Die Akaso Brave 7LE hat mir der Hersteller freundlicherweise kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt. Privat setze ich ja schon eine Weile auf ein deutlich teureres Konkurrenzprodukt, entsprechend spannend war es für mich diese doch recht günstige Actionkamera für euch zu testen! Folgend erfahrt ihr also, ob auch ein wirklich preisgünstiges Modell wie die Akaso Brave 7LE, durch Qualität und nicht nur günstigen Preis überzeugt!

Videoreview

Verpackung & Lieferumfang der Akaso Brave 7LE

Bei der Verpackung und speziell auch dem Lieferumfang überzeugt zunächst die Akaso Brave 7 LE voll und ganz. Einerseits setzt der Hersteller erfreulich wenig Kunststoff ein (die Teile sind übersichtlich in Zellstoffbeutelchen verpackt), andererseits ist der Lieferumfang beachtlich.

Akaso Brave 7 LE Verpackung

Es bleiben keine Wünsche an Halterungen und Adaptern offen. Selbst ein Ladegerät und zwei Akkus liegen bei, das ist vorbildlich! Neben Kamera, 2 Akkus sowie dem Ladegerät finden wir weiters:

  • 7x verschiedene Befestigungsadapter
  • Montageklemme für den Fahrradlenker
  • Unterwassergehäuse (bis 30m Wasserdicht)
  • 2x Klebepad
  • Helmhalterung
  • USB auf Micro USB Kabel
  • Armbandfernbedienung
  • Diverse Klettbänder & Kabelbinde
  • Microfasertuch + Kurzanleitung

Akaso Brave 7 LE Zubehör

Einerseits ist man dank dieser Halterungen zwar sehr flexibel im Einsatz der Kamera, zu viel darf man sich allerdings nicht erwarten. Die Fahrradhalterung konnte ich zur soso lala am Lenker montieren, sie lockerte sich schnell und ist qualitativ nicht wirklich empfehlenswert. Dennoch: Zum Ausprobieren reicht’s allemal, danach kann man immer noch in hochwertigere Halterungen investieren.

Akaso Brave 7 LE Zubehör

Design

Das Design ist bei Action Kameras wie der Akaso Brave 7LE sicherlich zweitrangig. Funktionell soll’s sein, einfach in der Bedienung und dennoch sicher gegen Fehlbedienungen geschützt, wenn die Kamera bei widriger Witterung eingesetzt wird.

Akaso Brave 7 LE

Akaso Brave 7 LE

Akaso hat hier fast alle Häkchen gemacht. Die Kamera hat bei allen Klappen Dichtungen verbaut und kann (ohne Tauch-Hülle) bis zu 1m untergetaucht werden. Mit der Tauch-Hülle sind’s angeblich 30m; mangels Witterung habe ich das nicht getestet. Dank einigermaßen intelligentem Menüsystem kann man die Kamera sogar anhand der drei vorhandenen Tasten in der Tauch-Hülle bedienen (der Touchscreen ist da nämlich außer Funktion).

Akaso Brave 7 LE Anschlüsse Akaso Brave 7 LE

Vorne finden wir ein etwas kleineres Farbdisplay ohne Touch-Funktion und die Kamralinse. Diese hat zwar einen Metallring, die Abdeckung ist aber leider aus Kunststoff. Günstiger Preis hin oder her, aber dieses essentielle Element muss immer aus Glas sein um nicht schon beim Reinigen zu zerkratzen.

Akaso Brave 7LE

An der Oberseite finden wir zwei Tasten, einmal um die Aufnahme zu starten (oder ein Foto zu machen) und dann noch die Modus-Taste. Kurz gedrückt schaltet man so zwischen Foto- oder Filmmodus um, hält man sie gedrückt schaltet man vom hinteren zum vorderen Display. Praktisch! Seitlich gibt’s dann den Ein-/Ausschalter auf der rechten Seite, links finden wir das Mikrofon und eine Klappe die Mini HDMI sowie Micro USB beherbergt. Der Akku kann natürlich auch innerhalb der Kamera geladen werden.

Akaso Brave 7 LE

An der Unterseite finden wir die Akku-Klappe und das Stativgewinde. Leider eine Fehlkonstruktion; denn sobald die Kamera über das Stativgewinde montiert ist, ist die Klappe nicht mehr zugänglich; ein wechseln des Akkus oder der (ebenfalls dort installierten) MicroSD Karte ist so leider nicht schnell möglich.

Akaso Brave 7 LE Stativgewinde

Positiv hingegen ist, dass beide Klappen sehr gut schließen und man zum Öffnen jeweils auch mit dem Daumen eine Taste drücken muss; versehentliches Öffnen oder ein Aufspringen wenn die Kamera von z.B. einem Ast bei Mountainbike getroffen wird, sind fast ausgeschlossen.

Alles in allem ist die Akaso Brave 7LE kompakt und recht robust konstruiert, die Bedienelemente sind gut platziert. Nur Kunststoff-Linsenabdeckung, die auch nicht tauschbar scheint, zusammen mit der Akkuklappe sind zwei Minuspunkte, die es abzuwägen gilt.

Bedienung der Akaso Brave 7LE

Nun, grundsätzlich lässt sich die Kamera sehr gut bedienen. Von einem Einstellen auf die Sprache „Deutsch“ sollte man aber eher Abstand nehmen, da kommt im Menü relativ viel Kauderwelsch raus. Ist die Kamera auf Englisch gestellt, so kommt man sehr gut damit klar.

Gut gemacht ist das sehr schnell reagierende und gut zu bedienende Menü (gut zu sehen in meiner oben verlinkten Videoreview). Tippt man auf das Zahnradsymbol rechts unten, so kann man bequem sowohl einstellungen am Video und dem Aufnahmemodus sowie auch der Kamera selbst vornehmen.

Videoeinstellungen

  • Auflösung/Bildrate (4k30, 2,7k60/30, 1080P120/60/30, 720P240/120/60)
  • Sprachsteuerung
  • Bildstabilisierung (nur elektronisch)
  • Videoqualität (Hoch, mittel, niedrig)
  • Reduktion von Windgeräuschen
  • Belichtung, Messpunkte
  • Einblenden von Datum & Uhrzeit

Kameraeinstellungen

  • Töne (Auslöser, Ein-Ausschalten usw.)
  • Weitwinkel (4 Stufen)
  • Fahrmodus (hierbei geht die Kamera sofort an, wenn sie mit Strom versorgt wird)
  • Bildeffekte
  • Überkopf-Modus
  • Bildschirm und Kamera Auto-Ausschalten
  • Netzfrequenz etwaiger Leuchtstofflampen
  • Weißabgleich
  • Datum & Uhrzeit Einstellungen, Sprache, Karte Formatieren & Reset

Aufnahmemodus Video

  • Timelapse
  • Zeitlupe
  • Aufnahme schneller Objekte

Aufnahmemodus Foto

  • Serienbilder
  • Zeitraffer
  • Selbstauslöser
  • Langzeitbelichtung

Die obigen „Aufnahmemodus“ sind durch Antippen in der Mitte der unteren Symbolleiste aufrufbar.

Ebenfalls gut gelöst ist die Darstellung am Touchscreen generell. Einstellungen sind schnell ersichtlich ohne zu überladen zu wirken. Der Bildschirm weist ganz guten Kontrast auf, dürfte aber etwas heller sein; speziell draußen bei Sonnenschein wird die Bedienung schnell mühsam.

Die Bedienkniffe sollte man sich aber vor der Benutzung aneignen; ist die Kamera mal am Lenker, im Auto oder am Helm montiert, so wird’s mühsam, wenn man sich nicht schon vor der Montage damit vertraut gemacht hat. Wischt an z.B. von oben nach unten übers Display, so kann man die Displaysperre aufrufen, wischt an von unten nach oben über’s Display so gelangt man zu den Schnelleinstellungen für Auflösung und Bildqualität.

Natürlich hat man über den Touchscreen auch Zugriff auf die Aufnahmen – allerdings ist hier nur ein Abspielen etwaiger Videos möglich, man kann nicht durch’s Video navigieren um z.B. eine Szene zu finden; das sollte der Hersteller noch verbessern.

Bildqualität & Tonqualität

Natürlich wirbt der Hersteller mit hervorragender Bildqualität und führt 20MP Foto-Auflösung an. In der Praxis tun aber weder diese 20MP etwas zur Sache noch ist die Bildqualität überragend. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir es hier mit einer sehr günstigen Action-Kamera für unter 150€ zu tun haben.

Die Bildschärfe der Akaso Brave 7LE ist mittelmäßig. Die Kamera weist keinen Autofokus auf, entsprechend ist sie auch für Aufnahmen in Räumen eher weniger geeignet. Das betrifft hauptsächlich Fotos, bei Videoaufnahmen ist das weniger ein Thema.

Die Farbwiedergabe ist recht blass aber relativ „echt“. Persönlich bevorzuge ich dies gegenüber vollkommen übersättigten Aufnahmen. Auf einen HDR Modus muss man aber leider verzichten.

Worauf man ebenfalls verzichten muss ist 4k Videoaufzeichnung mit mehr als 30 Bildern pro Sekunde. Gerade für eine Actioncam ist das sehr schade, muss man so doch für zumindest 60fps auf die geringere (und krumme) 2,7k Videoauflösung zurückschalten.

Die Bildstabilisierung erfolgt rein elektronisch und ist, wie auch die Bildqualität, dem Preis entsprechend im mittleren Segment. In meiner Videoreview seht ihr eine Fahrradfahrt über eher unebenen Untergrund. Die Stabilisierung ist OK aber nicht hervorragend.

Der aufgezeichnete Ton ist OK, natürlich muss man schnell mit Windgeräuschen rechnen, trotzdem das Mikrofon an der Seite verbaut ist. Die Reduktion von Windgeräuschen über die Software kann etwas helfen ist aber nicht sehr einträglich für die generelle Tonqualität. Das ist aber die Natur der Sache.

Die oben genannten Aufnahmemodus wie Zeitraffer bzw. Timelapse usw. sind bei ausreichend Licht eine nette Sache, mit der Dämmerung nimmt aber leider die Qualität der Aufnahmen zu stark ab, als dass man dies noch empfehlen könnte, gleiches gilt für Videoaufzeichnungen bei Nacht.

Das liest sich jetzt alles eher negativ, gebe ich zu, aber für das was man hier für unter 150€ bekommt ist die Leistung absolut OK! Will man bessere Stabilisierung, höhere Bildraten bei 4k Auflösung und bessere Bildqualität, so muss man eben tiefer in die Tasche greifen. Der Punkt ist: Wer einfach eine kleine günstige Actioncam sucht, ist bei der Akaso 7LE richtig.

Wifi, App und so

Akaso bietet im Appstore die „Akaso Go“ App an. Aktuell kann man sich aber (leider) das Installieren der App getrost ersparen.

Rein theoretisch könnte man mit der App Videodateien direkt von der Kamera via Wifi übertragen, bzw. das Live-Bild der Kamera sehen und aufgezeichnete Videos bearbeiten. Dann gibt’s in der App noch Punkte wie „Entdecken“, „Überraschung“ sowie „Bergwerk“. Anscheinend kann man eigene Videoclips hochladen und Clips anderer Nutzer einsehen, über das Tab Entdecken. Videos laufen immer mit Ton ab, was ULTRA nervig ist.

Das Bearbeiten selbst kurzer clips funktioniert überhaupt nicht, die App friert einfach ein. Die Tabs Überraschung und Bergwerk erschlossen sich mir nicht; und ich war nicht gewillt, meine Email Adresse anzugeben, wenn schon der Rest der App nicht funktioniert.

Der Transfer von Videodateien über Wifi von der Kamera auf’s Smartphone funktioniert zwar konzeptionell, in der Praxis dauert allerdings der Transfer eines 6min Videos ganze 16min und wird dann nochmals für 10min am Smartphone „verarbeitet“. Schaltet man während diesen 26min die Kamera aus, so muss man von vorne beginnen.

Sorry, Akaso, setzen, fünf, die App ist leider unbrauchbar. Dank MicroSD Karte und ganz normalem Fileformat kann man Dateien aber auch so ganz schnell auf den Rechner übertragen.

FAZIT zur Akaso Brave 7LE

Die Akaso Brave 7LE ist klar eine Action Kamera zum Einstieg. Bildqualität und Bildstabilisierung sind, ebenso wie das Zubehör OK in der Qualität aber eben nur Mittelmaß. Bei allen Punkten ist natürlich deutlich Luft nach oben, dafür aber ist diese Kamera einfach sehr günstig und jede Aufnahme die dank der kleinen Kamera gelingt ist besser, als gar keine Aufnahme erstellt zu haben!

Wer also im Einsteigerbereich eine kleine ActionCam sucht und nicht zu viel ausgeben möchte, kann guten Gewissens bei der Akaso Brave 7LE zugreifen.