Nach dem Verkauf meines MacBooks hatte ich nicht gedacht, jemals wieder Bedarf für eine WebCam zu haben. Nun, das vergangene Jahr und zahlreiche Teams Meetings haben mich eines besseren belehrt. Beruflich muss ich ja mit einem rech minderwertigen HP Notebook das Auslangen finden. Entsprechend matschig und unscharf ist die dort verbaute Kamera auch. Als Anker mich fragte, ob ich die neue Anker PowerConf C300 Webcam testen wollen würde, war ich hoch erfreut und sagte natürlich zu. An dieser Stelle vielen Dank für die Testmusterstellung. Ob aber nun die nicht ganz günstige Anker PowerConf C300 Webcam ihr Geld wert ist und ob das Ganze am Mac und auch am Windows PC in der Praxis funktioniert, das soll der folgende Testbericht zeigen.

Videoreview

https://youtu.be/7QBrztEij1U

Lieferumfang der Anker PowerConf C300

Spektakulär ist er nicht, der Lieferumfang, aber durchdacht. Wir finden in der Verpackung:

  • Kamera
  • USB-C Kabel
  • USB-A auf USB-C Adapter
  • 2x Schieber zum Abdecken des Objektivs

Speziell die beiden letzten Punkte haben mich extrem gefreut, vorzufinden. Klar, ich könnte einer meiner externen SSDs abstecken, um die Webcam anzuschließen. Der USB-C auf USB-A Adapter allerdings macht es mir möglich, die Cam direkt an meinen USB Hub anzuschließen. Großartig. Ein Cent-Artikel der einem das Leben erleichtert. Zwei weitere Cent-Artikel sind die Schutzschieber um das Objektiv abzudecken. Das verwende ich persönlich zwar nicht, da aber viele Menschen Zettelchen oder sonstiges auf die Kameralinsen kleben, ist das eine willkommene Zugabe.

Anker PowerConf C300

Anker PowerConf C300 USB-C Adapter

Inbetriebnahme

Auch hier war ich positiv überrascht; während ich bei Windows eher eine notwendige Treiberinstallation befürchtete und am Mac auf alle Eventualitäten vorbereitet war, funktionierte die Kamera auf beiden Systemen von Anfang an Perfekt. Echtes Plug & Play, das gefällt.

Wer aber etwas mehr möchte (und vor allem die vom Hersteller beworbenen zusätzlichen Funktionen nutzen möchte), der muss unter software.anker.com die „Anker Work“ App laden. Nur mittels dieser App kann einerseits die Kamera aktualisiert werden (während meines Tests erhielt ich drei Aktualisierungen) und andererseits das Blickfeld (78°, 90° oder 115°), der HDR Modus oder auch das automatische Einstellen des Bildausschnitts festgelegt werden. Eine Installation der Anker Work Software ist also dringend empfohlen.

Bedienung

Wirklich zu bedienen gibt es wenig bei dieser Kamera. Entweder man verwendet sie Plug & Play, also mit Standardeinstellungen, oder man nutzt die bereits erwähnte „Anker Work“ Software. Diese ist einfach aufgebaut und bietet schnellen Zugriff auf die möglichen Einstellungen.

Anker Work Software

Folgendes kann für die Anker PowerConf C300 eingestellt werden:

  • Auflösung (360P, 720P und 1080P)
  • Bilder pro Sekunde (30 oder 60)
  • Blickwinkel (78, 90 oder 115°)

Anker Work Software

  • Flexibler Aufnahmewinkel für eine oder mehrere Personen
  • HDR Modus (nur mit 30 Bildern pro Sekunde)
  • Anti-Flimmer Modus

All diese Einstellungen sind willkommen und funktionieren in der Praxis recht gut. Einzig der HDR Modus kann (leider) mit aktueller Softwareversion noch ausbaufähig. Gerade der gewünschte Ausgleich zwischen z.B. hellen und dunklen Bildbereichen ist zwar merkbar aber zu wenig ausgewogen. Aktiviere ich HDR so kann ich z.B. das grün im Garten zwar besser erkennen, ich selbst werde aber deutlich dunkler.

Anker PowerConf C300 HDR Vergleich

Haupt Kritikpunkt meinerseits ist aber, dass man die Einstellungen für die Kamera immer manuell in der Anker Work Software vornehmen muss und diese nicht innerhalb der Kamera gespeichert werden. Wechsle ich z.B. zwischen meinem Mac und dem Windows PC muss ich vor einer etwaigen Videokonferenz sicherstellen, die Einstellungen (erneut) innerhalb der Anker Work Software vorzunehmen.

Bildqualität

Die Bildqualität ist durchaus OK. Klar, betrachtet man 1920×1080 Video auf einem 4k Monitor so wirkt das Bild unweigerlich ein wenig matschig aber insgesamt ist es OK. Speziell die Farben werden gut wiedergebeben und die Schärfe ist OK. Ihr merkt aber schon an der Formulierung: Die Kamera liefert gute Qualität ist aber nicht herausragend. Ein A-Ha Effekt hinsichtlich der Bildqualität bleibt aus. Ich muss aber auch dazu sagen, dass die Anker PowerConf C300 DEUTLICH bessere Qualität als die eingebaute Kamera in meinem Windows Notebook oder auch meines damaligen 2018er MacBook Pro bietet.

Was mir auch positiv aufgefallen ist: Bei schlechten Lichtverhältnissen vermag die Kamera durchaus noch ein recht gutes und helles Bild zu zaubern.

Ebenfalls gut ist der Autofokus. Die Kamera ist hierbei auf Gesichter spezialisiert und behält diese immer im Fokus, dabei kann der Bildausschnitt zudem dem Gesicht automatisch nachgeführt werden, wenn man das möchte. Muß man mal etwas anderes vor die Linse halten, so wird auf das jeweilige Objekt auch sehr gut scharf gestellt.

Flexible Montage

Was mich so richtig begeistert hat ist die Montage der Kamera. Der Kamerafuß lässt sich wirklich für jeden Anwendungsfall einsetzen. Egal ob dünnerer Monitor (wie mein LG 4k Monitor) oder fetter Alienware Gaming Monitor, egal ob mittig oder an der außen-Ecke montiert oder auf den Schreibtisch gestellt: Diese Kamera kann man wirklich überall verwenden. Gummi-Pads am Fuß sorgen zudem für extra sicheren Halt. Top!

 

 

Anker PowerConf C300 aufsteller

Anker PowerConf C300 aufstellerAnker PowerConf C300 aufsteller

Tonqualität

Die Qualität der zwei integrierten Mikrofone ist gut. Zwar haben hier natürlich echte Konferenzlautsprecher wie z.B. der eMeet Luna einen klaren Vorteil, insgesamt kann man aber mit der Qualität der verbauten Mikrofone das Auslangen finden. Die ganz zu Anfang verlinkte Videoreview bietet natürlich sowohl vom Video als auch von der Qualität der Mikrofone ein Beispiel.

FAZIT zur Anker PowerConf C300

Ja, das ist eine durchaus gute Webcam. Sie funktioniert unter Windows 10 wie auch MacOS 11.3 anstandslos, der Hersteller liefert zudem bereits einige Aktualisierungen und die gebotene Qualität ist gut. Speziell der flexible Standfuß ist extrem gut gelöst und dank Autofokus muss man sich nicht mit mangelnder Bildschärfe herumschlagen. Preislich empfinde ich die ausgerufenen 130€ als eher teuer für die gebotene Leistung. Um die 100€ fände ich eine bessere preisliche Positionierung. Man macht jedenfalls mit dem Kauf dieser Kamera absolut nichts falsch, sie ist damit definitiv empfehlenswert!