Drobo S Front Hi

Speicherplatz ist so billig, wie noch nie. Sagt man. Die Gigabyte, ja, eigentlich die Terrabytepreise haben ein Niveau erreicht, auf dem fast jeder sich ein Arsenal an internen oder externen Festplatten anschaffen könnte.

Denn zwei Fakten sind (leider) gewiß: Erstens haben viele Leute immer noch kein Backup ihrer Daten auf einer externen Festplatte angelegt, trotzdem es speziell am Mac dank Timemachine einfacher nicht sein könnte und zweitens führt der immer weiter steigende Speicherbedarf von Betriebssystemen, RAW Fotos aus Spiegelreflexkameras oder auch Songs aus dem iTunes Store und die eigene Film- und Seriensammlung letztendlich dazu, daß nach dem Befüllen der eingebauten Festplatte sich eine externe Platte nach der anderen am Schreibtisch aufreiht. Das verursacht einerseits Lärm, andererseits ein hässliches Kabelgewirr und meist bekommt man von einem Jahr auf’s nächste nicht mal mehr eine im Design dazupassende Platte des selben Herstellers.

Seit nunmehr einigen Jahren bietet Drobo.com (ehemals Datarobotics) eine Speicherlösung namens „Drobo“ an. Drobo steht für „Datenroboter“. Ihn nur „Festplatte“ oder „Festplatten-Array“ zu nennen, wäre tiefgestapelt, denn der Drobo hat schon ein gewisses Quäntchen an Eigenintelligenz von seinen „Eltern“ mit auf den Weg bekommen.

Im Folgenden Testbericht will ich also ansprechen, was genau der Drobo ist, was sich DR vorstellt, wofür der Drobo gedacht ist, und wofür man ihn in der Praxis einsetzen kann. Ich will auch über vielfache Unkenrufe zu Drobos Geschwindigkeit und natürlich auch über technischen Hintergrund zu Beyond-Raid berichten und zuguterletzt sollte das ebenfalls unten verlinkte Video (auf Youtube natürlich in HD) jegliche übrigen Fragen ausräumen!

Drobo Front - Pressefoto © Datarobotics.com

Was ist der Drobo?

Also, prinzipiell ist er eine externe Festplatte mit Sonderoptionen. Wobei wir schon bei den Wörtern „eine“ und „Festplatte“ die ersten Fehler in der Formulierung haben. Der konkret getestete Drobo S faßt bis zu 5 SATA Festplatten. Der Clou: Drobo verwaltet diese bis zu fünf Platten so, als ob es nur eine Einzige wäre. Hat man also die Ersteinrichtung hinter sich gebracht (und das ist wirklich sehr einfach, mehr dazu im nächsten Kapitel sowie in der Videoreview) so steht der Drobo schick und glänzend nicht nur am physischen Schreibtisch, sondern auch auf dem Mac Desktop. Er kann angesprochen werden wie ein einzelnes Laufwerk, er zeigt an, wann der Speicherplatz knapp wird und wo eine größere Festplatte eingebaut werden sollte oder ob eventuell sogar eine Festplatte ausgefallen ist, und ersetzt werden muß. Das alles macht Drobo ohne Zutun, die Daten sind jederzeit sicher, sagt Drobo.com. Da wir den Drobo noch keinem Langzeittest zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels unterziehen konnten, können wir natürlich über die letztliche Zuverlässigkeit erst in einigen Monaten berichten und werden den Artikel dahingehend selbstverständlich aktualisieren.

 

Drobo Front ohne Abdeckung - Pressefoto © Datarobotics.com

Ersteinrichtung

Drobo ist der, hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit, perfekte Kumpane für den durchschnittlichen Mac User. Sowohl ist er eines der schönsten Speichergeräte am Markt als auch ist er einfach einzurichten, zuvorkommend in der Bedienung und außerdem zielt er auf einfachste klare Wartung ab um dem Nutzer die Konzentration auf’s Wesentliche zu ermöglichen: Dem Arbeiten am Rechner mit zu jeder Zeit sicheren Daten im Hinterkopf.

 

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Das „Erlebnis“ beginnt schon beim Öffnen der Verpackung. Es sind solche Kleinigkeiten die einfach zu einem tollen Gesamterlebnis führen. Bis auf den Schaumstoff der den Drobo im Inneren des Kartons sichert, ist der Rest des Verpackungsmaterials aus umweltfreundlichem Karton.

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Dem Drobo liegt auch alles bei, was man benötigt, um gleich loszulegen. So ist sowohl ein eSATA Kabel, als auch ein Firewire 800 und ein USB3.0 Kabel im Lieferumfang. Auch das Netzgerät ist logischerweise in der Verpackung, ebenso wie Handbücher und eine CD mit dem Drobo Dashboard, welches VOR der Hardwareinstallation des Drobos am Mac installiert werden muß.

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Man installiert also das Dashboard, stellt Drobo an sein Plätzchen, steckt das Netzgerät und das Firewire Kabel an, installiert die Festplatten (mindestens 2 Stück beliebiger Größe, SATA Standard) und schaltet sodann den Drobo ein. Die Startzeit beträgt ca. anderthalb bis zwei Minuten, dann erscheint der Drobo im Dashboard und selbiges informiert darüber, daß der Drobo nun formatiert werden müsse. Jegliche eventuell auf den eingebauten Festplatten vorhandenen Daten gehen dabei natürlich verloren!

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Nach weiteren 2-3 Minuten ist das Formatieren abgeschlossen; ich habe für diesen Testbericht und die Verwendung des Drobos die Verbindung über Firewire 800 (im folgenden FW800 genannt) sowie eine 16TB (= 16000GB) Formatierung gewählt. Hier werden nun die ersten die Stirn in Falten legen. War nicht vorher die Rede von 2 Festplatten mit je 2TB Speicherkapazität? Ja, war es. Aber mehr dazu im Kapitel „Beyond-Raid“.

Sobald Drobo formatiert ist, kann nach einem Neustart von Drobo mit dem Transfer der Daten begonnen werden. Wie die Daten dabei auf den beiden Festplatten verteilt werden, bestimmt Drobo. Um die Datensicherheit zu gewährleisten, steht aber physikalisch nie die tatsächliche Größe beider Festplatten zur Verfügung sondern etwas weniger als die Hälfte, im Falle von zwei installierten gleich großen Platten. Auf der Homepage gibt es ein schön gemachtes kleines Berechnungstool.

Will man wissen, wieviel Speicherplatz der Drobo noch zur Verfügung stellen kann, so muß man entweder kurz auf die blauen LEDs an der Unterkante des Drobo-Gehäuses sehen (dies ist quasi eine Füllstandsanzeige) oder man bemüht das Drobo Dashboard. Der Finder hingegen zeigt immer die zuvor durchgeführte Formatierung an, also z.B. 16TB, bei einem leeren Drobo, oder 15,5TB, wenn man 500GB an Daten auf den Drobo geladen hat.

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Prinzipiell empfehle ich jedem, bevor das „große Kopieren“ gestartet werden soll, am Mac noch schnell die Rechte zu reparieren und sowohl den Mac als auch den Drobo neu zu starten. Sicher ist sicher!

Was ist Beyond-Raid?

Also, fangen wir mal mit RAID an. RAID ist eine Technologie, die Verbände aus einzelnen Festplatten erzeugt. Es steht für „Redundant Array of Independent Disks“, was soviel heißt wie „Redundante Anordnung unabhängiger Festplatten“. Mehr dazu auch auf Wikipedia. Kurz gesagt, werden per RAID auf verschiedenste Weise Festplatten zusammengeschlossen um z.B. schneller oder aber sicherer agieren zu können. Typisch für klassisches Raid ist der Fakt, daß Platten gleicher Größe und Art verwendet werden müssen/sollten. Der Verband richtet sich nach der kleinsten Platte im Verband. Bei 2x500GB + 1x750GB würde man auf der 750er Platte 250GB verschenken. Außerdem hat klassisches Raid den Nachteil, daß beim Wechsel des Datensicherheitslevels der Gesamte Inhalt des Speichersystems gelöscht und neu aufgespielt werden muß. Das will wohl keiner, der einfach ein zuverlässiges und sicheres System für zu Hause möchte.

„Beyond-Raid“ verwendet zwar prinzipiell ähnliche Technik, hat dann aber doch mit klassischem Raid nicht viel zu tun. Es ist z.B möglich von der Größe her unterschiedlichste Platten einfach zu mischen ohne Speicherplatz zu verlieren. Auch die Anordnung der einzelnen Platten im Drobo ist egal. Außerdem kann man kurzerhand von der einfachen Ausfallssicherheit auf doppelte umschalten (sofern sich drei Platten im Drobo befinden) und ist so gegen zwei gleichzeitige Festplattenausfälle gefeit.

Das beste Feature bei Drobo ist aber, daß z.B. einfach bei Speicherplatzbedarf eine kleine Platte herausgenommen werden kann und eine größere eingesetzt werden kann und der neue Speicherplatz sofort  zur Verfügung steht.

Hat man aber z.B. zwei 2TB Platten im Drobo hat man noch keinen Vorteil der Beyond-Raid Technologie, denn, um den Inhalt beider Platten immer gesichert zu haben, kann natürlich nur die Hälfte des Physikalisch vorhandenen Speicherplatzes verfügbar sein. Will man dann natürlich (ab 3 eingebauten Festplatten) auf Nummer sicher gehen und gleich gegen den Ausfall von zwei Platten abgesichert sein, so bleibt unterm Strich nicht viel Speicherplatz übrig. Bei 3x2TB Platten + 1x500GB im Drobo, also 6,5TB insgesamt, stehen bei der Ausfallsicherung einer Platte 4,08TB zur Verfügung. Sollen zwei Platten gegen Ausfall gesichert sein, sind es nur noch 2,26TB. Mager, dafür sicher. UND: Man muß sich keine Gedanken darüber machen.

Was mich lange abgeschreckt hat, den Drobo anzuschaffen, war die Tatsache, daß er dem Betriebssystem ein wesentlich größeres Laufwerk vorgaukelt, als tatsächlich Speicherplatz zur Verfügung steht. Das war mir nicht geheuer. Dies ist aber notwendig um die gute Erweiterbarkeit sicherzustellen. Denn ein auf 16TB formatierter Drobo kann (aktuell) bis  zu fünf 3TB Platten verwalten und man hätte 10,90TB tatsächlich als Datenspeicher zur Verfügung.

Abgerundet wird die Technik dann noch durch eine Art automatischer „Heilung“ der Festplatten. Stellt Drobo z.B. fehlerhafte Abschnitte (Sektoren) auf einer seiner Platten fest, so vermeidet er, dort Daten abzulegen und gewährleistet so Datensicherheit.

Und das Beste: Das alles macht Drobo einfach so. Keine umständliche Konfiguration, nur das einfache schnelle Setup, das war’s. Daten sicher.

Wer noch mehr zum Thema Beyond-Raid erfahren will, dem lege ich diesen Artikel von Arstechnica ans Herz.

Was ist ein absolutes Drobo-no-go?

Tja, mit ein wenig gesundem Menschenverstand ganz einfach zu ermitteln. Ein normal konfigurierter Drobo verkraftet einen Laufwerksausfall. Sind drei Festplatten installiert und eine ist defekt, werden die Daten so auf die zwei verbleibenden aufgeteilt, daß alle Daten wieder in Sicherheit sind. Aber dieses „umschaufeln“ von Daten dauert natürlich eine Weile. Wärend Drobo dies tut, blinken die LEDs auf der Vorderseite abwechselnd gelb-grün. Würde in dieser Phase eine weitere Platte ausfallen, wären die Daten verloren. Ebenso wenn wir eine dieser verbliebenen Platten einfach herausziehen würden, das hätte dann auch fatale Folgen. Aber wer rupft schon bei laufendem Betrieb und allerhand blinkender Lichter eine Festplatte aus seinem Datenspeichergerät 😉

 

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Wer noch Fragen zur Datenspeicherung des Drobos hat – einfach unten in den Kommentaren fragen, ich werde versuchen, alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten!

Das Drobo Dashboard

Wie schon vorhin beim Thema „Beyond-Raid“ erklärt, „gaukelt“ der Drobo dem System ein wesentlich größeres Laufwerk vor, als tatsächlich seitens der Festplatten Speicherplatz zur Verfügung steht. Ist der Drobo mal eingerichtet mittels des Dashboards, so könnte er auch ohne selbiges agieren; die eigene Intelligenz von Drobo sorgt dafür.

Das Dashboard ist aber eine gute Anlaufstelle um allerhand zusätzliche Informationen zum Drobo einzusehen. So kann der aktuelle Füllstand Megabyte genau abgefragt werden und ebenso die Verteilung der Daten hinsichtlich Datensicherheit und Erweiterbarkeit dargestellt werden, wie im nächsten Bild schön ersichtlich ist.

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Natürlich kann über das Dashboard auch nach etwaigen Firmwareaktualisierungen für Drobo oder auch nach neuen Versionen von Drobo Dashboard gesucht werden. Ebenfalls eingebaut ist der Dienst „Drobo copy“ der im Wesentlichen ein Backup-Tool ist und Dateien zu vorgegebenen Zeiten von A nach B befördern kann.

Blinklichter einzuschalten, den Drobo zu löschen oder aber neu zu starten kann natürlich alles auch über’s Dashboard erledigt werden. Auptaufgabe des Dashboards ist aber, einen schnellen Überblick über die „Gesundheit“ des kleinen Helfers zu liefern. Das Dashboard kann nämlich, sollte z.B. eine der eingebauten Festplatte defekt werden oder gar schon defekt sein via eMail den Nutzer benachrichtigen. Auch dies ist im Nu eingerichtet und aktiviert.

Das Dashboard ist ein guter Helfer, muß aber nicht zwingend nach der Erstinstallation weiter verwendet werden.

Wofür ist der Drobo gedacht?

Wie schon eingangs erwähnt, sollte der Drobo für alle Angelegenheiten (z.B. als Datenlieferant für den Videoschnitt oder Lagerort der Aperture Library) bestens geeignet sein. Dank eSATA oder FW sowie USB3.0 Anbindung suggeriert der Drobo S ja auch äußerst schnelle Zugriffszeiten.

  • Der FW800 Standard liefert im Idealfall Transferraten von bis zu 100MB/s (= 800Mb/s)
  • der eSATA Standard von bis zu 375MB/s (= 3Gb/s) und
  • USB3.0 bis zu 625MB/s (= 5Gb/s)

Drobo auspacken 14

 

Der Drobo S selbst erreicht beim Test mit dem AJA System Test etwa 60MB/s bei Lese und ca. 40MB/s bei Schreibzugriffen. Gemessen an dem, was FW800 leisten könnte ist der Wert gerade noch akzeptabel. Aber man darf nicht nur nach Zahlen gehen, sondern muß vergleichen, was z.B. die Interne Peripherie schafft.

Drobo Speed

  • Die interne 320GB 5400rpm 2,5″ Festplatte des MacMini schaffte im Test nur etwa 55MB/s R/W
  • Die interne SSD des iMacs schaffte hingegen etwa 190-200MB/s
  • Die interne Festplatte des iMacs brachte es auf ca. 85MB/s
  • Externe USB 2.0 Festplatten am MacMini schafften nur etwa 35MB/s

Läßt man die Geschwindigkeit der SSD außer Acht hat der Drobo durchaus akzeptable Werte, schließlich muß er ja auch dafür sorgen, daß die Daten über die Festplatten intelligent verteilt werden um Datensicherheit zu gewährleisten. Wer aber mit großen Datenmengen arbeiten muß und plant, den Drobo als primären Speicher zu nutzen um z.B. mit Final Cut direkt Daten dort zu lagern, wer plant, seine Aperture Library (und nicht das Backup selbiger) am Drobo zu lagern, der wird durchaus etwas Geduld benötigen. Wer auf Geschwindigkeit angewiesen ist, sollte sich die doch hohe Investition in einen Drobo gegebenenfalls überlegen. Zu Backup- und/oder Archivzwecken ist er grenzgenial.

Ein Tip von Drobo.com

Im Gespräch mit dem Marketing Direktor von Drobo.com meinte dieser, man könne ca. 30% Geschwindigkeitssteigerung erzielen, wenn 4-5 Festplatten und da jene mit 7200 Umdrehungen pro Minute verwendet werden würden. Natürlich gebe ich hier zu bedenken, daß jene Platten mehr Strom verbrauchen und auch mehr Abwärme sowie Geräusche produzieren. Sobald der hier getestete Drobo S mit einer vierten Platte erweitert wird, werde ich erneut seine Geschwindigkeit überprüfen und abweichende Ergebnisse natürlich hier im Artikel festhalten.

Videobericht zum Drobo S

Im nun folgenden Video sieht man (neben dem Drobo und meiner Wenigkeit) die Ersteinrichtung, einen Benchmark zu Drobos Geschwindigkeit und natürlich auch die Auspackzeremonie sowie einen Kurzen Überblick des Drobo Dashboards.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=UktFWUM45js

Im Betrieb

Vielfach hört man bei diversen Testberichten, Drobo sei laut. Nun, geräuschlos ist er freilich nicht. Einerseits drehen sich eben Festplatten, das ist die Natur der Sache und SSD Laufwerke können im Drobo momentan leider noch nicht verwendet werden. Aber: Es gibt einerseits sehr geräuscharme Laufwerke wie die von mir verwendeten Western Digital Caviar Green 2TB Laufwerke [Amazon link], andererseits rührt das Hauptgeräusch des Drobos von seinem doch recht großen Lüfter auf der Rückseite.

 

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Es würde nichts bringen, hier nun ein Audiofile hochzuladen, denn jeder empfindet Geräusche unterschiedlich (laut) und zudem würde mein Mikrophon die Geräuschkulisse anders einfangen, als es das menschliche Ohr kann.

Verglichen mit einem 2008er MacBook Pro unter Last, also mit ungefähr auf halber Geschwindigkeit laufenden Lüftern, ist der Drobo leiser als das MacBook Pro. Verglichen mit einem iMac mit SSD ist er eindeutig als einziges Geräusche verursachendes Gerät vernehmbar. Bei einem iMac mit SSD und interner Festplatte ist der Drobo nur marginal lauter als die interne Platte, dafür hört man beim iMac die Lüfter im Normalbetrieb nicht.

Summa summarum ist der Drobo leise, könnte aber durchaus viel leiser sein. Ich würde mir allerdings wünschen, daß Drobos Eltern an der Steuerung der Lüfter etwas nachbessern und diese nicht einfach konstant laufen lassen würden. Zwar springen die Lüfter nach dem aufwachen aus dem Standbymodus des Drobos erst nach 2-3 Minuten an, dennoch wäre es schön, wenn sie dies nur dann täten, wenn auch tatsächlich genug Abwärme von den Festplatten produziert wird.

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Über das Drobo Dashboard kann auch eingestellt werden, nach welcher Zeit sich die Festplatten bei Nichtgebrauch abschalten. Ich habe hier 15min eingestellt. Das schont die Platten optimal.

Hinsichtlich Stromverbrauch ist der Drobo leider nicht ganz genügsam; 12W in Bereitschaft ist definitiv zu viel, wo ein iMac selbst nur etwa 1W braucht und manche anderen Elektronischen Geräte mit weit unter 0,5W auskommen. Im Betrieb benötigt der Drobo bei z.B. vier installierten Platten etwa 56W. Oben genannte WD Caviar Green Platten benötigen ggf. etwas weniger.

Technische Spezifikationen zum Drobo S laut Drobo Homepage

Der Drobo und Timemachine (unter MacOS X Lion)

Laut meiner letzten Information seitens Drobo vom 27.07.2011 wird eine neue Firmware für den Drobo S veröffentlicht, die die volle Kompatibliltät zu Timemachine unter Lion herstellt. Soll also, wie im folgenden beschrieben, TimeMachine in Kombination mit dem Drobo unter Lion einer dezidierten Partition auf Drobo verwendet werden, so sollte unbedingt eine FW Version HÖHER als 2.1.1 verwendet werden, sonst kann es zu Problemen kommen bzw. ist nicht garantiert, daß das Backup klappt!

Um Timemachine verwenden zu können, muß der vom Drobo Dashboard formatierte Drobo zunächst mit dem Festplattendienstprogramm in zwei Partitionen aufgeteilt werden, damit Timemachine nicht ausufert und den Drobo ohne Grenzen befüllt über die Jahre. Das ERSTE angelegte Volume sollte zum Timemachine-Volume werden und KLEINER sein, als der TATSÄCHLICH verfügbare Speicherplatz. Hat der Drobo z.B. 2x2TB Platten installiert und bietet 1,78TB verfügbaren Speicherplatz, so sollte dieses erste Volume kleiner oder maximalst gleich groß zu diesen 1,78TB sein. Faustregel: Doppelte größe des zu sichernden Volumens. Im Falle meiner SSD wählte ich 500GB. Der Rest wird zum eigentlichen Drobo Volume. All das kann man natürlich auch auf Drobos Supportpage nachlesen. Alternative dazu und speziell für die Verwendung unter Lion angedacht ist die Verwendung eines Sparse-Bundles, was aber das TimeMachine Interface unbenutzbar macht und für mich daher nicht in Frage käme.

Gerade was Firmware 2.1.1 unter Lion angeht, habe ich gemischte Erfahrungen. Das Erstbackup mit Timemachine funktionierte anstandslos in einem von drei Versuchen. Inkrementelle weitere Backups funktionierten anstandslos in zwei von drei Versuchen. Sollte man auf die Funktion des Drobos als Backupmedium angewiesen sein, und schon einen Drobo besitzen, so rate ich, unbedingt mit der Aktualisierung des Betriebssystems zu warten, bis vollständige Kompatibilität hergestellt wurde, und dies auch von Nutzern bestätigt wurde.

Was mich ein wenig ärgert ist die Tatsache, daß auch über eine Woche nach dem Marktstart von Lion seitens Drobo für den Drobo S noch keine aktualisierte offizielle Firmware zur Verfügung steht. Es ist ja nicht so, daß Lion wie aus heiterem Himmel ohne Vorankündigung veröffentlicht worden wäre.

Hinzugefügt werden muß auch, daß, trotz der offiziell nicht bestehenden Kompatibilität und einigen Anlaufschwierigkeiten, die TimeMachine Backups bei mir (momentan) anstandslos und vor allem sehr flott funktionieren.

Update 02.08.2011

Nach diversen Diskussionen mit Drobo.com vermutete der Support daß an meinem Drobo S ein Hardwaredefekt vorlag. Oben beschriebenes TimeMachine Backup wäre also auf dem „defekten“ Drobo angelegt worden und genau dieser Defekt könnte zu den Problemen geführt haben.

Ich erhielt per Expresslieferung via UPS ein Austauschgerät (super Service!!) welches äußerst einfach in Betrieb zu nehmen war (Drobo runterfahren, abstecken, Platten raus, Platten in neuen Drobo rein, anstecken, einschalten).

Seither funktioniert das TimeMachine Backup einwandfrei ohne auch nur das geringste Problem. Kein Neustart Drobos, keine Abbrüche, keine Probleme. Perfekt. Drobo rät aber dennoch momentan noch STRIKT davon ab über das Festplattendienstprogramm unter Lion den Drobo zu partitionieren!

Der Support

Gerade bei Speicherlösungen kann es manchmal Klärungsbedarf geben. Ich im speziellen Fall kontaktierte den Support eben wegen den oben beschriebenen Startschwierigkeiten mit Timemachine. Währen der erste Support-Anruf des deutschen Supports etwas… äh… gewöhnungsbedürftig war war von da an jeder Mitarbeiter äußerst zuvorkommend, freundlich und vor allem kompetent! Dickes Plus.

Drobo erweitern

Ist die physikalische Speicherkapazität von Drobo nahezu erschöpft, so signalisiert Drobo das rechtzeitig. Man kann zudem das Dashboard so konfigurieren, daß ein eMail versandt wird, wenn der Speicher knapp wird. So habe ich heute früh schon im Badezimmer gewußt, daß Drobo bald nach frischem Festplattenfutter verlangen wird! Sehr löblich und eine gute Idee.

Das Dashboard präsentiert sich dann so:

Einerseits weist die gelbe Farbe des Kreisdiagramms sofort darauf hin, daß sicih etwas geändert hat, andererseits (wie links mit Pfeilen markiert) zeigt auch Drobo selbst am Gerät an, daß a) dort wo es gelb leuchtet eine weitere Festplatte installiert werden muß und b) die Füllstandsanzeige (blaue Lämpchen) fast voll ist. Man wird also kaum in die Verlegenheit kommen, Drobo über seine Limits hinaus mit Daten zu betanken.

Wäre nun z.B. Drobo vollständig mit Platten befüllt, so würde nicht, wie hier, wo noch zwei Laufwerksschächte frei sind, das vierte Lämpchen gelb leuchten, sondern jenes, der kleinsten installierten Platte. Das wäre in meinem Fall das dritte Lämpchen, da sich hier nur eine alte kleine 500GB Festplatte verbirgt. In diesem Fall wäre dann natürlich auch ein Neuaufbau des Datenbestandes (das macht Drobo ganz automatisch) von Nöten, da ja, wie bei Beyond-Raid erklärt, immer so viel Platz für Datensicherheit reserviert sein muß, wie die größte eingebaute Platte hat. Da meine größten verwendeten Platten 2TB umfassen, reserviert Drobo also ca. 2TB für Datensicherheit. Wird also bei vollem Drobo eine Platte ausgetauscht, so muß im Fall, daß eine kleinere Platte gegen eine größere getauscht wird, das Raid-System wieder neu aufgebaut werden.  Nicht ganz einfach – aber für Fragen gibt’s ja die Kommentarfunktion 😉

 

Pro & Contra

+ Einfache Installation + kompletter Lieferumfang

+ einfache generelle Handhabung

+ einfacher Datenschutz

+ großartige Erweiterbarkeit

+ es können unterschiedliche SATA Platten gemischt werden

+ sehr hübsches Design + umfassende Anschlußmöglichkeiten (eSATA, USB3.0, FW800)

– „Vorgaukelung“ einer nicht vorhandenen Speichergröße könnte viele neuen Nutzer verunsichern

– konstantes (leises) Lüftergeräusch

– aktuell (Stand Juli 2011) keine eingeschränkte Kompatiblität zu Timemachine unter MacOS 10.7 Lion

– relativ hoher Stromverbrauch im Standby

 

Fazit

Würde ich den Drobo (wieder) kaufen? Ja.

Ist er geräuschlos? Nein.

Ist er laut? Auch nicht.

Ist er frei von kleineren Fehlern? Nein.

Mich überzeugt der Drobo durch die extrem einfache Bedienbarkeit und die bemerkenswerte Erweiterbarkeit. Zudem finde ich das Design äußerst gelungen (eine weiße Variante wäre aber durchaus auch sehr schick! *hint*). Ich würde mir wünschen, daß künftig die Lüfter seltener und nur bei Bedarf anspringen und daß sich der Datendurchsatz zukünftiger Drobo Generationen (ggf. mit Thunderbolt?) vielleicht etwas verbessert.

Alles in allem ist der Drobo die ideale Speicher- und/oder Archivlösung für all jene, die ohne großes Zutun ihre Daten sichern und für die Zukunft gewappnet sein möchten; zumindest solange es SATA Festplatten zu kaufen gibt… und Drobo sich nicht von Betriebssystemupdates überraschen läßt. 😉