Eufy RoboVac 15C MaxIhr wisst ja: Man kann nie genug Saugroboter testen, das hat hier auf macmaniacs.at quasi schon „Tradition“. Diesmal geht’s um den Eufy RoboVac 15C Max, einen „einfachen“ Saugroboter, den Anker unter der Marke Eufy über Amazon vertreibt. Eben diesen hat mir der Hersteller leihweise zur Verfügung gestellt, und wir sehen uns nun mal genau an, ob das gut investierte 270€ sind!

Falls ihr euch auch für die anderen getesteten Modelle interessiert: Hier you go: iLife A4, iLife V80Dyson 360 eyeRoomba 880, 780, i7+ und 581, Samsung Powerbot, LG Hombot

Verpackung & Lieferumfang

In der Verpackung findet man alles, was man für den Betrieb benötigt:

  • Staubsauger mit vorinstalliertem Akku
  • zwei Sätze Seitenbürsten
  • extra HEPA Filter
  • Fernbedienung & Batterien
  • Dockingstation & Netzgerät
  • Reinigungswerkzeug

Sogar Kabelbinder für das Kabel des Netzgeräts liegen bei, das habe ich so noch nicht gesehen. Sehr gut. Leider ist das Netzgerät nicht in die Dockingstation integriert und muss separat irgendwo verstaut werden. Wer das Auspacken genau sehen will, hier mein unboxing Video.

Während der Lieferumgang keinen Grund für Kritik gibt, hätte der Hersteller definitiv auf gefühlt eine Tonne Kunststoffbeutelchen verzichten können. Das ist einfach nicht notwendig, zumal die Oberseite des Roboters aus Glas und nicht aus Kunststoff besteht und damit recht robust ist.

Videoreview

Design des Eufy RoboVac 15C Max

Bedienelemente, Staubbehälter & Oberseite

Hier sind wir im Grunde extrem schnell fertig, denn an Schlichtheit ist der RoboVac 15C Max kaum zu überbieten. Die Oberfläche besteht aus Glas (ja, echtes Glas) und schimmert bläulich. Wir finden nur eine große ovale Taste zum Starten oder Stoppen des Reinigungsvorganges.

Eufy RoboVac 15C Max

Darüber befindet sich noch eine Anzeige, ob der Roboter mit dem WLAN verbunden ist, das war’s. Die große Taste leuchtet blau, wenn der Bot betriebsbereit bzw. in Betrieb ist oder rot, wenn es einen Fehler gab. Wie gewohnt befindet sich auf der Vorderseite des Roboters natürlich die Stoßstange, die bei Berührung mit Möbelstücken dem Bot sagt, dass er nun umdrehen sollte. Am Bürzel finden wir den Staubauffangbehälter.

Eufy RoboVac 15C Max Staubbehälter

Der Staubbehälter ist relativ schlau aufgebaut und mit vielen Gummidichtungen versehen. Schlau deshalb, weil man mit dem Daumen in die blaue Griffmulde fährt und damit den Behälter entriegelt und herauszieht und auch gleich den Deckel entriegelt hat, um den aufgesammelten Schmutz zu entleeren. Sehr erfreulich hierbei: Der gesamte Deckel kann geöffnet und gut gereinigt werden, auch der HEPA Filter lässt sich so gut mit dem Staubsauger (z.B. dem Dyson V11 absolute) absaugen.

Eufy RoboVac 15C Max

Die Gummidichtungen erwähne ich aus gutem Grund: Der RoboVac 15C Max ist nämlich der große Bruder des 15C (ohne max). Er hat, laut Hersteller, eine deutlich gesteigerte Saugleistung (2000Pa VS 1300Pa), was nicht zuletzt auf einen gut abgedichteten Saugbehälter zurückzuführen sein dürfte. 2000Pa sind für einen Saugroboter eine respektable Leistung!

FunFact: Der Dyson V11 Akkustaubsauger hat eine Saugleistung von 28000Pa. Der iRobot Roomba i7 schafft es nur auf 1700Pa.

Frühe Saugroboter waren hinsichtlich der Saugleistung ja eher Kehrmaschinen als ernstzunehmende Staubsauger. Was der Eufy RoboVac 15C Max nach zwei Tagen ohne Staubsaugen so aufsammelt sieht man hier – die Redaktionskatze lässt grüßen.

Eufy RoboVac 15C Max Staubbehälter voll

Unterseite des Eufy RoboVac 15C Max

An der Unterseite des Saugroboters gibt es nichts Spektakuläres zu sehen:

Eufy RoboVac 15C Max Unterseite

Der Akku ist unter einer Klappe verbaut, damit muss man sich als Nutzer eher nicht befassen. Zwei erfreuliche Dinge sehen wir aber auf der Unterseite: Einerseits einen echten Ein/Ausschalter. Das ist super, denn damit kann man z.B. im Urlaub den Roboter einfach Ausschalten und läuft nicht Gefahr, dass sich der Akku tief entlädt und Schaden nimmt.

Eufy RoboVac 15C Max

Der zweite positive Punkt scheinen die modular aufgebauten Antriebsräder zu sein. Sofern Anker/Eufy Ersatzteile anbietet, könnte man hier mit wenigen Handgriffen die Antriebsmodule tauschen.

Ansonsten sehen wir drei Absturzsensoren (einer vorne und je einer links und rechts), die großen Ladekontakte und zwei Seitenbürsten. Die Bürsteneinheit kann einfach geöffnet werden und die Bürste gereinigt werden. Fein.

Eufy RoboVac 15C Max

Die vordere Stoßstange übrigens beinhaltet mehrere Infrarotsensoren, damit der Roboter möglichst selten Möbel oder Wände berührt. In der Praxis funktioniert das sehr gut.

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme über die Eufy-Home App verläuft einfach und selbsterklärend. Man legt zunächst ein Konto an (schließlich will man den Bot ja über die App fernsteuern, und das läuft über die Eufy-Server) und fügt danach den Bot hinzu. Zunächst muss man der App die Daten des heimischen WLANs nennen, danach verbindet man sich mit dem WLAN des Roboters, das war’s. Damit ist der Bot hinzugefügt und kann fortan mit der App, egal, wo man sich gerade aufhält, gesteuert werden.

Eufy RoboVac 15C Max Einrichtung

Eufy RoboVac 15C Max Einrichtung

Reinigungslogik & Reinigungsleistung des RoboVac 15C Max

Nun ja, also von „Logik“ bei der Reinigung des Eufy RoboVac 15C Max kann man nun nicht wirklich sprechen. Wie viele andere Roboter dieser Preisklasse fährt der Bot chaotisch durch die Gegend. Er verlässt sein Dock und fährt dann mal rum, bis er auf Widerstand trifft, dreht sich und fährt in eine andere Richtung. Das macht er im Grunde jedes Mal, bis der Akku leer ist – sofern er sich nirgendwo verheddert.

Ich höre öfter mal, wenn jemand den Kauf eines Robosaugers überlegt, dass dieser doch bitte in geordneten Bahnen fahren solle und dass ja „Saugen nach dem Chaosprinzip nicht ordentlich funktionieren könne“. Das stimmt so nicht. Wenn man sich für einen dieser Bots, der eben aufgrund einfacherer Sensorik nur nach dem Chaosprinzip seine Runden dreht, entscheidet, muss man diesen einfach nur sein Ding durchziehen lassen, und das möglichst täglich. Dann wird jede Ecke erreicht und der Raum ist sauber.

Wer plant, nur z.B. Dienstags und Donnerstags den Saugroboter fahren zu lassen, der ist mit einem teureren Modell mit Kartierung des Raums und besseren Sensoren besser beraten (z.B der sehr teure Roomba i7). An der grundsätzlichen Reinigungsleistung ändert die Navigationsmethode aber meist nur wenig.

Grundsätzlich also fährt der Roboter im Chaosprinzip durch die Gegend, beim Suchen der Ladestation ist er manchmal etwas planlos, fand sie aber in meinem Test immer zuverlässig. Auch das ist durchaus gängige Praxis. Hinsichtlich Möbelberührungen ist der RoboVac 15C Max recht sanft, hier sammelt er definitiv Pluspunkte gegenüber der Konkurrenz. Auch nach mehreren Testwochen konnte ich keinerlei Schäden an Wänden oder Möbeln feststellen.

Krisenstimmung: Die bösen Schwingsessel

Für mich persönlich ist der Eufy RoboVac 15C Max leider bei meinen Schwingsesseln am Esstisch durchgefallen. Wie viele der vor ihm getesteten Modelle (z.B. iRobot Roomba i7+ oder Dyson 360 eye) fuhr auch er auf die Holme der Schwingsessel auf und blieb stecken. Leider hat der Hersteller diesem Modell aber auch keine Logik verpasst, die den Bot reversieren ließe, wenn er sich festgefahren hat und kein Signal der Stoßstange erhält (weil die ja in der Luft hängt). Anders als bei anderen Bots wären beim Eufy RoboVac 15C Max nämlich die beiden Antriebsräder durchaus noch am Teppich gewesen, er hätte sich gut befreien können (siehe den Part des manuellen befreiens über die App in der Videoreview ganz am Anfang), würde er einfach den Rückwärtsgang einlegen. Und genau diesen Mangel an Logik muss man dem Hersteller dann tatsächlich ankreiden. Aber: Solltet ihr keine solchen Schwingsessel haben: Alle anderen Hindernisse hat der RoboVac 15C Max einwandfrei gemeistert.

App & Reinigungsmodi

Über die Eufy-Home App werden alle Steuerbefehle an den Roboter gesandt. Sowohl die Programmierung der Reinigungstage wie auch die Wahl des Betriebsmodus wird über die App gesteuert. Ich finde das eine bessere Idee, anstatt den Gerätepreis durch Hardwaretasten in die Höhe zu treiben.

Eufy RoboVac 15C Max App

An Reinigungsmodi stehen uns der standardgemäß aktivierte „Automatikmodus“ sowie eine 30min Kurzreinigung, eine Punktreinigung auf besonders verschmutzten Stellen oder eine Kantenreinigung zur Verfügung. Nichts davon aktiviert der Roboter selbständig, es wird also auf stärker verschmutzten Stellen nicht automatisch in den Punktreinigungsmodus geschaltet, man müsste hierzu manuell über die App den Roboter zu der gewünschten Stelle navigieren (oder hintragen) und sodann den Modus wählen. In dieser Preisklasse ist das aber natürlich OK und marktüblich.

Neu beim 15C Max Modell ist die „BoostIQ“ genannte Regulierung der Saugstärke. Der Bot passt also seine Saugleistung an die jeweilige Anforderung an, sagt der Hersteller. Rein vom Sauggeräusch konnte ich das nicht feststellen, diese Leistungsstufe ist aber im Alltag fast immer ausreichend.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁
EufyHome
EufyHome
Entwickler: Anker
Preis: Kostenlos

Akkulaufzeit

Der Hersteller spricht von ca. 100min Laufzeit in Standardeinstellung, das kann ich bestätigen. Bei mir ist der Eufy RoboVac 15C Max meist um die 90min unterwegs gewesen, bis er die Ladestation aufgesucht hat.

Die App an sich ist ja ganz hübsch (siehe Bild oben) allerdings auch etwas eigenwillig. So kann man z.B. erst dann die Saugleistung auswählen, wenn man den Roboter in einem Modus gestartet hat. Neben der „BoostIQ“ Stufe stehen hier dann noch die maximale Saugleistung sowie eine kleinere Stufe zum Stromsparen zur Verfügung. Verwendet man die maximale Saugleistung, so reduziert sich die Laufzeit auf ca. die Hälfte. Im Alltag sollte BoostIQ reichen, wer aber z.B. nicht an jedem Wochentag den Roboter laufen lassen will, könnte mal die Maximalstufe probieren.

Lautstärke im Betrieb

Für mich persönlich staubt der RoboVac 15C Max hier den größten Pluspunkt ab: Er ist nämlich unglaublich leise. Speziell in der Stufe „Min“ oder „BoostIQ“ ist er zwar wahrnehmbar aber nicht sehr störend im Betrieb. Wirklich sehr angenehm. Wird der Roboter mit der maximalen Saugleistung betrieben, so steigt natürlich auch seine Lautstärke; in diesem Fall würde ich einen Betrieb empfehlen, während man ohnehin außer Haus ist.

Wartung & Reinigung

Hier gibt es kaum etwas zu erzählen. Mehr als nach jedem zweiten Reinigungslauf den Staubbehälter zu leeren, ist nicht zu tun. Bei vielen Robotern dieser Preisklasse reicht eine wöchentliche Entleerung, beim Eufy RoboVac 15C Max hingegen ist anscheinend die Saugkraft tatsächlich deutlich höher, entsprechend öfter muß der Behälter geleert werden. Wenn man im Zuge dessen auch noch mit dem „großen“ Staubsauger etwas den HEPA-Filter absaugt, ist das auch schon alles, was getan werden muß. Sollten die Absturzsensoren verschmutzt sein, so informiert der Roboter über die App darüber, gleiches gilt auch beim Feststecken der Räder oder Seitenbürsten. Ein Aufkleber auf seiner Unterseite gibt zudem über Piep und Blinksignale, die der Roboter eventuell von sich gibt, Auskunft.

Eufy RoboVac 15C Max Staubbehälter geöffnet

Programmierung

Einfach und zielführend ist das in der App gelöst. Man öffnet den Tab „Planung“ und kann für jeden Wochentag einzeln die gewünschte Startzeit programmieren. Einziger Minuspunkt: Ich würde mir wünschen je Tag auch die gewünschte Saugleistung einstellen zu können. Eine Programmierung auf Tagesbasis ist übrigens nach wie vor nicht Standard in dieser Preisklasse, von daher definitiv ein Pluspunkt für den RoboVac 15C Max.

Alexa

Eufy hat die Hausaufgaben gemacht, zumindest teilweise, und liefert einen Alexa Skill. Auf Kommando kann die Reinigung bequem gestartet oder beendet werden, allerdings muss man sich genau an die vorgegebenen Kommandos des Skills halten. Eine Steuerung ist weiterhin nur über die Eufy Home App möglich. Persönlich bringt mir diese Integration bei dieser Art von Robosauger wenig. Soetwas macht bei den etwas teureren Geräten, die Räume dezidiert anfahren können Sinn, für diesen Bot eher weniger. Da es nach wie vor keine „Staubsauger“ Kategorie in HomeKit gibt, gibt es aktuell auch keine Anbindung an HomeKit…

FAZIT

Der Eufy RoboVac 15C Max ist ein solider Saugroboter ohne Schnickschnack. Über das 2,4GHz Wifi verbunden kann man ihn bequem vom Smartphone aus steuern oder programmieren, die Akkulaufzeit ist ausreichend lang und das sehr geringe Betriebsgeräusch ist super. Die extrem dünne Bauform von nur 7cm Höhe ist zudem praktisch, damit der Roboter gut unter Sofas oder Möbel fahren kann. Dank der langen Akkulaufzeit reinigt er auch im Chaosprinzip größere Flächen zuverlässig, die extrem gute Saugleistung tut ihr übriges.

Minuspunkte gibt’s für mangelnde Intelligenz. Wenn der Roboter merkt, nach 5min im Vorwärts-Modus immer noch nicht voran zu kommen, hätten ihm seine Entwickler ruhig auch mal ein paar Routinen zur Befreiung mit auf den Weg geben können – das würde das Gesamterlebnis deutlich verbessern. Hoffentlich nutzt der Hersteller hier die Möglichkeit der Softwareaktualisierungen.

Alles in allem ist der Eufy RoboVac 15C Max aber definitiv ein Saugroboter den ich euch weiterempfehlen kann. Wer übrigens etwas weniger Saugleistung benötigt, bekommt den kleinen Bruder 15C (ohne Max) für 40€ weniger. Gerade dort, wo es keine Teppiche gibt, ist das eine Überlegung wert.