Anfang des Jahres (2019) habe ich euch bereits von meinen (positiven) Erfahrungen mit dem Ember Ceramic Mug berichtet. Das Produkt, welches Grad-genau die Temperatur von Kaffee oder Tee selbst abseits seiner Ladeschale hält hatte mich durchwegs begeistert, und anscheinend teilten einige Nutzer meine Meinung. Ember hat nun nämlich recht schnell eine verbesserte neue Version des Ember Mug veröffentlicht: Den Ember Mug 2. Die zwei im Produktnamen kennzeichnet nun das neue Modell und soll die Nutzererfahrung weiter verbessern. Der Hersteller hat mir den neuen Ember Mug 2 testweise für einige Wochen zur Verfügung gestellt – gucken wir also mal, wie der neue Ember Mug so abschneidet.

Videoreview

Verpackung & Lieferumfang

Der Ember Mug 2 kommt in einer Verpackung, die hauptsächlich aus Karton besteht. Großes Lob hierfür. Auf Plastiksäckchen und Folien wird weitestgehend verzichtet. Wir finden den eigentlichen Becher, das Netzgerät sowie die Ladeschale in der Packung. Mehr braucht es auch nicht, um los zu legen.

Ember Mug 2 Verpackung

Einrichtung & Bedienung

Um die Temperatur am Ember Mug 2 einstellen zu können oder Getränke in Apple Health erfassen zu können (mehr dazu später), benötigt man die Ember App. Die Ember App ist, wie gewohnt, sowohl für iOS als auch für Android erhältlich.

Ember - Temperature Matters
Ember - Temperature Matters

Startet man die App so ist die Einrichtung des Bechers schnell erledigt. Man folgt einfach den Anweisungen, hält die Taste an der Unterseite des Bechers etwas gedrückt und koppelt so den Becher mit der App.

Im Einrichteprozess kann auch die Farbe der Status LED des Ember Mug 2 eingestellt werden. Wird der leere Becher bewegt, so leuchtet diese LED in der gewünschten Farbe und ermöglicht so schnell die Identifikation, sollte es mehrere Becher im Haushalt (oder dem Büro) geben.

Die App

Zur Einrichtung sowie um die Temperatur zu regeln (zwischen 50°C und 62,5°C) wird die Ember App benötigt. Während ich in meiner Review des ersten Ember Bechers noch recht positiv der App gegenüber eingestellt war, muss ich nun sagen, dass man die App leider aktuell links liegen lassen kann (in ihrem aktuellen Zustand).

Ember Mug 2 App

Im Jänner 2019 schrieb‘ ich noch, dass die Verbindung zum Becher recht stabil sei und Benachrichtigungen zuverlässig kämen, leider hat hier Ember über die Monate irgendetwas verschlimmbessert. Ohne die App mindestens einmal täglich zu öffnen kommen meist gar keine Benachrichtigungen, vergisst man die App also, wird auch der Becher stumm. Ab und an kommt dann plötzlich doch eine Nachricht, meist jene, dass die optimale Temperatur erreicht sei. Fast nie fragt mich der Becher, was ich jetzt trinke und was eingestellt werden soll… hier müsste dringend nachgebessert werden! Das klappte vor einigen Monaten deutlich besser.

Grundsätzlich bietet die Ember App aber durchaus schlaue Optionen!

 

Ember Mug 2 App au fder Applewatch

Sofern eine Verbindung zum Becher besteht, erhält man zunächst eine Benachrichtigung, was man denn trinkt. Leider verabsäumt der Hersteller direkt in der App eine Auswahlmöglichkeit zu bieten, man muss zur iPhone App wechseln. Das ist leider eine verschenkte Chance.

Stellt man ein Getränk in der App ein, z.B. eine Kaffee- oder Teesorte, so wird die für das Getränk empfohlene Temperatur beibehalten.

War man außer Haus (oder der Becher außerhalb der Bluetooth-Reichweite), so reicht ein Tippen in der App um sich wieder mit dem Becher zu verbinden. Läuft bereits der Kaffee in den Becher, so kann sofort die gewünschte Temperatur eingestellt werden.

An der Verwaltung der Voreinstellungen hat sich seit Jänner nichts geändert:

Trinkt man öfter das selbe Getränk, so können bequem Voreinstellungen angelegt werden.

Schade allerdings, dass bekannte Marken zu prominent angezeigt werden. Zunächst wird einem bei der Auswahl eines Kaffee-Getränks Starbucks, Peet’s, Costa, Caribou und Lavazza angeboten. Das eigene Gebräu muss man also unter „Andere“ anlegen. Hier wiederum kann nur gebrühter Kaffee gewählt werden. Hä? Warum? Was ist mit der Vielzahl von Kapselmaschinen oder Vollautomaten?

Schade an dieser Stelle: Egal wie ich während meiner Tests meine eigenen Getränke angelegt hatte – eine Koffeeinaufzeichnung klappte damit leider nicht :-(.

Wie gesagt, die Idee ist wunderbar, warum Ember die App aber einfach nicht hin bekommt, seit Monaten, ist mir absolut schleierhaft. Ich habe sie am iPhone (X, 11, 11Pro) getestet und das selbe Ergebnis auf allen drei Geräten.

Design des Ember Mug 2

Ember hat beim Ember Mug 2 glücklicherweise nichts am schlichten und sehr schicken Design geändert. Tatsächlich kann man den alten und den neuen Becher äußerlich überhaupt nicht unterscheiden. Mein Testmuster ist dieses Mal das weiße Modell des Bechers. Der Becher selbst ist nach wie vor aus Edelstahl, welcher mit einer Art Keramik beschichtet wurde. Dies Beschichtung scheint ausgesprochen hochwertig zu sein, denn auch nach hunderten Kaffees zeigt das weiß keinerlei Verfärbungen.

Ember Mug 2

Der untere Teil des Bechers beherbergt nach wie vor die Elektronik. Hier hat Ember die eigentlichen Änderungen durchgeführt. Der große (und einzige merkbare) Unterschied zur ersten Generation des Bechers ist die Akkulaufzeit, diese wurde nämlich um deutlich verbessert. Mehr dazu unten.

Was ich am weißen Modell nicht ganz so schön finde: Je nach Lichteinfall wirkt der untere Teil des Bechers als hätte das Weiß einen leicht unterschiedlichen Farbton zum Oberteil. Das sollte in diesem Preissegment von Gadgets eigentlich nicht passieren.

Ember Mug 2

Die Unterseite des Bechers weist nach wie vor die bekannten Ladekontakte auf, mittig den Ein/Ausschaltknopf.

Auch die Ladeschale hat sich kaum verändert. Sie wirkt nur seitlich betrachtet etwas dicker – in der Praxis, wenn Becher und Schale am Tisch stehen, merkt man davon aber nichts.

Nettes Detail: Der weiße Ember Mug 2 kommt mit einem weißen Netzgerät. 🙂

Ember & Apple Health

Wie bereits erwähnt konnte ich in meinem Test mit meinen selbst angelegten Kaffeesorten leider keine Aufzeichnungen der Koffeeinaufnahme erstellen. Alles Weitere, was ich ja bereits im Jänner zum ersten Ember Mug geschrieben habe, hat uneingeschränkt seine Gültigkeit – schade, denn hier hätte ich euch gerne von einer Verbesserung berichtet!

Der oben „angekreidete“ Mangel, dass zunächst bekannte Kaffeemarken für die Favoriten angeboten werden, hat zum Teil aber einen reellen Grund abseits von Marketingzwecken: Bei Kaffees bekannter Marken ist der Koffeingehalt bekannt. Diese Daten sind notwendig, möchte man Ember mit Apple Health verbinden und entsprechend die Koffeinaufnahme protokollieren und, auf Wunsch, auch der Herzfrequenz oder der Schlafanalyse gegenüber stellen.

Leider haben hier die Programmierer noch ein Stück Arbeit vor sich. Entweder bietet man solche Diagramme und Analysen ordentlich an, oder man lässt es besser sein. Aber so, wie es aktuell umgesetzt ist, ist es leider nutzlos. Denn manchmal wird, trotzdem man korrekt das Getränk aus den Favoriten gewählt hatte, einfach nix aufgezeichnet und manchmal schon. Sorry, das muss zuverlässig funktionieren. Und außerdem kann man nicht beliebige Zeitachsen einsehen. Heute, da ich das hier tippe, ist der 3. Jänner. Ich kann in der Ember App aber auch nichts anderes als den Jänner auswählen. Dafür neben dem heutigen Tag auch die derzeitige Woche oder den aktuellen Monat… nur gibt’s dazu noch keine Daten…. schade. Und ich kann den Monat nicht frei wählen. Wenn die Programmierer hier nachbessern, könnte das wirklich spannende Einsichten liefern.

Im Alltag

Für mich ist der Ember Mug 2, wie schon die erste Generation nach wie vor ein unglaublich gutes „Komfort“ Gadget. An meiner Meinung, dass man den Ember Mug 2 nicht mehr missen möchte, wenn man mal daran gewöhnt ist, immer ein perfekt temperiertes Gerät vor sich zu haben, hat sich nichts geändert.

Ich nutze den Becher im Büro, der erste Weg am Morgen ist zur Kaffeemaschine. 200ml Kaffee, zwei getrennte Brühvorgänge. Der Ember Mug 2 ist auf 57°C eingestellt. Es folgen über den Tag verteilt sicher 3-5 weitere Gänge zur Kaffeemaschine, die meiste Zeit steht der Becher auf seiner Ladeschale, manchmal wird er zu einer kurzen Verschnaufpause mit nach draußen genommen, manchmal in ein Meeting. Beides meistert er mit Bravour und dank des nun stärkeren Akkus gibt es überhaupt keine Fälle mehr, in denen ich Meeting UND kalten Kaffee ertragen müsste ;-). Selbst bei kalter Außentemperatur hält der Becher das Getränk deutlich länger warm, wenngleich er hier (bei 5°C) die Temperatur nicht aufrecht erhalten kann.

Bis zu 90min Laufzeit schafft das hier getestete 300ml (genau genommen 295ml) Modell nun (anstatt der ursprünglichen 60min) und das bietet dieses Quäntchen an extra Komfort. Ich hab’s nachgetestet, die Laufzeit schafft er tatsächlich.

In der Praxis, seien wir uns da mal ehrlich, werden die Meetings abseits der Ladeschale, bei denen man ab dem Zeitpunkt, ab dem das Getränk auf 57°C abgekühlt ist, 90min benötigt um 295ml zu trinken eher gegen null tendieren. Selbst wenn man sich zwischenzeitlich mehr Kaffee holt sollten die 90min Laufzeit des Ember Mug 2 wunderbar ausreichen.

Dies & Das

Der Ember Mug 2 ist aus Edelstahl; der ermöglicht schlankes Design und geringes Gewicht. Super!

Die Keramikbeschichtung verhindert Verfärbungen und macht das Reinigen in der Spüle (NICHT IN DER SPÜLMASCHINE!) super einfach.

Das Design ist schlicht um nicht sofort aufzufallen, die LED sorgt dann aber doch für Aufsehen und hilft zudem, auf einen Blick den Lade- und Temperaturzustand zu erfassen. Grün bedeutet: voll geladen, rot blinkend: Akku leer, rot: lädt, weiß: Getränk temperiert, weiß pulsierend: wunschtemperatur wird eingestellt

Ist der Ember Mug 2 für Besitzer des Vorgängers interessant?

Das kann man schnell beantworten: Der Ember Mug 2 ist nur dann für Besitzer des „Originals“ interessant, wenn die Akkulaufzeit nicht ausreicht. Ansonsten merkt man als Nutzer keinerlei unterschied. Daher auch der Titel meines Testberichts: Evolution statt Revolution.

FAZIT zum Ember Mug 2

Das Konzept des exakt beheizten Kaffeebechers macht den Ember Mug 2 für mich nach wie vor zum Nummer 1 Gadget des Jahres. Wie bereits in meiner ersten Review berichtet, würde ich den Ember Mug nicht missen wollen.

Dass der Hersteller aber Zusatzfeatures der App nicht hin bekommt (was glücklicherweise für den Betrieb nicht essentiell ist) ist schade.

In der Praxis tut der Becher aber exakt, was er soll: Er sorgt durch schlaue Technik und gut dimensionierte Batterie dafür, dass ich nie kalten Kaffee trinken muss. Dafür liebe ich ihn. Für den ausgerufenen Preis jenseits der 100€ schwelle erwarte ich aber auch eine perfekt funktionierende App. Gäb’s hier auf macmaniacs.at eine Sternewertung, so würde ich für die App 1,5 Sterne abziehen. Glücklicherweise könnte der Hersteller hier ja schnell nachbessern…