A4, iLife V80Dyson 360 eyeRoomba 880, 780, i7+ und 581, Samsung Powerbot, LG Hombot

Videoreview

Verpackung & Lieferumfang

Eufy RoboVac G30 Edge Verpackung

Wie bei Eufy gewohnt finden wir auch hier alles Notwendige in der Verpackung:

  • Staubsauger mit vorinstalliertem Akku
  • Seitenbürste und eine Ersatzbürste
  • extra HEPA Filter (einer ist im Sauger eingebaut)
  • Dockingstation & Netzgerät
  • 2 Stück magnetische Begrenzungsbänder
  • Reinigungswerkzeug für die Bürste & Kabelbinder

Lesern mit Elefantengedächtnis fällt auf: Eine Fernbedienung fehlt. Allerdings nur auf der Packliste, im Alltag wird diese eigentlich nicht wirklich benötigt. Speziell, da der Eufy RoboVac G30 Edge komplett mit der Eufy Home App steuerbar ist.

Eufy RoboVac G30 Edge Lieferumfang

Bei der Verpackung wird viel Karton eingesetzt, das ist OK, bitte bei der nächsten Modellreihe aber auf Schaumstoff und Plastikbeutel verzichten.

Eufy RoboVac G30 Edge Verpackungsinhalt

Design des Eufy RoboVac G30 Edge

Bedienelemente, Staubbehälter & Oberseite

Die Zeiten üppiger Bedienelemente an Staubsaugrobotern sind schon ein Weilchen vorbei. Auch der Eufy RoboVac G30 Edge ist da keine Ausnahme. Wie schon beim 15C Max besteht die Oberfläche aus echtem Glas, die Farbgebung ist nun aber braun statt blau. Wir finden drei Tasten, „start/stop, zurück zur Ladestation & punktuelle Reinigung“. Über den Tasten befindet sich noch eine Anzeige die uns mitteilt, ob der Roboter WLAN Empfang hat (leuchtet), oder nicht (blinkt).

Eufy RoboVac G30 Edge Oberseite

Wie gewohnt befindet sich auf der Vorderseite des Roboters natürlich die Stoßstange, die bei Berührung mit Möbelstücken dem Bot sagt, dass er nun umdrehen sollte.

Eufy RoboVac G30 Edge Staubbehälter

Der Staubbehälter ist relativ schlau aufgebaut und mit vielen Gummidichtungen versehen. Schlau deshalb, weil man mit dem Daumen in die blaue Griffmulde fährt und damit den Behälter entriegelt und herauszieht und auch gleich den Deckel entriegelt hat, um den aufgesammelten Schmutz zu entleeren. Sehr erfreulich hierbei: Der gesamte Deckel kann geöffnet und gut gereinigt werden, auch der HEPA Filter lässt sich so gut mit dem Staubsauger (z.B. dem Dyson V11 absolute) absaugen.

Seitlich befindet sich, wie von Eufy bekannt, ein physischer Ein/Ausschalter. Sehr löblich, lässt sich so doch bei Abwesenheit der Akku vor Tiefentladung schützen.

Eufy RoboVac G30 Edge Ausgepackt

Unterseite des Eufy RoboVac G30 Edge

An der Unterseite des Saugroboters gibt es nichts Spektakuläres zu sehen:

Eufy RoboVac G30 Edge Unterseite

Der Akku ist unter einer Klappe verbaut, damit muss man sich als Nutzer nicht befassen. Über dem linken Antriebsrad finden wir die Seitenbürste, rechts von selbiger die großen Ladekontakte. Oben am Bild sind am äußeren Rand vier Absturzsensoren zu erkennen die in meinem Test den Bot erfolgreich davor bewahrt haben, den Keller zu erkunden.

Das oval über dem Rechten Antriebsrad im obigen Bild ist übrigens der „optical flow Sensor“. Dies ist eines der neuen Features des Eufy RoboVac G30 Edge. Er zeichnet quasi die Verschiebung des Robosaugers relativ zum Untergrund auf, und ermöglicht so erst die recht gute Navigation.

Die Reinigungsbürste ist übrigens einfach und schnell zu entnehmen und bei bedarf zu reinigen.

Inbetriebnahme

Wie auch schon bei den zuvor von mir getesteten Modellen verlief die Inbetriebnahme einwandfrei, schnell und einfach. Man lädt die Eufy-App, erstellt einen Account um den Roboter fernsteuern zu können und folgt einfach den bebilderten Schritten. Zuguterletzt übermittelt die App die WLAN Daten an den Roboter und von da an ist er bequem mit dem Smartphone steuerbar.

Eufy RoboVac G30 Edge App

‎EufyHome
‎EufyHome
Entwickler: Power Mobile Life LLC
Preis: Kostenlos
EufyHome
EufyHome
Entwickler: Anker
Preis: Kostenlos

Eufy RoboVac G30 Edge App

Reinigungslogik & Reinigungsleistung des Eufy RoboVac G30 Edge

Ganz ganz früher war ich ja Verfechter von Saugrobotern die gar keiner festen Route folgen. Zwischenzeitlich aber hat sich das Bild gewendet. Lösungsansätze für die perfekte automatisierte Reinigung gibt es viele. Manche Hersteller versuchen mit (teuren) Laserscannern den Raum zu vermessen, andere richten Kameras an die Decke, wieder andere verwenden Fischaugenkameras (Dyson 360eye) um den ganzen Raum zu erfassen. Viele mit eher fragwürdigen Ergebnissen.

Der Eufy RoboVac G30 Edge hat  hier eine pragmatische Lösung: Gyroskop Sensoren. Die Marketingabteilung des Herstellers nennt das „Smart Dynamic Navigation“. Dieses Modell setzt dabei aber eben, wie erwähnt, nicht auf teure Kameras oder noch teurere Lasersensoren sondern merkt sich einfach exakt, wo er ist. Klappt natürlich nur, wenn der Bot nirgendwo feststeckt.

Anfangs war ich extrem skeptisch, ob diese Herangehensweise in der Praxis zielführend sei. Es sei‘ euch gesagt, sie ist es.

Der Bot navigiert überraschend sauber, bleibt stets in Bahnen parallel zu den Wänden, umschifft dabei aber zuverlässig Sofabeine. Und weil eben keine Kameras mit an Bord sind, kann er das auch bei vollkommener Finsternis.

Natürlich gilt auch für diesen Bot: Alle Kabel aufräumen und sicher verstauen, keine Taschen oder Rucksäcke mit losen Bändern am Boden rumstehen lassen, und auch Schuhbänder müssen sicher in den Schuhen verstaut werden. Dann aber klappt die Reinigung perfekt.

Auch meine „Problemstühle“, Schwingsessel die auf einem recht dicken Teppich stehen, stellen für den Eufy RoboVac G30 Edge wenig Problem dar. Ja, ab und an blieb er hängen, die Problemlösung wird aber mitgeliefert.

Verbotene Zonen dank magnetischer Absperrung

Die Lösung ist das mitgelieferte Magnetband. Ich habe es einfach unter den Teppich direkt vor den Sesselholmen auf den Boden gelegt. Seither nur einen Zwischenfall mit den bösen Schwingsesseln, ansonsten täglich perfekt sauber.

Das Magnetband ist aber recht dick und wenn man es eben nicht gerade unter einem Teppich verstecken kann eher unschön. Man sollte sich also den genauen Anwendungsfall vor dem Kauf überlegen.

Reinigungslogik des Eufy RoboVac G30 Edge

Einfach aber effizient. Der Bot startet von seiner Basisstation (die bei mir einwandfrei unter’s Fernsehmöbel passt), fährt dann erst mal eine gerade Bahn bis es nicht mehr weitergeht und entscheidet sich dann, ob links oder rechts dieses Bereiches weiter geht. Immer weiter in geraden Bahnen und selbst mit verschiedenem Untergrund (Parkett, Teppich kurz/lang, Glas, Metall) klappt die Navigation erstaunlich gut, wie man auf der Karte in der App einsehen kann.

Diese Kombination aus einfacher Technik (Gyro-Sensoren messen im Prinzip nur die Bewegungsänderung; sprich, euer Tablet oder Telefo erkennt hiermit, ob es sich im Hoch- oder Querformat befindet) und effizienter Reinigung mit gutem Ergebnis hat mich vollends überzeugt.

Der Eufy RoboVac G30 Edge unterscheidet sich vom etwas günstigerem Modell G30 (ohne Edge) übrigens durch eben genau das Magnetband um Bereiche abzusperren.

Was aber ob der Navigation ohne Kameras NICHT klappt ist z.B. das Absperren bestimmter Bereiche über die App. Die Karte dort wird bei jeder Reinigung neu gezeichnet und dient lediglich zur Kontrolle ob auch alles gereinigt wurde bzw. wo der Bot ggf. doch stecken geblieben ist.

Am Ende jeder Reinigung fährt der Eufy RoboVac G30 Edge noch den gesamten Raum einmal an den Rändern ab  um die letzten Verschmutzungen an allen Rändern zu entfernen.

App & Reinigungsmodi

Über die Eufy-Home App werden alle Steuerbefehle an den Roboter gesandt. Sowohl die Programmierung der Reinigungstage wie auch die Wahl des Betriebsmodus wird über die App gesteuert.

Im Vergleich zu anderen Modellen finden wir hier an Reinigungsmodi nur die normale Reinigung die den gesamten Raum reinigt sowie die Punktreinigung (die ich noch nie bei einem Modell zielführend fand).

Ansonsten übernimmt die App natürlich das (überaus einfache) Programmieren der gewünschten Reinigungszeit je Wochentag, etwaige Firmware-Updates sowie das Einstellen von Saugleistung und ob eine Reinigung bei schwachem Akku unterbrochen und fortgesetzt werden soll.

In meinem Test funktionierte die App absolut Fehlerlos.

Saugstärke & Reinigungsleistung

2000Pa Saugleistung stehen am Papier, das ist die selbe Saugkraft die auch beim etwas älteren RoboVac 15C Max angegeben wurde. Das ist ordentlich. Ein iRobot Roomba i7 bringt’s nur auf 1700Pa. Mit einem „echten Staubsauger“, wie z.B. dem Dyson V11 und seinen 28000Pa kann man dies aber nicht vergleichen.

Wie ist also das Reinigungsergebnis? Ich bin zufrieden. Natürlich darf man nicht erwarten, dass der Sauger Kieselsteine aufliest. Aber gerade der tägliche Alltagsschmutz: Katzenhaare, Katzenstreu, Brösel und sonstiger Hausstaub werden hervorragend aufgenommen. Auch wenn man das nicht jeden Tag tun muss: Man hat jeden Tag mehr als genug Schmutz zum ausleeren.

Wieder mit an Bord ist übrigens die „Boots IQ“ genannte automatische Saugstärkenanpassung. Fährt der Eufy RoboVac G30 Edge auf einen Teppich, wird mit dieser Option automatisch die Saugstärke erhöht. Warum dies nicht standardgemäß aktiviert ist, ist mir schleierhaft.

Eufy RoboVac G30 Edge Pressefoto

© Eufy

Akkulaufzeit

Über 90min fährt der Eufy RoboVac G30 Edge problemlos seine Runden, lt. Hersteller sind maximal 100 Minuten möglich. Auf Wunsch kann er sogar, sofern der Akku leer wird, die Reinigung unterbrechen und wieder fortsetzen. Alle Hausaufgaben gemacht, funktioniert wie erwartet und hält was der Hersteller verspricht.

Lautstärke im Betrieb

Der Hersteller spricht vom Geräusch einer „normalen Mikrowelle“. Gut, genau so hört er sich nicht an, aber ja, er ist extrem leise. Den RoboVac G30 Edge laufen lassen neben dem Fernsehen? Gar kein Problem. Bin begeistert.

Wartung & Reinigung

Hier gibt es kaum etwas zu erzählen. Mehr als nach jedem zweiten Reinigungslauf den Staubbehälter zu leeren, ist nicht zu tun. Wenn man im Zuge dessen auch noch mit dem „großen“ Staubsauger etwas den HEPA-Filter absaugt, ist das auch schon alles, was getan werden muß. Sollten die Absturzsensoren verschmutzt sein, so informiert der Roboter über die App darüber, gleiches gilt auch beim Feststecken der Räder oder Seitenbürsten.

Eufy RoboVac G30 Edge Staubbehälter

Sprachausgabe

Zwar ist die Sprache des Roboters bei Lieferung auf Englisch gestellt, das kann aber recht flott in der App umgestellt werden. Ich persönlich finde das genial, denn so muss ich nicht raten, was mir das Gerät über Piepzeichen sagen will. „Reinigung abgeschlossen… zurück nach Hause“. Speziell der letzte Teil hört sich ein bisschen wie E.T. an 😉

Alexa & HomeKit

Eufy hat die Hausaufgaben gemacht, zumindest teilweise, und liefert einen Alexa Skill. Auf Kommando kann die Reinigung bequem gestartet oder beendet werden, allerdings muss man sich genau an die vorgegebenen Kommandos des Skills halten. Eine Steuerung ist weiterhin nur über die Eufy Home App möglich. Persönlich bringt mir diese Integration bei dieser Art von Robosauger wenig. Soetwas macht bei den etwas teureren Geräten, die Räume dezidiert anfahren können Sinn, für diesen Bot eher weniger. Da es nach wie vor keine „Staubsauger“ Kategorie in HomeKit gibt, gibt es aktuell auch keine Anbindung an HomeKit. Nach wie vor unverständlich und schade – Apple, bitte nachbessern!

FAZIT

Den ersten Reinigungslauf hatte der Eufy RoboVac G30 Edge absolut fehlerfrei und ohne seine magnetische Begrenzung absolviert. Da war ich schon begeistert. Dann gab’s ein paar Zwischenfälle mit den berühmt berüchtigten Schwingsesseln, die ich mittels der Magnetbänder beheben konnte. Ab da kann ich nur noch von täglichen perfekten Reinigungen berichten.

Ich will euch immer positives und negatives berichten. Aber ganz Ehrlich: Der Eufy RoboVac G30 Edge ist ein Nobrainer – kaufen. Für knapp über 300€ ein genialer Robosauger. Wenn man sich was wünschen könnte wäre das ggf. ein längeres Kabel des Netzgerätes sowie dünnere Magnetbänder.

Ansonsten klare Empfehlung von meiner Seite, alles richtig gemacht, Eufy.