Airthings Wave PlusIch hätte ja jetzt fast schon „Hilfe! Radon bringt mich um!“ getitelt. Aber da ich diese Art von reißerischen Überschriften selbst absolut nicht mag, erspar‘ ich es euch. Radon ist aber grundsätzlich schon mal nicht so wirklich toll, dennoch ein ganz „normaler“ Teil unseres Lebens. Und weil Radon eben nicht gesundheitsförderlich ist, stellt Airthings mehrere verschiedene Radon-Dedektoren für den Hausgebrauch her, einen davon stelle ich euch nun vor, den Wave Plus.

Was ist Radon?

Bevor wir uns also mit der Rauchmelder-ähnlichen weißen Scheibe des eigentlichen Sensors befassen können, müssen wir uns mal angucken, was nun „Radon“ genau ist.

Radon ist grundsätzlich ein chemisches Element (Rn), ein Edelgas, das seinen Namen nicht zuletzt  wegen seiner Radioaktivität erhalten hat. Also schon mal prinzipiell nicht gut für uns Menschen. Physikalisch hat Radon zudem leider die unsympathische Eigenschaft, sich in unseren Wohnräumen, speziell wenn diese schlecht belüftet sind, anzusammeln – durch seine hohe Dichte meist eher in Kellerräumen.

Persönlich würde ich mal sagen: Wenn ich die Möglichkeit habe, etwas, was es auch immer sei, das radioaktiv strahlt zu entdecken und in Folge in seiner Intensität zu senken, speziell im Wohnraum, dann ist das ziemlich gut. Ob eine (leicht) erhöhte Radon Belastung im Wohnraum auf Dauer die Lebensdauer verkürzt, speziell, wenn man all die anderen belastenden Stoffe, die wir alle tagein tagaus einatmen, mit in die Rechnung einbezieht, sei dahin gestellt. Sucht man im Internet, so driften die Meinungen, auch von Experten, teils auseinander

Installation des Wave Plus

Im Grunde ist die Installation keinen eigenen Absatz hier wert, das ist gut so. Man lädt die folgende App aus dem jeweiligen Appstore für Android oder iOS, legt das obligatorische Airthings-Konto an und fügt das Gerät hinzu. Batterien sind vorinstalliert (2x AA) und lediglich eine kleine Lasche muss entfernt werden.

Die Rückenplatte hält magnetisch am Gerät (genial) und kann bequem mit einer einer Schraube an Wänden oder Möbeln montiert werden.

Airthings Wave Plus

Airthings Wave
Airthings Wave
Entwickler: Airthings AS
Preis: Kostenlos
Airthings Wave
Airthings Wave
Entwickler: Airthings AS
Preis: Kostenlos

Die App leitet dann den Nutzer hervorragend durch den Installationsprozess und erklärt auch gleich (vielleicht etwas dramatisch) über die Gefährlichkeit von Radon auf. Vermutlich ist es im Falle eines radioaktiven Gases auch besser, Vorsicht als Nachsicht walten zu lassen.

Ist der Installationsprozess abgeschlossen, so synchronisiert der Wave Plus bei jedem Start der App die Daten via Bluetooth 5 mit dem Handy und damit auch der Airthings Cloud. Die Messwerte können sofort eingesehen werden.

Welche Werte erfasst der Airthings Wave Plus?

Diese „Plus“ Version des Airthings Sensors erfasst fogende Messwerte:

  • Radon
  • Luftfeuchtigkeit
  • Temperatur
  • TVOC
  • CO2
  • Luftdruck

Der etwas günstigere „Wave“ (ohne Plus) mißt nur Tempertaur, Luftfeuchtigkeit & Radon. Ich empfinde aber gerade CO2 und TVOCs als gute Indikatoren für die „bemerkbare“ Raumluftqualität und würde euch daher den Wave Plus empfehlen.

Die Airthings Wave App

Auf Englisch trifft ein Begriff die App besonders gut: „Mixed bag“. Sie funktioniert hervorragend, synchronisiert flott und stellt den aktuellen Messwert sehr hübsch und übersichtlich groß dar.

Airthings Wave Plus App

Historische Messwerte allerdings kann man zwar einsehen, allerdings ist es unmöglich die Skala beliebig anzupassen. So kann ich mir z.B. nur 48 Stunden, eine Woche, einen Monat oder ein Jahr anzeigen lassen.

Bin ich dann in solch einer Ansicht so kann ich auf der unten angezeigten Kurve zwar mit dem Finger die Werte abfahren, allerdings ohne den genauen Tag der Messung zu sehen. Im Oberen Bereich wiederum wird auch auf den Detailseiten jeweils nur der Mittelwert des gewählten Anzeigezeitraumes angezeigt.

Natürlich kann man über die App auch mehr als nur einen Airthings Sensor hinzufügen.

Bei der iPad Version der App könnten sich die Programmierer mal bei Netatmo angucken. Hier wird leider extrem viel Platz verschwendet, da könnte man wunderbar auf dem selben Bildschirm Messwerte und Kurven anzeigen, theoretisch.

Airthings Wave Plus App

Die App reicht im Grunde, um schnell den Aktuellen Zustand der Raumluft einzusehen, nicht aber um historische Daten in ihrer Gesamtheit anzusehen.

Airthings Wave Plus App

Was hat es mit dem „Wave“ im Namen eigentlich auf sich?

Bei uns sagt man ja im Volksmund „wacheln“ 😉 Also das wedeln oder winken meist vor einem Objekt (oder einer Person). In diesem Fall führt das Wacheln vor dem Wave Plus dazu, dass sein Leuchtring in Ampelfarbe die Luftqualität anzeigt. Ein nettes Feature durch das man nicht zwingend immer gleich das Smartphone aus der Tasche holen muss.

Das Airthings-Dashboard im Netz

Durch das anfängliche erstellen eines online Kontos bei Airthings kann man unter dashboard.airthings.com sich eine Übersicht der Messwerte zusammenbauen. Es gibt verschiedene Kacheln und auch die Skala der jeweiligen dargestellten Werte kann je Kachel festgelegt werden. Hat man mehrere Sensoren so könnte man z.B. die Radon Konzentration der letzten 48h je Raum übersichtlich auflisten lassen. Super!

Airthings Wave Plus Dashboard

Das Dashboard macht besonders bei mehreren eingesetzten Sensoren Sinn. Klickt man hingegen einen der Räume an, so sieht man, visuell sehr schön dargestellt, den Verlauf der Messwerte der einzelnen Kategorien.

Airthings Wave Plus Dashboard

So sehe ich z.B., dass es am 7. Februar 2019 mit 58Bq/m³ den höchsten (absolut unkritischen) Radon Messwert in meinem Wohnzimmer gab. So ab 100Bq/m³ sollte man ein Auge auf die Radon Konzentration haben. Hier glänzt Airthings im Gegensatz zur App, da beim Mouseover wunderbar Tag und Uhrzeit der Messung und aktueller Messwert dargestellt werden. Perfekt!

Airthings Wave Plus Dashboard

Ich würde euch empfehlen, am iPad auf die Airthings App zu verzichten und stattdessen einfach einen Link zum Airthings Dashboard auf den Homescreen zu legen.

Weiterer Pluspunkt des Dashboards: Die Messwerte lassen sich auch als CSV Datei exportieren oder man kann einen „Radon Report“ erstellen lassen und als PDF herunterladen.

Airthings Wave Plus Dashboard

Der Wave Plus steht bei mir übrigens (momentan) noch neben meiner Netatmo Wetterstation. Vergleich man die Messwerte, so erscheint beides plausibel beim CO2 z.B. 646ppm am Wave Plus und 592ppm an der Netatmo Station.

Airthings & Smarthome?

Ja, na ja, also bei einem Sensor jenseits der 250€ Marke muss ich hier mal sagen: FAIL. Kein Homekit und (bei uns) keine Alexa Anbindung. Ich hatte es eigentlich als selbstverständlich angesehen und nach dem Homekit Code gesucht, da gibt’s aber keinen. Große Teile einer einfachen Automation fallen damit flach.

Was man aber machen kann ist (mal wieder) IFTTT zu Rate zu ziehen und z.B. die Hue Lampen bei erhöhter Radon Konzentration blinken zu lassen oder sich eine SMS senden zu lassen. Das ist gut, aber halt nur am Smarthome vorbei.

FAZIT zum Wave Plus

Kurzfassung? Gut, aber da ginge mehr. Langfassung: Die erfassten Messwerte und die Sensor Hardware sind super. Gefällt mir! Auch die übersichtliche Darstellung auf der Startseite der App sowie im online Dashboard gefällt.

Die historische Darstellung der Messungen in der App hingegen ist leider wirklich nur für eine Abschätzung der Tendenzen brauchbar, nicht aber, wenn man sich Details ansehen will. Ein Link zum Online-Dashboard fehlt in der App leider ebenfalls und ich würde mir einen Info- Knopf zu Erklärungen jeder Messwertkathegorie wünschen, direkt in der App, direkt beim Messwert.

Alles in allem sind meine Bemängelungen aber nur Software-Geschichten die ein App-Update schnell aus der Welt räumen könnte. Die Fehlende Homekit Anbindung ist aber in dieser Preisklasse ein no-go. Für wen dies egal ist und wo speziell die Luftqualitätsmessung im Vordergrund steht, für den kann ich aber eine klare Empfehlung für den Airthings Wave Plus aussprechen.