Subjektiv war die Wartezeit auf OS 10.8 kurz. Gerade erst war die WWDC und schon kann der Berglöwe „Mountainlion“ über den Mac Appstore geladen werden. Gerade mal 15,99EUR* verlangt Apple für dieses große Betriebssystem-Update.

Was aber ist nun Neu?

Apple hat ganze Arbeit geleistet, denn die Liste der Neuerungen ist relativ lange. Viele dieser neuen Features und Verbesserungen aber werden dem „normalen“ Nutzer kaum auffallen. Schlagkräftige Argumente für einen schnellen Umstieg sind aber zum Beispiel:

  • Die nahtlose iCloud Unterstützung: Dokumente werden von kompatiblen Apps auf Wunsch direkt in der Cloud gespeichert und stehen sofort auf allen verknüpften Geräten, MacOS X oder iOS zur Verfügung.
  • Erinnerungen & Notizen: Endlich als eigenständige Apps hat man jederzeit Zugriff am Mac auf die unter iOS erstellten Erinnerungen und Notizen. Für mich persönlich unheimlich hilfreich.
  • iMessage am Mac: Dank der App „Nachrichten“ kann man, solange man sich über iMessage unterhält, nahtlos an bestehende Nachrichten anknüpfen. Dass allerdings nach wie vor alle Geräte bimmeln, sollte eine neue Nachricht eintreffen ist vorerst unverändert, wenngleich die gelesen und ungelesen Status relativ schnell transferiert werden.
  • Die Nachrichtenzentrale: Einerseits fast das Todesurteil für den alteingesessenen Nachrichtendienst „Growl“ werden nun auch auf Mac OS Systemnachrichten übersichtlich in der Nachrichtenzentrale zusammengefasst. Sehr fein. Natürlich kann man immer noch verbessern. So fehlt derzeit die sicher für manche durchaus wichtige Facebook Integration (kommt im Herbst) und derzeit können nur echte MacAppstore Apps die Nachrichtenzentrale nutzen. Zwar kann man direkt von allen Ecken und Enden im System twittern, wird aber derzeit noch nicht auf Direktnachrichten oder @-Replies von Twitter benachrichtigt. Alles in Allem aber ist die Nachrichtenzentrale eine Willkommene Neuerung. Ebenfalls neu ist hier die Systemweite Geste bei der vom rechten Rand des Magic Trackpads nach links mit zwei Fingern gestrichen wird, um die Nachrichtenzentrale zu öffnen. Dies ist quasi Apples erste „Rand-Geste“.
  • Powernap: Leider nicht mit unseren derzeitigen Macs hier bei MacManiacs kompatibel. Wer allerdings eines neuen MacBook Airs oder MacBook Pro Retina sein Eigen nennt, kann dank Powernap auch wenn der Rechner eigentlich schläft Emails empfangen und auch Kontakte, Notizen, Erinnerungen oder der Fotostream werden aktualisiert. Sogar Softwareupdates werden unmerklich geladen; dabei legen nicht mal die Lüfter des Rechners los.
  • Teilen“ ist das Wort des Jahres 2012: So befindet sich in nahezu jeder mitgelieferten App ein „Teilen“ Knopf. Je nach hinterlegten Accounts kann sogleich ein Bild z.B. per eMail, iMessage, Airdrop, Twitter oder Flickr geteilt werden. Sogar aus Quickview heraus! Wird im Herbst dann die Facebook-Funktionalität nachgereicht bietet sich hier eines der ersten richtig sozialen Desktop Betriebssysteme!
  • Airplay: Endlich können Videos einfach und schnell über Airplay auf z.B. den Fernseher gespiegelt werden. Bei einem vorhandenen Apple TV 3 sogar in Full HD!
  • Gamecenter: Derzeit leider noch relativ nutzlos am Mac (weil es keine nennenswerte Software gibt) und leider auch genau so häßlich wie unter iOS. Dennoch könnte Gamecenter dem Mac-iOS-Ökosystem einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Systemen bieten, denn nur hier, gute Software vorausgesetzt, könnte WIRKLICH plattformübergreifend gespielt werden.
  • Gatekeeper: Ein Umstrittenes Feature. Es ist dazu gedacht, am Mac nur noch signierte Software oder nur noch Software die aus dem Mac Appstore stammt, einzusetzen. Dies ist natürlich eine nicht zu unterschätzender Sicherheitsfaktor für unbedarfte Nutzer. Andererseits befürchten Profis, daß sich der Mac, ähnlich wie iOS, zukünftig zu einem geschlossenen System entwickeln könnte. Wir sind gespannt, ob mit 10.9 immer noch jegliche freie Software, auf dezidierten Wunsch, nach wie vor installiert werden kann.
  • Safari 6: Endlich ist die Trennung zwischen Adressleiste und Google Suchfeld Geschichte. Und schnell ist er geworden. NOCH schneller. Eine neue Tableiste die erscheint wenn man mit zwei Fingern „herauszoomt“ ermöglicht das schnelle horizontale scrollen zwischen geöffneten Tabs. Ich persönlich hätte eine eher Exposé ähnlichere Anordnung zwar bevorzugt, ein Fortschritt ist es allemal. Geöffnete Tabs werden übrigens über iCloud zwischen den verschiedenen Geräten synchronisiert. Sehr praktisch. Wenngleich Googles Chrome dies schon eine ganze Weile kann.
  • Performance: Mountainlion ist schnell. Immer vorausgesetzt, es wird ein nicht zu altersschwacher Rechner eingesetzt. Hier auf dem 27″ iMac mit SSD und 16GB RAM ist aber ein deutlicher Geschwindigkeitszuwachs auszumachen. Alles ist noch ein bisschen flüssiger und „butterweich“ in der Bedienung.

Die Schattenseite?

Natürlich gibt es so kurz nach dem Marktstart auch einige Software, die nicht kompatibel war. So z.B. die von uns eingesetzt Version von Parallels (V6.x). Inkompatible Software wird aber von Mountain Lion *automatisch in einen separaten Ordner verschoben und der Nutzer wird nach dem ersten Start von Mountain Lion * auf diesen Umstand hingewiesen. Ggf. wäre dieser Hinweis aber eher VOR der Installation hilfreich für viele Nutzer.
Auch etwas kurios war in unserem Fall der Doppelstart von Mail. Doppelt. Auch nach dem Beenden von Mail zeigte die App ZWEI Programmfenster an. Es konnte zwar eines davon problemlos geschlossen werden und Mail funktionierte danach einwandfrei, kurios ist es dennoch.

Fazit

Der erste kurze Eindruck ist top. Schnelle Installation (ca. 15min), seidenweiche Performance, durchdachte und funktionelle neue Features und ein konkurrenzlos günstiger Preis.

Nicht unerwähnt sollten zu guter letzt bleiben auch die zahlreichen Softwareupdates. Apple hat heute u.A. iPhoto, Aperture sowie iMovie  und den Remote Desktop Client aktualisiert und auch für Lion (10.7) eine Aktualisierung auf Safari 6 veröffentlicht.

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