© Arlo

Irgendwie glaub‘ ich ja, dass Kameras bzw. Sicherheitskameras mittlerweile die zweithäufigst behandelte Gerätekategorie zu sein scheinen, hier bei macmaniacs.at. Die Vorgänger (Arlo, Arlo Q) und auch die Konkurrenz von Nest (Hello, Indoor, Outdoor, IQ Outdoor) sowie von Logitech (Circle2) oder auch Withings (Home) und Netatmo (Welcome) haben wir bereits ausführlich behandelt. Der Hersteller hat mit der Arlo Pro 2 nachgelegt und uns ein Gerät leihweise zum Testen zur Verfügung gestellt – und so hat diese Sicherheitskamera in diesem Test abgeschnitten…

 

Videoreview

Arlo Pro oder Arlo Pro 2?

Bevor wir uns hier nun mit Details zur Arlo Pro 2 befassen: Wo unterscheidet sie sich eigentlich zum (nach wie vor erhältlichen) Vorgängermodell? Ganz einfach, die Version 2, hier im Test, liefert full HD Video, während es die Variante ohne die „Zwei“ nur auf 720p schafft. Beide Kameras sind HomeKit kompatibel – je nach Anwendungsfall kann man innerhalb des Arlo-Systems also ggf. Geld sparen.

Verpackung & Lieferumfang

Bei der Verpackung setzt Arlo auf relativ wenig Kunststoff, das Plastiksichtfenster und die Tütchen hätte man aber gut ebenfalls einsparen können.

Punkto Lieferumfang gibt’s auch fast keine Klagen. Wir finden fast alles, was man sich wünschen könnte, in der Verpackung:

  • Kamera & Akku (2440mAh)
  • Arlo2 Basisstation
  • Netzgeräte für Kamera sowie Basisstation und zugehörige Kabel
  • Netzwerkkabel
  • Magnethalterung, Dübel und Schraube

Was mir hier in dieser Preisklasse fehlt: eine kleine Stativhalterung die Arlo Tischhalterung oder sonstige Lösung, um die Kamera ohne die Magnethalterung irgendwo flexibel auf ebenen Flächen aufstellen zu können.

Inbetriebnahme, Montage & Design der Arlo Pro 2

Inbetriebnahme

Grundsätzlich finde ich es sehr erfreulich, dass sich alle neueren von mir getesteten Kameras durch vorbildlich einfache Installation auszeichnen. Im Grunde muss man nur den beiliegenden Zettelchen folgen (und/oder den Anweisungen in der App) und schon ist das System in Betrieb genommen.

Weiters muss man zum Arlo System sagen, dass die Kameras selbst sich nicht mit dem heimischen WLAN verbinden, sondern nur direkt mit der mitgelieferten Bridge kommunizieren. Das hat Vor- wie auch Nachteile, dazu aber später mehr.

Zunächst laden wir also die Arlo App aus dem jeweiligen Appstore eurer Wahl und erstellt ein Arlo Konto. Das Arlo Konto ist Pflicht, hierüber funktioniert der Zugriff über das Webinterface.

‎Arlo
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Preis: Kostenlos
Arlo
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Danach verbindet ihr die Arlo Bridge mit dem Strom, legt den Akku in die Arlo Kamera ein und folgt den Anweisungen in der App. Zunächst wird die Kamera verbunden, danach wird die Bridge mit HomeKit verbunden, sofern man das möchte.

Montage

Wo man nun etwas tüfteln muss, ist die physische Installation der Arlo Pro 2 Kamera. Die mitgelieferte gummierte Magnethalterung ist an sich eine feine Sache, allerdings kann diese Halterung nur auf eine Schraube oder einen Nagel in der Wand gehängt werden und NICHT als Aufsteller für die Kamera z.B. in einem Bücherregal dienen. Hier kann man die Arlo Pro 2 eigentlich nur eben hinstellen was die Flexibilität bei der Aufstellung unnötig einschränkt.

Ich hätte es auch wesentlich praktischer gefunden, wenn die Halteplatte nicht einfach nur auf einen Nagel oder eine Schraube gehängt werden würde, sondern tatsächlich anzuschrauben wäre. Gerade bei den doch recht teuren Arlo Kameras sollte man nicht an der Montage sparen.

Hätte der Hersteller einfach auch an der Unterseite der Kamera (und nicht nur an ihrer Rückseite) eine Einbuchtung für die Magnethalterung gemacht, wäre das Problem gelöst. Das ist schade.

Die Arlo Pro 2 hat zudem ein normales Stativgewinde, ebenfalls auf der Rückseite. Gleiches Problem: ich kann die Kamera so nur schwierig auf viele günstige kleine Dreibeine montieren. Warum nicht wenigstens im Boden der Kamera ebenfalls ein Stativgewinde anbringen?

Rückseite mit Ladebuchse

Diese mangelnde Flexibilität ist im Grunde auch schon mein größter Minuspunkt, soviel mal dazu 😉 Die gegenwärtigen Montagemöglichkeiten passen natürlich perfekt zu den von Arlo im Webshop angebotenen Montagelösungen. Ein Schelm, der Böses denkt 😉

Netgear Arlo Pro 2 & Tischhalterung

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Netgear Arlo Pro 2 & Wandhalterung

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Netgear Arlo Pro 2 & Solarzelle

© Arlo

Design der Arlo Pro 2

Ich würde mich jetzt mal so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass die Arlo Pro 2 (von mir zumindest) keinen Designpreis bekommen wird. Die Kamera ist natürlich definitiv nicht hässlich, die verwendeten Kunststoffe fühlen sich wertig an, aber man denkt sich halt auch nicht „wow, die ist soooo hübsch“ ;-). So wirklich wichtig ist das aber auch nicht, bei einer Sicherheitskamera.

Vorne an der Kamera finden wir natürlich das Objektiv, den Bewegungssensor sowie die Infrarot LED. Oben eine Taste, um die Verbindung zur Arlo Basisstation einzuleiten sowie eine weitere Taste, um die abgedichtete Klappe für den Akku zu öffnen. Schön hierbei: Der Akku ist separat verriegelt und ein Öffnen der Klappe wirft nicht gleich automatisch den Akku aus.

Warum Arlo erstens einen Micro-USB Anschluss anstatt des moderneren USB-C Anschlusses verbaut hat und zweitens diesen über eine flexibles Kabelchen nach hinten in die Klappe führt, ist mir schleierhaft – da wäre es praktischer den Akku von unten ins Gehäuse einzuschieben – aber ich bin ja nicht der Designer.

Nun gut, in der Praxis muss man die Klappe eigentlich nie öffnen denn über USB ist die Kamera relativ zügig wieder aufgeladen – zudem hält der Akku erfreulich lange.

Auf der gummierten Unterseite befinden sich das Mikrofon sowie der mini mini mini kleine Lautsprecher, und auf der Rückseite finden wir den bereits erwähnten Ladeanschluss sowie die gummierte Aufnahme für die Magnethalterung und das Stativgewinde.

Bildqualität der Arlo Pro 2

Nun mal Butter bei die Fische, sagt man doch so schön. Der Hersteller will für das Arlo Pro 2 System eine Stange Geld haben. Also, ernsthaft, das ist wirklich nicht günstig. Wie gut also ist die Bildqualität?

Die Bildqualität ist „OK“. Definitiv nicht schlecht aber auch nicht überragend. Speziell, wenn die Kamera z.B. von einem Balkon aus den Garten überwachen soll, ist die Bildschärfe durch die Entfernung eher als „akzeptabel“ zu bezeichnen; zudem finden wir recht hohe Kompressionsartefakte in den aufgezeichneten Videos, selbst in der bestmöglichen Qualitätseinstellung.

Montiert man die Kamera z.B. im Eingangsbereich oder beim Hintereingang, wo sie direkt Personen oder die Geschehnisse in etwas geringerer Distanz erfassen kann, so ist die Bildqualität deutlich besser und von guter Schärfe. Speziell in Innenräumen überzeugt die Kamera mit mit guter Qualität und Farbdarstellung, schnelle Bewegungen von Objekten führen aber da wie dort gerne zu Pixelsuppe durch Kompressionsartefakte.

Grundsätzlich bietet die Arlo App ja die Einstellmöglichkeit dreier verschiedener Qualitätsstufen – ich konnte nur *räusper* keinen Unterschied zwischen den Einstellungen erkennen…

Alles in allem ist die Bildqualität der Arlo Pro 2 aber sehr OK, man kommt damit in er Praxis definitiv aus, für den ausgerufenen Preis dürfte die Bildqualität aber noch besser sein. Weil das Gesamtpaket aber extrem rund ausfällt, sei es verziehen, dazu kommen wir in den folgenden Punkten…

Die Arlo App

Um die Arlo Pro 2 überhaupt verwenden zu können, ist die Arlo App Pflicht. Glücklicherweise hat Arlo hier einfach viel Erfahrung, und diesbezüglich über die Jahre eine sehr gute App gebaut, die zuverlässig und einfach funktioniert.

Die App weist am unteren Bildschirmrand vier Tabs auf: Geräte, Bibliothek, Modus und Einstellungen. Alles ist selbsterklärend. Während man unter „Geräte“ alle verbundenen Kameras sowie die Basisstation findet, sehen wir unter Bibliothek die aufgezeichneten Videos. Oben auf Tage unterteilt, darunter eine Liste der Videos. Unter „Modus“ verbirgt sich die Einstellung, wann genau die Kameras aktiviert werden, also Bewegungsmelder EIN oder AUS sowie gemäß eines frei definierbaren Zeitplanes oder per Geofencing; mehr dazu unten.

Unter dem letzten übertragenen Bild der jeweiligen Kamera finden wir Icons zum Akkustand, dem Funksignal sowie ob Mikrofon und Bewegungsmelder eingeschaltet sind. Man kann zudem auch schnell zu den Einstellungen der Kamera springen. Auch die Basisstation ist unter den Geräten aufgeführt, so hat man auch von diesem Tab immer Zugriff auf die jeweiligen Einstellungen.

Rechts oben am „Geräte“ Bildschirm gibt’s dann noch ein rotes Symbol mit einem Rufzeichen, hier kann die Sirene aktiviert werden. Glücklicherweise kann man sie aber nicht versehentlich aktivieren, da man dies nochmal gesondert bestätigen muss.

Die Bibliothek bietet schnellen Zugriff auf alle Aufnahmen. Ohne bezahltes Abo hat man Zugriff auf die Aufnahmen der letzten sieben Tage, mit Abo für 30 oder 60 Tage.

Die Benachrichtigungen der App (wenn also eine Bewegung oder sonstiges erkannt wurde) kommen zuverlässig und schnell an. Allerdings empfinde ich es als sehr schade, dass nur mit 2,79€ pro Kamera und Monat auch ein Bild bei der Benachrichtigung mitgeschickt wird. Für HomeKit gilt das natürlich nicht, hier wird auch ohne Abonnement ein Bild in der Benachrichtigung übermittelt.

Benachrichtigung von HomeKit

Benachrichtigung ohne Abo von der Arlo App

Alles in allem benutzt man die Arlo App einfach gerne, weil sie schnell startet und zuverlässig funktioniert. Was noch ausgebessert werden muss: Betrachtet man das Livebild im Vollbildmodus so befindet sich der Sirenen-Knopf direkt neben dem Symbol um den Vollbildmodus zu verlassen…. schlechte Platzierung.

Arlo App Vollbilddarstellung

Speicherung auf USB Stick

Ein großes Ass im Ärmel hat das Arlo System zusätzlich. Man kann einfach einen FAT32 formatierten USB Stick (USB-A) an der Basisstation anstecken und so die Videos direkt dort ablegen. Hierbei kann man auswählen ob Videos gespeichert werden, bis der Stick voll ist oder ob dann die ältesten Video gelöscht werden können.

Kleiner Verbesserungswunsch hier: Ich würde gerne zu jedem Video direkt in der App sehen, dass bzw. OB es auf dem USB-Stick oder ggf. in der Cloud (oder beides) gespeichert wurde.

Grundsätzlich landeten aber während meines Tests alle Videoclips direkt am USB Stick. Ebenfalls durchdacht: Jeder Clip enthält den genauen Aufnahmezeitpunkt im Dateinamen.

Webinterface

Unter my.arlo.com bietet der Hersteller Zugriff auf die Kameras des Arlosystems. Einfach einloggen und schon kann man alles, was man auch über die App steuern kann. Nicht nur kann man live das Kamerabild verfolgen, man kann auch Einstellungen vornehmen, Aufnahmen einsehen oder herunterladen oder auch z.B. die Sirene auslösen. Der Flash-Player wird aber zur Darstellung der Videos vorausgesetzt. @Arlo – bitte ausbessern und Flash kübeln. Danke.

Das Webinterface ist (bis auf Flash) super umgesetzt und gut verständlich, großes Lob meinerseits!

Akkulaufzeit

Die reine Kapazität des vom Hersteller für die Arlo Pro 2 ausgelieferten Akkus liegt im Mittelfeld, mit 2440mAh. Die Laufzeit der Arlo Pro 2 Kamera hingegen ist ausgezeichnet. Zunächst habe ich die Kamera draußen platziert gehabt, hier kam es zu relativ wenigen Auslösungen. Rechne ich hier den prozentuellen Akkuverbrauch hoch, so käme ich auf über 3 Monate Laufzeit – das ist super. (in über 3 Wochen hat hier die Arlo Pro 2 nur 22% des Akkus verbraucht). In diesem Fall war Geofencing aktiviert, es wurde also nur aufgezeichnet, wenn niemand zu Hause war. Dieser Testfall ist eher der Optimalfall.

Montiert man die Arlo Pro 2 an Stellen, die häufig zu einer Aktivierung und damit verbundenen Aufzeichnung führen, z.B. beim Futternapf der Redaktionskatze und schaltet gleichzeitig das Geofencing ab, so reduziert sich natürlich die Laufzeit, in meinem Fall etwa um die Hälfte. 1,5 Monate mit einer Akkuladung sind aber immer noch ein sehr guter Wert!

Grundsätzlich muss man nur auf zwei Dinge verzichten, wenn man die Arlo Pro 2 ohne permanente Stromversorgung betreibt:

  1. in diesem Betriebszustand kann die Kamera keine Aktivitätszonen verwenden. Im Betrieb mit Netzstrom können Zonen definiert werden. Bewegt sich innerhalb dieser Zonen etwas, startet die Kamera die Aufnahme. Das ist im Akkubetrieb nicht möglich.
  2. Ebenfalls nicht unterstützt wird eine dauerhafte Aufzeichnung (24/7) im Akkubetrieb. Ja, klar, macht Sinn, aber ich wollte es nur gesagt haben.

Alexa & Google Assistant Integration

Wer den Alexa Skill aktiviert und sich mit dem Arlo Konto einloggt kann auf Echo Show oder Spot Geräten das Video der Kamera anzeigen. Klappt perfekt, die Verbindung wird schnell hergestellt. Wie die Integration mit Google Home abläuft, kann ich mangels Google Gerät mit Display leider nicht sagen.

 

Arlo Pro 2 und HomeKit

Arlo Pro und Arlo Pro 2 sprechen mit Apples HomeKit. Man wird während der Installation gefragt, ob man das Arlo System zu HomeKit hinzufügen möchte. Ein paar Taps später ist das erledigt. Hier hat die Arlo Pro 2 Kamera bzw. das Arlo System dank der Basisstation einen deutlichen Vorteil zur Konkurrenz von z.B. Logitech mit der Circle 2. Dank Basisstation nämlich lässt sich die Arlo Pro 2 trotz ihres Akkubetriebs einwandfrei zu HomeKit hinzufügen (aktuell unterstützt HomeKit keine akkubetriebenen Kameras).

Bei den Dingen, die man letztlich mit der Arlo Pro 2 in HomeKit anstellen kann, ist man freilich eingeschränkt. Ist der Bewegungsmelder in der Arlo App aktiviert, so erhält man, auf Wunsch, auch via HomeKit Benachrichtigungen. Ist er in der Arlo App ausgeschaltet, so fehlen auch in in HomeKit die Benachrichtigungen.

Arlo Pro 2 in HomeKit

Via HomeKit sind ansonsten die üblichen Einstellungen, wann man benachrichtigt wird, möglich. Also entweder zu bestimmten Zeiten oder in Abhängigkeit der An- oder Abwesenheit der Bewohner. Erweiterte Funktionen wie Objekt- oder Personenerkennung sucht man hier leider vergebens.

Über HomeKit wiederum aber können Automatisierungen eingerichtet werden, die auf dem Bewegungssensor der Kamera basieren. Man könnte z.B. beim Auslösen der Kamera sagen, dass im betreffenden Raum auch gleich das Licht angeht. Schlaue Sache!

Steuerung von An- und Abwesenheit, Alarmmodi

Großes Lob verdient die Arlo Pro 2 bzw. das gesamte Arlo System auch für die sehr gute Steuerbarkeit, WANN genau eine Aufnahme erfolgen soll. Neben dauerhaftem Ein- oder Ausschalten der Aufnahme bei Bewegung kann die Kamera per Zeitplan und vor allem auch per Geofencing, also abhängig davon, ob die Bewohner des Hauses zu Hause sind, oder nicht, gesteuert werden. Das funktionierte in meinem Test auch mit mehreren Personen absolut einwandfrei und zuverlässig.

Arlo nennt diese Steuerungsmöglichkeit „Modus“. Neben den genannten kann man auch selbst Modi anlegen um z.B. nur bei Geräuschen auszulösen. Vielleicht praktisch im Hühnerstall, wenn ein Räuber sich Zugang verschafft? Das schöne an den personalisierten Modi ist, dass man z.B. definieren kann, wenn eine spezielle Kamera auslöst, z.B. im Abstellraum wo der Safe mit den Millionen steht, dass nur in diesem Fall die Sirene der Basisstation auslöst und das dann mit maximal hoher Lautstärke. Man könnte die Sirene bei Alarm im Hühnerstall z.B. nur mit halber Lautstärke loslegen lassen. Von einer bis zu fünf Minuten Alarmdauer sind möglich.

Wenn’s etwas leiser sein darf, so ist weiters erfreulich, dass man nicht nur definieren kann, dass die jeweilige Kamera bis zum Ende des erkannten Ereignisses (oder 5min) aufzeichnet, sondern z.B. nur eine fest definierte Zeitspanne von 10 bis 120 Sekunden erfasst. In meinem Fall wurden aber trotzdem mehrere einzelne Videos anstatt eines Videos mit maximaler Dauer aufgezeichnet – vermutlich ein Fehler in der App.

Diese oben genannte Flexibilität jedenfalls empfinde ich als einen der wichtigsten und besten Punkte des Arlo Systems.

Basisstation mit lauter Sirene

Beim Test der Reolink Argus 2 Kamera hatte ich euch ja von der Sirene berichtet, die eher einer kleinen Tröte als einer Sirene glich. Nun, Arlo hat hier die Hausaufgaben gemacht und die Sirene nicht in die kompakte Kamera sondern in die deutlich größere Basisstation gepackt. Aktiviert man die Sirene z.B. über die App so hat sie eine Lautstärke von einem ausgewachsenen Rauchmelder. 100dBA sagt der Hersteller und das glaub‘ ich sofort. Sie ist EXTREM laut! Wenn ihr das testet, vergesst den Gehörschutz nicht und bringt zuvor Haustiere in Sicherheit!

Lautsprecher, Mikrofon & Gegensprechfunktion

Es scheint bei den meisten dieser Sicherheitskameras mittlerweile Usus zu sein, neben den Mikrofonen für die Videoaufzeichnung auch kleine Lautsprecher zu verbauen. So soll man quasi über die Kamera „gegensprechen“ können. Nun ja. Ja, als durch die Kamera beobachtete Person versteht man durchaus sein Gegenüber, schlimme Finger können also durchaus per Audio auf die laufende Videoaufzeichnung hingewiesen werden. Die Lautstärke und Qualität der Übertragung ist aber nur „verständlich“ und nicht mit dem vergleichbar, was wir heutzutage z.B. bei HD Audio oder auch FaceTime Audio kennen.

Diese Funktionalität kann man aber nur über die Arlo App nutzen, nicht über HomeKit.

Arlo Smart Abonnements

Tja, was wäre eine Heimkamera ohne Abo? Ja, eine IP Kamera :-P. Nun ja, die Vor- und Nachteile haben wir hier auf macmaniacs.at schon zur Genüge durchgekaut (siehe auch die eingangs erwähnten Reviews).

Für Arlo bzw. die hier getestete Arlo Pro 2 Kamera muss ich aber sagen, dass die Abopreise wirklich fair sind, wenngleich das Angebot nur bedingt schnell überschaubar ist und zur Konkurrenz nur teilweise Überlappungen des Angebots festzustellen sind:

Variante 1: Monatlich zahlen pro Kamera

Die günstigste Variante ist das Bezahlen pro Kamera pro Monat. 2,79€ sind dann pro Arlo Kamera fällig, dafür hat man nach wie vor 7 Tage lang Zugriff auf alle Aufnahmen, zusätzlich aber Personenerkennung und Benachrichtigungen inklusive der Übermittlung eines Bildes.

Spannend wird dieses Paket aber in Zukunft. Lt. Hersteller will man künftig auch Fahrzeuge und Pakete erkennen und die Benachrichtigungen entsprechend anpassen. Gerade dann, wenn die Kamera den Eingangsbereich des Zuhauses absichern soll, sind das dann gut investierte 2,79€.

Variante 2: Monatlich zahlen für’s ganze Haus

Wer 8,99€ über den virtuellen Tresen gehen lässt, kann bis zu 30 Tage lang auf die Videos zugreifen und hier die Cloud mit bis zu 10 Arlo Kameras befüttern. Benachrichtigungen mit Bildchen sowie Personenerkennung sind natürlich auch hier mit dabei.

Variante 3: Monatlich zahlen für Ost- und Westflügel

Wer 13,99€ bezahlen möchte bekommt das obige, allerdings mit 60 Tagen Cloudspeicher sowie für bis zu 20 Kameras.

Variante 4: 24/7 Aufzeichnung

Will man 24/7 Aufzeichnung wie bei z.B. einem Nest Aware Abonnement, so legt man 8,99€ pro Kamera und Monat ab, das ist dann aber deutlich teurer als bei Nest.

Bottomline zum Abodienst

Ich find die Abo-Lösung hier moderat und fair gepreist. Im Endeffekt muss man einfach rechnen, was für den persönlichen Anwendungsfall zusammenkommt. Nest Aware für 3 Kameras kommt auf 9,16€ monatlich, bietet aber nur 5 Tage Videohistorie dafür wird 24/7 aufgezeichnet, bei Arlo sind es 8,99€ für 30 Tage Speicherung, aber ohne lückenlose 24/7 Aufzeichnung. Tendentiell würde ich eher in Richtung Arlo tendieren.

Arlo Pro 2 & Nutzung von iCloud Speicher unter iOS 13: unklar

Dass natürlich auch Arlo sein (durchaus fair gepreistes) Bezahlabo verkaufen möchte, ist ja „ok“. Dass es (aktuell) aber nicht den Anschein hat, dass man sein iCloud Abo zum automatischen Speichern der Aufnahmen verwenden kann, ist schade und unverständlich, böte es ja ohnehin nur die Speichermöglichkeit, nicht aber die erweiterten Funktionen.

Der Alltag mit der Arlo Pro 2

Ist die Arlo Pro 2 Kamera mal eingerichtet und positioniert, so muss man sich glücklicherweise kaum mehr darum kümmern. Ist die Kamera nicht gerade an einer stark befahrenen Straße montiert, so hält der Akku lange. Die An- und Abwesenheit kann zuverlässig auch für mehrere Personen automatisch gesteuert werden, unerwünschte Benachrichtigungen sind eher selten. Einzig, dass man für ein Bildchen in den Benachrichtigungen bezahlen muss, finde ich schade.

FAZIT

Der größte Vorteil des Arlo Systems ist zweifelsohne die Erweiterbarkeit und große Flexibilität. Dank Basisstation wird eine gute Funkverbindung (unabhängig vom heimischen WLAN) zu den Kameras meist gewährleistet und dank eingebauter, extrem lauter, Sirene (vergleichbar mit einem sehr lauten Rauchmelder) kann bei Alarm durch die Kameras auf sich aufmerksam gemacht werden. Zudem ist dank der Basisstation eine Speicherung auf einem USB Stick möglich. Dank HomeKit fügt sich die Arlo Pro 2 auch perfekt für Automatisierungsaufgaben ins Smarthome ein.

Aufgrund der Basisstation aber kann man zeitgleich ein eventuell vorhandenes schnelles Haus-WLAN mit der Arlo Pro 2 nicht nutzen und ist in der Reichweite deutlich eingeschränkt. Zudem hat man natürlich noch ein weiteres Gerät herumstehen, das mit Strom und Netzwerk versorgt werden will, WLAN beherrscht die Basisstation leider nicht, ein LAN Anschluss ist Pflicht.

Die Bildqualität ist OK, die App hervorragend, der Anschaffungspreis… hoch. Etwa 280€ will Arlo für ein Paket mit einer Kamera, das ist eine Stange Geld, selbst für die komplette gebotene Leistung. Persönlich kann ich die Arlo Pro 2 und das Arlo System zwar in seiner Gesamtheit absolut empfehlen, ich empfinde den Preis aber als zu hoch.