Seit 22. Juni kann man den Eufy HomeVac S11 kaufen. Glücklicherweise hat der Hersteller mich kurz davor mit einem Testmuster versorgt, so kann ich euch nun bereits berichten, wie sich der Eufy HomeVac S11 tatsächlich in der Praxis schlägt, abseits jeglicher Werbeversprechen. Der Preis ist definitiv eine Kampfansage an die Konkurrenz, gucken wir nun mal ob auch die Leistung stimmt.

Videoreview

Verpackung

Eufy hat beim HomeVac S11 eine extrem kompakte Verpackung geschaffen die zudem zu großen Teilen aus umgebleichtem Karton besteht. Sehr gut. Die verwendeten Kunststoffbeutel sehen aus wie biologisch abbaubare Stärke-Beutel, das konnte ich bislang aber noch nicht verifizieren.

Unterschiede zwischen HomeVac S11 Go und S11 Infinity?

Beim von mir getesteten „Infinity“ Modell finden wir einen Zweiten Akku sowie eine Parkettbürste (zum Auswechseln) mit im Lieferumfang. Das „Go“ Modell ist zudem schwarz anstatt weiß.

Lieferumfang & Erklärung der Zubehörteile

Besonders positiv überraschte mich der Umfang an Zubehörteilen, die der Eufy HomeVac S11 mitbringt: Neben Sauger, Saugrohr und der motorbetriebenen Teppichbürste (Turbobürste) finden wir eine flauschige Parkett-Rolle (zum Einbau in die Teppichbürste), Fugendüse, eine kleine Düse mit Borsten (die einfahrbar sind) sowie eine Halterung, ein flexibles Saugrohr und eine mini Elektrobürste. Außergewöhnlich: Der Eufy HomeVac S11 bringt neben dem am Gerät montierten Akku noch einen zweiten Akku neben dem 24W Netzgerät mit. Top.

 

Turbobürste mit Licht & Wechselwalze

Die Standardbürste ist ohne Zweifel die Turbobürste. Innovativ: Sie hat einen LED Streifen eingebaut. So seltsam das anfangs wirkt so praktisch entpuppt sich das tatsächlich im Alltag wenn man nicht überall das Licht einschalten muss, um in dunkle Winkel zu gucken. Auch um unterm Sofa zu saugen hat sich dieses LED Licht als sehr praktisch erwiesen. Hätte ich nicht gedacht!

Eufy HomeVac S11 Turbobürste

Die mitgelieferte flauschige Walze für Parkett kann recht schnell gewechselt werden, wenngleich der Verriegelungsmechanismus an der Bürste nicht sonderlich robust wirkt. Täglich würde ich das Wechseln hier nicht empfehlen.

Die Flauschige „Soft“ Walze ist also wirklich eher etwas für Haushalte ohne Teppiche, während die normale Turbobürste universell für alle Oberflächen einsetzbar ist.

Mini Elektrobürste

Immer wieder extrem praktisch, wenn dieses Zubehörteil bei Akku bzw. Handstaubsaugern mitgeliefert wird. Gerade um z.B. Sofas abzusaugen oder auch Fahrzeugteppiche ist diese Bürste perfekt geeignet.

Fugen & Universaldüse sowie Halterung

Die beiden Düsen sind eigentlich Grundausstattung bei jedem Staubsauger und bedürfen kaum Erklärung. Schön ist, dass Eufy an eine Halterung gedacht hat die zudem einfach nach links oder rechts mittels eines Stecksystems erweitert werden kann um tatsächlich alle mitgelieferten Zubehörteile (mit Ausnahme des Zweitakkus) verstauen zu können.

Flexibles Saugrohr

Mein geheimer Favorit. Denn mit Staubsaugern wie dem HomeVac S11 (der von der Gehäuselänge ähnlich lang wie z.B. ein Dyson V11 ist) wird das Staubsaugen im Auto mühsam. Gerade den Fußraum kann man mit diesen Geräten ohne ein Flexibles Saugrohr kaum reinigen da sie einfach zu groß sind.

Inbetriebnahme

Beide Akkus waren bei der Auslieferung zwischen 40 und 60 Prozent geladen, das ist löblich, ist es der optimale Ladezustand um den Akku bei längerer Lagerung nicht zu schädigen. Nach ca. 1,5 Stunden war der erste Akku voll geladen, und ich konnte loslegen. Von einer „Inbetriebnahme“ kann man freilich kaum sprechen, man steckt einfach Saugrohr und gewünschte Düse an, das war’s.

Design

Eufy setzt auf ein Design das man schon viele Jahre auch von der Konkurrenz bei Zyklonstaubsaugern kennt, wirkt dabei aber wenig futuristisch und deutlich „gefälliger“ als manch Konkurrenzprodukt. Die Gehäusefarbe weiß sieht neu zumindest schön aus, zeigt aber im Alltag recht schnell Gebrauchsspuren die hier deutlicher auffallen als bei grauen oder schwarzen Geräten. Ein Ausstellungsstück ist ein Staubsauger aber in der Regel so oder so nicht.

Das Gerät hat eine weitgehend zylindrische Form, der Griff ist gut erreichbar aber leider (ebenfalls wie bei der Konkurrenz) wenig ergonomisch. Da man den Schalter im Betrieb dauerhaft betätigen muss, ist das etwas ermüdend.

Auf der Rückseite des Gehäuses finden wir den HEPA Filter der schnell und einfach demontiert werden kann. Die Oberseite beherbergt eine Taste, mit der wir durch die drei Saugstufen schalten können. Zumindest eine LED Anzeige, welche Stufe gerade aktiviert ist, wäre hier aber nett gewesen.

Im vorderen Bereich des Eufy HomeVac S11 finden wir den transparenten Staubbehälter mit blauem Farbakzent im Inneren, die Entriegelungstaste um den Behälter zu entfernen finden wir darunter an der Saugrohraufnahme. Der Behälter selbst hat einen Schnappverschluss um die Klappe zum Entleeren zu öffnen; auf eine komplizierte Mechanik um den Staub gleich möglichst tief im Abfalleimer zu platzieren, wird hier verzichtet.

An der Unterseite des Haltegriffes wird der Akku montiert, dieser hat drei LEDs um den Ladezustand anzuzeigen; hier wie immer meine Kritik: Drei LEDs helfen wirklich kaum um als Anwender die Restlaufzeit einschätzen zu können… Die Ladebuchse finden wir an der Rückseite des Akkus, wenn der HomeVac S11 also in seiner Halterung hängt zeigt die Ladebuchse nach oben.

Die Materialanmutung ist gut und entspricht im Großen und Ganzen der Preisklasse, ich bin zufrieden.

Im Alltag

Ich hab einfach mal eine Woche nicht Staub gesaugt um den Eufy HomeVac S11 einem ersten Test für euch zu unterziehen. Mittlere Saugstufe und Turbobürste, los ging’s. Dabei musste sich der HomeVac S11 auf Treppen und über drei Stockwerke hinweg bewähren und zeigte schnell seine Qualitäten (oder Mängel).

Schmutzaufnahme / Saugleistung

Wie gut saugt er? Wie gut nimmt er Schmutz aller Art auf? Sehr gut. Die Saugleistung ist gut und erfasst in der mittleren Leistungsstufe problemlos alltäglichen Schmutz. Nach einer Woche ohne Staubsaugen waren das Chipskrümel, eine gefühlte Tonne Katzenhaare, Haushaltsstaub und vertrocknete Kaktusblüten. Alles wurde problemlos eingesaugt, die Turbobürste hatte keinerlei Probleme.

De Facto hat der Eufy HomeVac S11 in einigen Punkten sogar deutlich besser als doppelt so teure Konkurrenzmodelle abgeschnitten: Auf nicht Luftdurchlässigen Flauschteppichen saugte sich die Konkurrenz fest und deren Turbobürste stoppte einfach, während der Eufy HomeVac S11 munter weiter bürstete. Sehr gut.

Die Konstruktion des Schmutzbehälters ist hingegen ausbaufähig. Saugt man nur Krümel und Katzenstreu, kein Problem. Saugt man aber auch mal Papierfetzen der einfach etwas größere Schmutzstücke, so können diese schnell im oberen Bereich des Behälters festhängen und so den Behälter schnell zusetzen. Das war aber tatsächlich nur in meinem Extremtest der Fall und hatte KEINEN negativen Einfluss auf die Saugleistung da ich rechtzeitig mit dem Saugen fertig wurde.

Akkulaufzeit des Eufy HomeVac S11

Wie die Konkurrenz setzt Eufy auf einen Lithium Ionen Akku mit 25,2V der jedoch bei ähnlicher Akkugröße weniger Kapazität bietet: 63Wh, 2500mAh. In der mittleren Leistungsstufe kommt man damit auf solide 30min Laufzeit und ich konnte damit alle drei Stockwerke gründlich Saugen, für das Ferienschloß wird ja zudem der zweite Akku ebenfalls mitgeliefert. Mit den 30min Laufzeit bin ich absolut zufrieden.

In der höchsten Leistungsstufe schafft der HomeVac S11 8 Minuten Laufzeit.

Was schade ist: Da die Ladebuchse an der Rückseite des Akkus angebracht ist, muss man, sofern man die mitgelieferte Halterung nutzen möchte, immer manuell das Ladekabel anstecken.

Entleerung des Schmutzbehälters

Nun, hier ist das Gerät deutlich weniger ergonomisch als andere Produkte. Die Klappe am Schmutzbehälter kann schnell und einfach geöffnet werden, dazu muss der Behälter auch nicht vom Gerät entfernt werden. Allerdings ist man so auch sofort direkt mit dem Staub in Kontakt, gerade für Allergiker ein rotes Tuch. Da hilft dann auch die beste Filtration nichts. In der Theorie muss aber lediglich das Gerät direkt im Abfalleimer mit geöffneter Klappe etwas geschüttelt werden und der Schmutz ist entsorgt. Naja, theoretisch, in meinem Fall hatten sich Kaktusblüten und Katzenhaare im hinteren Bereich des Behälters angesammelt und mussten mühsam mit den Fingern herausgefummelt werden, dazu war es dann außerdem hilfreich, den Behälter kurz zu demontieren was sehr einfach klappt.

Ladedauer

Auch der Eufy HomeVac S11 ist keine Ausnahme, was lange Ladedauer betrifft. Über 3h dauert es, um einen komplett entleerten Akku wieder voll zu bekommen. Da aber zwei Akkus mitgeliefert werden, ist das absolut kein Problem. Einfach Akku wechseln und weiter saugen.

Lautstärke im Betrieb

Nun, das Empfinden der Lautstärke ist halt vollkommen subjektiv. In meiner Videoreview zum Dyson V11 absolute z.B. habe ich Kommentare „lautester Staubsauger, unmöglich“ erhalten, obwohl ich ihn nach wie vor als „normal laut für einen Staubsauger“ empfinde. Der Eufy HomeVac S11 ist in dem Fall leiser als oben genanntes Konkurrenzprodukt und damit bin ich ausgesprochen zufrieden!

Filterung

Eufy hat die Hausaufgaben gemacht und filtert die Luft hervorragend. Wir finden neben dem bereits erwähnten Hepafilter am hinteren Ende des Staubsaugers direkt auf der Rückseite des Schmuztbehälters einen zweiten Filter. Diese beiden Filter können zudem gewaschen werden – vorbildlich.

Eufy HomeVac S11 Nachmotor HEPA Filter Eufy HomeVac S11 Vormotorfilter

Ergonomie

Nun, die Frage ist, wie definiere ich Ergonomie bei einem Staubsauger. Bei dieser Kategorie der Hand- bzw. Akkustaubsauger ist sowohl das Gewicht des Gerätes wie auch der Haltegriff und die Kupplungen wichtig. Das Gewicht des Eufy HomeVac S11 mit Turbobürste und Saugrohr liegt bei knapp unter 2,6kg und ist damit deutlich leichter als z.B. der V11 (ca. 3kg). Gerade auf Treppen ist das ein deutlicher Pluspunkt. (Gewicht Gerät: 1690g, Saugrohr: 260g, Bürste: 624g, Insgesamt: 2574g)

Der Haltegriff könnte noch deutlich ergonomischer ausgeformt sein und eine Einrastemöglichkeit für den Schalter, damit man nicht ständig den Schalter gedrückt halten kann, wäre praktisch. Allerdings sollte dies für die 2x ca. 20min pro Woche die man vermutlich üblicherweise staubsaugt, kein Problem sein.

Die Kupplungen am Gerät, also der Übergang vom Staubsauger zum Saugrohr, oder vom Saugrohr zum Zubehör sind OK, können aber manchmal hakelig sein und mehr Kraftaufwand erfordern als mir lieb wäre.

Pro Tipp: Die Taste am Saugrohr nicht zur Gänze durchdrücken, dann kann es einfach auseinander genommen werden.

Fazit zum Eufy HomeVac S11 Infinity

Vielleicht fragt ihr euch, weshalb es keine Pro und Contra Sektion in diesem Testbericht gibt? Nun, weil, ehrlich gesagt der Sauger verdammt gut ist für den kleinen ausgerufenen Preis ab etwa 245€ für das Go Modell. Der von mir getestete „Infinity“ Variante mit zweitem Akku und Parkettwalze kostet etwa 300€ und ist damit die 60EUR extra definitiv ebenfalls wert. Saugleistung, Lieferumfang und Nutzen im Alltag stimmen hier perfekt.

Würde man „Negativpunkte“ suchen, so könnten die verwendeten Kunststoffe eine Spurhochwertiger und Entriegelungen eine spur leichtgängiger sein. Alles in allem erhält man hier aber einen soliden Staubsauger für sein Geld, finde ich gut. Es muss nämlich nicht immer ultra ultra premium sein, um ein gutes Produkt zu liefern.

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